An dieser Stelle der Eder läßt sich sehr schön die fluviatile Sedimentverlagerung durch wechselnde Strömungen beobachten. Im Sommer eignet sie sich auch, um hier zu den Flussinseln zu waten oder mit dem Kanu zu fahren, um das abgelagerte Material zu untersuchen. Aber auch vom Ufer lassen sich anhand des Sediments die im Flussverlauf vorkommenden Gesteine sehr gut ablesen.
Hinweis:
Dieser Earthcache befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Bitte verlasse die offiziellen Wege nicht, dies ist für diesen Cache auch nicht notwendig!
Die Eder
Der Fluss Eder entspringt im Rothaargebirge am Ederkopf und fließt dann in südöstlicher Richtung durch das hessische Buntsandsteingebirge durch Hessen. Der Fluss mündet nach rund 176 Kilometern in die Fulda. Seit 1914 versperrt der Ederstausee den freien Flusslauf. Unterhalb der Staumauer durchfließt die Eder eine Flussniederung und bricht aus dem Edersee-Trog aus in die Wegaer Ederaue bei Affoldern. Von hier durchfließt sie die Hessische Pforte, einen engen Taleinschnitt beim Büraberg.
Auf ihrem Weg durchquert die Eder verschiedene geologische Gesteinsschichten, aus deren Material sich das Sediment hier bei Anraff zusammensetzt. Maßgeblich sind hierbei das Kellerwaldgebirge und das Rothargebirge. Sie durchfließt Tonschiefer, Dolomit- Kalk- und Buntsandgestein.

Foto 1: Die Eder bei Anraff
Fluviatil
"Fluviatil" ist ein Adjektiv, das sich auf Flüsse bezieht. Es kommt von dem lateinischen Wort "fluvius", was Fluss bedeutet. Es beschreibt etwas, das im Zusammenhang mit einem Fluss steht oder von einem Fluss beeinflusst wird. Beispielsweise kann man fluviatile Sedimente als Sedimente beschreiben, die von Flüssen transportiert und abgelagert werden. Oder man kann fluviatile Systeme als Flüsse und ihre zugehörigen Einzugsgebiete bezeichnen.
Fluviatiles Sediment
Dieses Sediment kann aus verschiedenen Materialien wie Steinen, Sand, Kies oder Schlamm bestehen und kann sich an verschiedenen Orten ansammeln, wie zum Beispiel am Ufer eines Flusses. Gröberes Sediment ist auch als Flussschotter bekannt. Hier an dieser Stelle findet sich überwiegend Schotter - Kies - , da das feinere und damit leichtere Material durch die hierfür noch genügend starke Strömung überwiegend weitergetragen wird.
Fluviatile Verlagerung
Eine fluviatile Verlagerung, auch als fluviatile Wanderung bekannt, bezieht sich auf den Prozess, bei dem sich der Verlauf eines Flusses durch den Transport und die Ablagerung von Sedimenten ändert. Dies kann durch natürliche Prozesse wie Erosion und Sedimentation verursacht werden, aber auch durch menschliche Aktivitäten wie den Bau von Staudämmen und Deichbau. Fluviatile Verlagerungen können zu Veränderungen in der Form und dem Verlauf des Flusses sowie in der Umgebung führen, in der der Fluss fließt. Ein Beispiel für eine fluviatile Verlagerung ist die Bildung von Flussmündungen oder die Änderung des Flussverlaufs durch, wie hier, abgelagertes Material, das Kiesbänke bildet. .
Sedimentwanderungen können zu Veränderungen der Topographie und der Hydrologie führen, wodurch sich die Wasserdynamik und die Umweltbedingungen für die dort lebenden Pflanzen und Tiere verändern. Sie können auch zu Schäden an Uferbefestigungen und anderen Strukturen führen und in schlimmeren Fällen sogar zu Gefahren für die menschliche Sicherheit, wie zum Beispiel bei Hochwasser. Die Folge sind oft menschliche Eingriffe wie der Bau von Uferbefestigungen oder Lahnungen, um Strömungen zu steuern.
Strömungswechsel
Ein Strömungswechsel bezieht sich auf eine Veränderung der Richtung oder des Verlaufs einer Flüssigkeit, die sich durch einen Kanal oder eine Leitung bewegt. Dies kann in einem Fluss oder Bach auftreten, wenn sich die Strömung aufgrund von topographischen oder hydrologischen Veränderungen verändert.
An dieser Stelle finden Sich Weitungen und Verengungen des Flussbetts, die Auswirkungen auf die Topographie und die Hydrologie des Flusses haben und zu Veränderungen in der Wasserdynamik führen.

Schnellen und Stillen
Schnellen und Stillen sind Begriffe, die in der Hydrologie verwendet werden, um verschiedene Arten von Flussabschnitten zu beschreiben.
Schnellen beziehen sich auf Abschnitte in einem Fluss, an denen das Wasser schneller fließt als in anderen Bereichen. Dies kann aufgrund von topographischen Veränderungen wie Steigungen oder Engstellen im Flussverlauf auftreten, die die Strömung beschleunigen. Schnellen sind in der Regel durch kleinere Wellen und stärkere Strömungen gekennzeichnet.

Stillen sind Abschnitte in einem Fluss, an denen das Wasser langsamer fließt als in anderen Bereichen. Dies kann aufgrund von topographischen Veränderungen wie Senken oder Weitungen im Flussverlauf auftreten, die die Strömung verlangsamen. Stillen sind in der Regel durch größere Wellen und geringere Strömungen gekennzeichnet und können für Schwimmer oder andere Wassernutzer sicherer sein.
Die Existenz von Schnellen und Stillen in einem Fluss hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Topographie, der Menge und Qualität des Wassers und der Dynamik der Strömung. Sie können sich im Laufe der Zeit verändern und können durch menschgemachte Einflüsse wie den Bau von Deichen oder Staudämmen oder durch natürliche Ereignisse wie Hochwasser oder Erosion beeinflusst werden.
Gleit- und Prallhang
In einem Flusssystem stellen sich oft mäandernde Verläufe ein. In besiedelten Gebieten wurden Flüsse oft begradigt, was zu einer schnelleren Fliessgeschwindigkeit führt. Ein Gleithang ist eine geneigte Fläche, an der lose Materialien, wie zum Beispiel Schotter, Sand oder Kies, aufgrund von Einwirkungen wie Flussströmungen, Wellenbewegungen oder Erosion auf der Fläche gleiten, ohne sich zu bewegen. Dies kann entlang des Ufers eines Flusses oder innerhalb des Flussbetts auftreten und liegt einem Prallhang oft direkt gegenüber.

Gleithänge in Flusssystemen können zu Veränderungen der Topographie und der Hydrologie führen und können die Wasserdynamik und die Umweltbedingungen für die dort lebenden Pflanzen und Tiere verändern.
Gleithänge wurden entlang von Flüssen oft für menschliche Siedlungen benutzt, das das Terrain recht flach und durch das abgelagerte Material auch sehr fruchtbar war. Hier am Edersee finden sich viele Ortschaften an Gleithängen. Etwa Kirchlotheim, Herzhausen oder Harbshausen.
Ein Prallhang ist eine geneigte Fläche, an der lose Materialien, wie zum Beispiel Schotter, Sand oder Kies, aufgrund von Einwirkungen wie Flussströmungen, Wellenbewegungen oder Erosion in Bewegung geraten und nach unten gleiten. Diese Bewegung wird als Sedimentwanderung bezeichnet.
Prallhänge in Flüssen können zu Veränderungen der Topographie und der Hydrologie führen und können die Wasserdynamik und die Umweltbedingungen für die dort lebenden Pflanzen und Tiere verändern. Sie können auch Auswirkungen auf die Infrastruktur haben und in bestimmten Gebieten zu erheblichen Schäden führen.
Die ursprüngliche Mäandrierung eines Flusssystems ist trotz der erfolgten Begradigung noch an der Landschaft abzulesen, indem Prall- und Gleithänge betrachtet werden. Auch Altarme geben Hinweise darauf.
Flusskiesel
Flusskiesel sind kleine, meist rundliche Steine, die in Flüssen und anderen Gewässern gefunden werden. Sie werden durch natürliche Prozesse wie Erosion, Abrieb und Transport gebildet und bestehen in der Regel aus harten, widerstandsfähigen Gesteinen wie Granit, Kalkstein oder Quarz.
Flusskiesel haben in der Regel glatte, polierte Oberflächen, die durch die ständige Reibung gegen andere Steine und Gesteine im Fluss entstehen. Sie können in verschiedenen Größen und Formen vorkommen und haben in der Regel Farben, die dem Gestein entsprechen, aus dem sie bestehen.
Flusskiesel sind in vielen Teilen der Welt verbreitet und können in Flüssen aller Größen und in allen möglichen Klimazonen gefunden werden. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Hydrologie und in der Ökologie von Flusssystemen und werden oft als natürliche Ressource für den Bau und andere industrielle Anwendungen genutzt.
Zu den Fragen:
Von der Brücke aus kannst Du in südöstlicher Richtung, flussabwärts, einige durch abgelagertes Sediment angelegte Inseln im Flussbett erkennen.
a. Folgen diese einer bestimmten Anordnung oder Häufung? Woran könnte das liegen, was vermutest Du?
b. Die Lokation liegt in der ungefähren Mitte eines etwa einen Kilometer langen recht geraden Teilstücks der Eder ohne nennenswerte Biegungen im Flussverlauf. Vermute, wie es zu dieser Geraden kommt, welcher Einfluss war hier maßgeblich? Vermute.
c. Oberhalb der Brücke findest Du keine Flussinseln aus abgelagertem Sediment, unterhalb jedoch schon. Welcher Unterschied im Fluss verursacht dies?
d. Etwa 7 Kilometer flussaufwärts finden sich der Affolderner See und oberhalb dessen die Ederseesperrmauer. Welchen Einfluss haben diese menschlichen Eingriffe auf die bis hierher mitgeführten fluviatilen Sedimente?
e. Prallhang und Gleithang liegen sich in der Regel gegenüber. Welche Unterschiede in der Fließgeschwindigkeit vermutest Du und worin äußert sich dies sichtbar?
f. Erstelle ein Foto von mindestens drei von Dir gefundenen unterschiedlichen Mineralien. Kannst Du mindestens zwei davon bestimmen? Vielleicht kann Dir die Tafel helfen.
g. Füge Deinem Log ein Foto hinzu, dass Deine Anwesenheit vor Ort zweifelsfrei nachweist.
Quellen:
- Wikipedia
- HLUG
- Mineralienatlas
- Geologie - Naturpark Kellerwald-Edersee