Dass Stein im 15. Jahrhundert vom "Ausland" umgeben war, wissen die wenigsten, doch unser Baden war unter vielen "Obrigkeiten" verteilt. Nußbaum z.B. war württembergisch, Bretten und das Saalbachtal waren pfälzisch, Bruchsal und Umgebung gehörten dem Bischof von Speyer. Auch Königsbach war nur zum kleinen Teil markgräfisch, der Rest war edelmännisch. Bilfingen und Ersingen gehörten zum Kloster Frauenalb und Eisingen wurde erst im 15. Jahrhundert badisch. Stein grenzte deshalb in einigen Richtungen an nicht-markgräfisches Land.
Daher bestand schon 1404 in Stein eine Zollstation und ein badischer Zollbeamter waltete hier seines Amtes.
"Was Kouffmansschatz uff und abe get, so git ein geladen Wagen, er trage win, salz, isen oder anderes 13 Pfg. und ein geladen Karich 6 Pfg." Nach dieser Anweisung wurde Wegezoll verlangt.
Der "Zollbereiter" Georg Ewald kam 1721 aus Klingen in Thüringen und wohnte im Haus von Kaufmann Fuchs beim Königsbacher Tor. Er hatte darauf zu achten, wenn ein hochbeladener Wagen am Tor Einlass forderte. Er untersuchte die Ladung, ob er Wein, Salz, Eisen oder sonstige zollpflichtige Waren (Kaufmannsschatz) mit sich führte und forderte danach von einem vierrädrigen Wagen 1 Schilling (13 Pf) und von einem zweirädrigen Wagen (Karch) 6 Pf. Zoll. War dieser errichtet, so konnte der Wagen das Land hinauf (uff) oder hinunter (abe) fahren.
Aber auch der hiesige Bevölkerung war nicht erlaubt jederzeit die Tore zu passieren. Oft war dazu ein "Passierschein" notwendig. Die Torwächter behielten hier den Überblick, denn Stein hatte z.B. 1521 lediglich 95 Häuser. Dennoch war das alte Stein mit seiner exponierten Lage an der Landesgrenze, mit den vier Toren, dem Wall und Graben, dem Schloss mit seinen Mauern, Gräben und dem Schlosstor wirklich imposant.
Doch diese Lage brachte auch Nachteile: Es war bei Strafe verboten, Waren ins "Ausland" zu verkaufen, der Handel war für Jahrzehnte eingeschränkt. Nur für den Jahrmarkt, der am Madardustag (8. Juni) von jeher in Stein abgehalten wurde, galten diese Verbote nicht. Auf dem Markt wurden Vieh, Pferde und sonstige Waren umgesetzt und er war sehr beliebt. Der 30jährige Krieg setzte diesem Markt ein Ende, aber eines blieb: Stein behielt trotzdem den Namen "Markt Stein".
[Quelle: https://freundeskreis-geschichte.de/personen/118-stein-zoll]
Bonus zum ALC "Stein"
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Zum Auffinden des Bonus benötigst du,
- a= Marktplatzbrunnen: Wie viele eingefasste und raue Flächen kannst du außen am Brunnen zählen (nur der Brunnen, nicht am Brunnenstock)?
- b= Wassertag: Wie hoch ist der Wasserstand in Meter angegeben (QS bilden)?
- c= Storchenturm: Wie viele große Fenster konntest du zählen?
- d= Bautätigkeit: Erbauungsjahr des Hauses (Einstellige / Iterierte QS bilden)?
- e= Stephanuskirche: Wie viele Vermisste sind auf der Gedenktafel aufgeführt?
Final: N 48° 57.e (a+d-1) (e-b+d) E 008° 38.b (c+e) (e-b)