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Polierschiefer mit Fossilien in Seifhennersdorf EarthCache

Hidden : 12/22/2022
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Ein Earthcache im Museum?

Karasek-Museum

Wir sind sehr gern draußen in der Natur unterwegs. Und trotzdem möchten wir euch für diesen Earthcache in das Karasek-Museum in Seifhennersdorf locken. Wir würden das nicht versuchen, wenn es nicht um etwas wirklich Außergewöhnliches und Einmaliges ginge: um den Polierschiefer bei Seifhennersdorf samt seinen berühmten Fossilien. Polierschiefer selbst findet man relativ selten. Aber das absolute Highlight sind die europaweit einzigartigen, teilweise über 30 Millionen Jahre alten Fossilienfunde.

Die Öffnungszeiten des Museums sind:

Dienstags bis freitags: 9:00 bis 12:00 und 13:00 bis 16:30 Uhr
Sonntags: 13:00 bis 16:30 Uhr


An Feiertagen oder Brückentagen muss mit geänderten Öffnungszeiten gerechnet werden.

Informationen gibt es hier: Karasek-Museum

Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 4,00 €.

Die geologische Abteilung befindet sich im Erdgeschoss. Es gibt ein sehr informatives Video zur Geologie der Umgebung. Frage einen Mitarbeiter des Museums danach!

Diatomeen (Kieselalgen) im Süßwassersee

Vor etwa 34 bis 32 Millionen Jahren begann sich das Gebiet um Seifhennersdorf infolge tektonischer Bewegungen langsam abzusenken. Diese Zeit wird geologisch Tertiär und genauer Oligozän genannt. Es entstand ein flacher Süßwassersee.

Die oberen Wasserschichten des Sees wurden von Diatomeen ( Kieselalgen) bevölkert. Das sind Mikroorganismen, die auch heute noch in Seen und Meeren leben. Sie können sich durch Zweiteilung von Zellen sehr schnell fortpflanzen. Unter idealen Bedingungen entstehen in einem Monat aus einer Kieselalge eine Milliarde Exemplare!

Vulkanische Landschaft Tertiär Die Diatomeen besitzen einen Außenpanzer. Zu dessen Aufbau benötigen sie Kieselsäure. Kieselsäure besteht im Wesentlichen aus Siliziumdioxid (SiO2).
In den Zeiten, in denen viel Kieselsäure zur Verfügung steht, treten die Kleinstlebewesen massenhaft auf. Es kommt zu wiederholten Kieselalgenblüten mit großem Artenreichtum.

Der Kieselsäuregehalt im See stieg immer dann signifikant an, wenn durch verstärkte vulkanische Tätigkeit im Umfeld besonders viel siliziumdioxid-reiche Vulkanasche ins Wasser gelangte. Ein Festessen für die Diatomeen.

Entstehung von Diatomit (Polierschiefer)

Am Ende ihres Lebenszyklus sinken die abgestorbenen Diatomeen auf den Boden des Sees. Zunächst entsteht dort ein wassergesättigter Halbfaulschlamm (Diatomeengyttja).

Außer den abgestorbenen Diatomeen selbst wurden vom Seeuferbereich auch Feinsande, Tone und Silte (Schlick) eingeschwemmt und abgelagert. Und organisches Material wie Pflanzenreste und Tierleichen.

Durch die Last der in der Folgezeit absinkender Diatomeen und anderer Stoffe, die darüber abgelagert werden, wird der Schlamm zu Diatomit verfestigt.

Dieser Vorgang heißt Diagenese und ist sehr wichtig. Die erste Phase ist die Kompaktion, also das Verdichten durch Druck. In der zweiten Phase, der Zementation, werden wässrige Lösungen in die Porenräume der lockeren Sedimentmasse transportiert und dort als Zement ausgefällt. Die Porosität des Ausgangsmaterials wird dadurch verringert. Gleichzeitig werden die Bestandteile des Sediments miteinander verkittet. Die lockere Sedimentmasse wird so zu einem festen Gestein.

Die Diagenese macht den entscheidenden Unterschied zur pulverförmigen Kieselgur aus, die in Seen in Norddeutschland gefunden wird. Die Kieselgur entstand in den Zwischeneiszeiten. Chemisch sind Kieselgur und Diatomit identisch. Aber dank der Diagenese ist Diatomit (Polierschiefer) ein festes Gestein geworden.

Aussehen und Eigenschaften von Diatomit (Polierschiefer)

Diatomit ist ein extrem feinkörniges, dünnschiefriges und sehr leichtes Silikatgestein. Wegen seiner Verwendung als Poliermittel hat sich der Name Polierschiefer für Diatomit etabliert. Polierschiefer und Diatomit sind also dasselbe!

Die Farben von Polierschiefer variieren zwischen hellgrau, gelblichgrau und lichtgelb. Polierschiefer ist leichter als Wasser, schwimmt also im Wasser. Da er sehr porös ist, saugt er Wasser wie ein Schwamm auf. Vollgesaugt erreicht er ein spezifisches Gewicht von nahezu zwei.

Polierschiefer findet man als Ablagerungen in Süßwasserseen der Tertiärzeit. Es handelt sich um ein sogenanntes limnisches Sediment, also um eine Ablagerung, die an ein Stillgewässer gebunden ist.

Die extrem feinkörnigen Sedimente von Diatomit bieten ideale Voraussetzungen für die Einbettung und Erhaltung von Pflanzen- und Tierresten.


Zwischen Granit und Basalt

Was damals geschah, können wir heute anhand dessen, was beim Bergbau an einzelnen Schichten gefunden wurde, sehr gut rekonstruieren.

Zuunterst befindet sich ein granitisches Gestein. Je nach Standort handelt es sich um Lausitzer Granodiorit oder Rumburker Granit. Dieser Untergrund senkte sich sehr langsam ab, der Süßwassersee entstand. Bei vulkanischen Aktivitäten wurde eine Schicht feinkörniger Tuff abgelagert. Darüber finden wir eine dicke Schicht Polierschiefer (5. Flöz).

Heftige Vulkanausbrüche schleuderten Pyroklastika in die Luft. Im See bildete sich eine dicke Schicht grobkörniges Tuffgestein. Darüber feinkörnigeres Tuffgestein. Und wieder kam es zu einem ungeheuren Wachstum der Kieselalgen. Die abgestorbenen Mikroorganismen bilden das mächtige 4. Flöz. Teilweise ist grobkörniger Tuff eingebettet.

Schichten mit Polierschiefer

Die Skizze ist nicht maßstabsgerecht.

Von jetzt an nimmt die vulkanische Tätigkeit sehr stark zu.

Die Schichten der Tuffe, gebildet aus den vulkanischen Aschen, werden mächtiger. Das 3. und das 2. Flöz des Polierschiefers sind viel weniger mächtig als die Sedimentschichten in größeren Tiefen (und damit in weiter zurückliegenden Zeiten).

Das oberste erste Flöz ist wieder ein bisschen dicker. Und hier gibt es noch eine Besonderheit: Kohle. Es handelt sich um eine sehr hochwertige Braunkohle, die aufgrund ihres hohen Inkohlungsgrades in Richtung Steinkohle tendiert. Die schlechte Nachricht ist, dass das Kohleflöz nur 30 bis 50 cm mächtig ist! Die Braunkohle entstand im Zuge der Seeverlandung und Vermoorung. Sie wurde vorwiegend aus Sauergräsern (Seggen) und eingeschwemmten Hölzern gebildet.

Was danach folgt, ist Vulkanismus pur. Feiner Tuff, grober Tuff mit vulkanischen Bomben, mittelkörniger Tuff werden nacheinander abgelagert. Die Angelegenheit eskaliert schließlich, und eine mehr als zehn Meter mächtige Basaltschicht überlagert das Ganze.

Unser Polierschiefer befindet sich zusammen mit den Fossilien gut konserviert und vor Verwitterung geschützt tief unter der Erde.

Bergbau

Im 19. Jahrhundert (1837 bis 1856) und vereinzelt immer wieder einmal später war das gering mächtige Braunkohleflöz das Ziel des Bergbaus. Diatomit wurde nur als „taubes Gestein“ an die Oberfläche gebracht. Ohne Braunkohle wäre hier nie gegraben worden. Der Polierschiefer samt Fossilien wäre nie entdeckt worden. Die Schächte waren bis zu 70 Meter tief.

Ab 1951 wandte sich die Aufmerksamkeit jedoch dem Diatomit zu. Es wurde als Schleif- und Poliermittel für Edelmetalle und Edelsteine sowie für Gläser in der optischen Industrie verwendet.

Gebrannt, gemahlen und gesiebt wurde der Polierschiefer als „Polisit“ gehandelt. Polisit wurde unter anderem als Füllstoff in der Pharma- und Kosmetikindustrie und bei der Farb- und Kunststoffherstellung verwendet. Es gab keine großen bergbaulichen Aktivitäten. In erster Linie wurde das Haldenmaterial verwendet.
Halde Zeitgleich wurden Fossilien in riesigen Mengen gesammelt. Von 1951 bis 1957 wurden über 10.000 Fundstücke registriert.

1957 wurden die Schächte verfüllt. Vom ehemaligen Bergbau künden nur noch alte Fotografien. Die Polierschieferhalde am Richterberg bei Seifhennersdorf wurde als Flächennaturdenkmal deklariert. Grabungen sind nicht zulässig.

Fossilien

Die größte Bedeutung hat das Polierschiefervorkommen für die Wissenschaft. Der Diatomit enthält bedeutende fossile Funde mit seltenen, 20 bis 32 Millionen Jahre alten Tier- und Pflanzenabdrücken. Beispielsweise wurden über 30 Millionen Jahre alte Abdrücke von Fröschen gefunden! Viele Fossilien gingen in größere Museen in Dresden, Bautzen oder Kamenz.

Die pflanzlichen Fossilien des Karasek-Museums sind so bedeutend, dass Wissenschaftler aus vielen Staaten, die 2008 am Weltkongress der Internationalen Paläobotanik-Organisation in Bonn teilnahmen, zum Karasek-Museum gereist sind!

Sehr sehenswert sind auch die tierischen Fossilien.

Ausgestellt sind Gliedertiere wie zum Beispiel Krebse oder Insekten.

Bei den Fischen ist eine ausgestorbene Art deshalb besonders interessant, weil sie den Übergang eines Raubfisches zu einem Friedfisch dokumentiert.

Bei den Lurchen findest du eine fossile Molchart und Frösche. Geologisch interessant ist, dass die ausgestorbene Froschart Palaeobatrachus diluvianus nur in bestimmten Horizonten des Polierschiefers gefunden wurde. Das deutet darauf hin, dass die Tiere infolge verstärkter vulkanischer Aktivitäten einer Katastrophe zum Opfer gefallen sind.

Ein Wort zum Fotografieren.
1. Es ist nicht verboten, Fotos im Museum zu machen. Bei Leihgaben ist es nicht erwünscht.
2. Es ist nicht gestattet, Fotos, die im Museum gemacht wurden, zu publizieren.

Aus diesem Grund findest du auch keine Fotos von Fossilien des Polierschiefers im Listing.
Hier kannst du dir Fotos ansehen:
http://wincontact32naturwunder.blogspot.com/2013/03/fossilien-im-polierschiefer.html


Aufgaben/Fragen

1. Im Museum sind verschiedene Polierschiefer zu sehen. Schau dir die Polierschiefer unter den folgenden Gesichtspunkten genauer an:

a) Farben
Liste alle Farben der Polierschiefer auf, die du wirklich vor Ort finden kannst!
Gibt es Farbunterschiede von Polierschiefern, die aus verschiedenen Flözen stammen? Gib bitte einen Vergleich mit Angabe der Flöze und der Farben an!

b) Gefüge
Die Polierschiefer im Museum haben Attribute wie ungeschichtet, geschichtet oder gefaltet.
Welche Art von Polierschiefer kommt am häufigsten vor?
Wodurch ist die Faltung bei einem gefalteten Exemplar entstanden?

2. In der Vitrine „Bergbau im 20. Jahrhundert ...“ findest du drei Schälchen mit Polierschiefer und dessen Verarbeitungsformen. Gib jeweils die Bezeichnung, die Form und die Farbe des Objektes auf jedem Schälchen an.

3. Es sind verschiedene fossile Gliedertiere ausgestellt. Die folgende Aufzählung enthält drei richtige Angaben und einen Fake.
Welche Angabe ist falsch?
A) Larven der Köcherfliege
B) Ameisen mit metapleuralen Drüsen
C) Flügel von Libellen
D) Reste des Chitin-Panzers von Käfern

4. Stell dir vor, du arbeitest für ein anderes Museum. Du hast den Auftrag und die Möglichkeit, ein Exponat als Leihgabe des Karasek- Museums auszuwählen. Das betrifft ausdrücklich nur die Fossilien im Polierschiefer.
Welches Exponat würdest du wählen?
Hinweis:
Achte darauf, dass dein Exponat zum Zeitpunkt deines Besuches wirklich „in echt“ vorliegt und nicht nur als Foto. Und nicht alle ausgestellten Fossilien stammen aus dem Polierschiefer!
Fotografiere deinen Favoriten, so dass du uns das Foto im Zweifelsfall zuschicken könntest.



FlaggeEn

Děkujeme Hujer123 za opravu překladu do češtiny!

Úkoly/otázky

1. V muzeu si můžete prohlédnout různé lesklé břidlice. Podívejte se blíže na břidlice z následujících hledisek:

a) Barvy
Vyjmenujte všechny barvy břidlic, které v muzeu skutečně najdete!
Liší se barva z různých vrstev? Uveďte prosím srovnání s uvedením vrstev a barev!

b) Mikrostruktura
Lesklé břidlice v muzeu mají přívlastky jako nestratifikované, stratifikované nebo skládané. Který typ leštící břidlice je nejběžnější?
Co způsobilo přehnutí přehnutého vzorku?

2. Ve vitríně "Hornictví ve 20. století..." najdete tři malé misky s leštěnou břidlicí a jejími formami zpracování. Uveďte název, tvar a barvu předmětu na každé misce. Uveďte, jak se předmět jmenuje.

3. Jsou zde vystavena různá zkamenělá kloubová zvířata. Následující seznam obsahuje tři správná tvrzení a jedno nepravdivé.
Které tvrzení je chybné?
A) Larvy mouchy kadeřavky
B) Mravenci s metapleurálními žlázami
C) Křídla vážek
D) zbytky chitinového krunýře brouků

4. Představte si, že pracujete pro jiné muzeum. Máte za úkol a možnost vybrat si exponát zapůjčený z Karáskova muzea. To se výslovně týká pouze zkamenělin v lesklé břidlici.
Který exponát byste si vybrali?
Nápověda:
Ujistěte se, že exponát je v době vaší návštěvy opravdu "skutečný", a ne pouze na fotografii. Rovněž ne všechny vystavené zkameněliny pocházejí z lesklé břidlice!
Svého favorita si vyfoťte, abyste nám ho v případě pochybností mohli poslat.




FlaggeEn
Tasks/questions

1. In the museum you can see different polishing slates. Take a closer look at the polishing slates from the following points of view:

a) Colours
List all the colours of the polishing slates that you can actually find in the museum!
Are there differences in colour between polishing slates from different seams? Please give a comparison with an indication of the seams and the colours!

b) Microstructure
The polishing slates in the museum have attributes like unstratified, stratified or folded.
Which type of polishing slate is most common?
What caused the folding in a folded specimen?

2. In the display case "Mining in the 20th century ..." you will find three small bowls with polished slate and its processing forms. Give the name, the shape and the colour of the object on each dish.

3. There are various fossil articulated animals on display. The following list contains three correct statements and one fake.
Which statement is wrong?
A) Larvae of the caddis fly
B) Ants with metapleural glands
C) Wings of dragonflies
D) Remains of the chitinous shell of beetles

4. Imagine you are working for another museum. You have the assignment and the opportunity to select an exhibit on loan from the Karasek Museum. This explicitly concerns only the fossils in the polishing slate.
Which exhibit would you choose?
Hint:
Make sure that your exhibit is really "real" at the time of your visit and not just a photo. And not all fossils on display are from the polishing slate!
Take a photo of your favourite so that you can send it to us in case of doubt.




Bitte sendet eure Antworten über das MessageCenter - dort geht nichts verloren. E-Mail geht auch, wenn ihr zeitnah loggt.
Bei Gruppen genügt eine Antwort über das MessageCenter. Schreibt dann aber bitte im Log, wer die Antwort gesendet hat.
Danach könnt ihr sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmen sollte.

Über ein Foto außerhalb des Museums, zum Beispiel am Eingang, würden wir uns freuen!

Wir wünschen euch viel Freude und Erfolg mit diesem Earthcache!


Literatur

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Polierschiefer
[2] Andreas Gerth, Reise in die Erdgeschichte, Teil 2, Oberlausitzer Verlag
[3] Karasek-Museum Seifhennersdorf, Geologische Abteilung

Abbildungen und Fotos: eigenes Archiv




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