Da ich mittlerweile temporärer Helferzwerg der Erdzwerge bin und somit auch die Position eines Botschafters inne habe, möchte ich Euch an dieser Stelle auf das, im Oktober 2025 stattfindene, 6. IEE - das 6. Internationale Earthcache Event aufmerksam machen.
Für Mehr klickt den GC-Code GCAMM0N

Wir freuen uns auf Euch!!!
Eine Bitte vorab!
Nähert euch den Koordinaten bitte am Feldsaum entlang und den sichtbaren Spuren der Landmaschinen und der jagenden Zunft!
Beachtet hier den Zugangspunkt.
Bitte zerstört keine Saaten etc. und stellt euer CM so ab das Niemand behindert wird!
DANKE!

Die Toteislöcher von Müncheberg
Als gegen Ende des Pleistozän das subglaziale Maximum erreicht war und die Temperaturen wieder ansteigen, gingen auch die Eismassen zurück. Sprich: die letzte Kaltzeit näherte sich vor ca. 12000 bis 10000 Jahren dem Ende entgegen.
Wir befinden uns am Ende der Weichsel-Kaltzeit.
Wie wir wissen, gestalteten die letzten drei großen Kaltzeiten maßgeblich unsere Landschaft. Wobei die Weichsel-Kaltzeit unserer Region den letzten Schliff verpasste, denn: jeder Vorstoß der Gletscher aus dem Norden, den jede dieser Zeiten mit sich gebracht hatte, „überrollte“ und gestaltete die Landschaft wieder aufs Neue.
Dieser Prozess der Landschaftsformung begann vor ca. 400.000 Jahren, im Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten, mit der Elster-Kaltzeit. Danach gab es eine Warmzeit und die darauffolgende zweite Eiszeit wird als Saale-Kaltzeit bezeichnet und begann vor ca. 300.000 Jahren und währte ca. 175.000 Jahre. All das endete dann, nach einem neuen warmen Abschnitt, mit einer erneuten Kaltzeit, der Weichsel-Kaltzeit , jene hatte allerdings noch einige abgeschwächte Phasen in denen die Gletscher abtauten um wiederholt vorzudringen, zB die Brandenburger- und die Pommersche Vereisung.
(siehe Abb Eisvorstösse)
Wie weit die jeweiligen großen Gletschervorstöße innerhalb der drei letzten Kaltzeiten vorgedrungen sind lässt sich an einer Lage der Endmoränenzüge, welche die Gletscher zusammengeschoben haben, festmachen. Außerdem sind in diesen Landstrichen, bis zur Grenze der größten Inlandvereinigung, viele Mengen von Gesteinen und Mineralien aus dem Norden, wie zB dem Ostseeraum, verteilt. Besonders auffällig sind hier die Feuersteine, auch unter dem Namen „Flint“ bekannt. Habt Ihr euch nicht auch schon manchmal gefragt, warum hier genau die gleichen Steine wie am Ostseestrand zu finden sind....
Aber das ist natürlich nicht Bestandteil dieses Caches.
Achtet doch trotzdem einmal auf eurem Weg im Erlebnisraum darauf und schaut, ob ihr auch hier Feuersteine finden könnt.
Der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten verändert das Landschaftsbild in Nordeuropa komplett. Die Gletscher schoben und transportierten Unmengen von Steinen, Sanden und Erden in unsere Breitengrade.
Aber was geschah mit den ganzen Eismassen?
Sie begannen abzutauen. Das passiert nicht über Nacht, nein, durch die Dicke der Eismassen und dem immer nachrückenden Eisnachschub dauert dies natürlich einige Dekaden bis mehrere 100 Jahre. Der größte Teil der Wassermassen strömte dann in die Urstromtäler, versickerte oder befüllte Seen.
Das Abtauen verlief aber nicht gleichmäßig, sodass überall kleine und große Eisblöcke liegen blieben. Hier und da brachen Blöcke ab oder wurden durch das Schmelzwasser abgetrennt. Da diese Blöcke dann vom Haupteis liegen blieben, werden diese als TOTEISBLÖCKE bezeichnet. (Siehe-Abb-Gletscher)

Sölle
Nachdem die Toteisblöcke abgeschmolzen waren, entstanden dann an diesen Stellen unsere immer! runden oder ovalen Kuhlen. Die sogenannten Sölle, bzw. Toteislöcher oder auch Feldsölle. Rund um Münchberg gibt es ungefähr 180 registrierte Sölle. Ein Stück weiter bei Lietzen sind noch 19 dieser Toteislöcher verzeichnet. In Richtung Uckermark steigt die Anzahl bedeutend an und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es ca. 390 bekannte Sölle.
Entstehung
Wie aber genau entstanden diese Sölle?
Der Entstehungsprozess ist eigentlich ganz einfach und relativ "kurz" erklärt, (Der_Cacher_Bo meint sogar, Das zu verstehen ist kinderleicht ...).
Seht hierzu die Abbildung 1:
Der TOTEISBLOCK lag in der Landschaft und wurde, was Voraussetzung für die Entstehung der Sölle war, von den mitgebrachten „Schuttmassen“ meterdick bedeckt und blieb so länger vor dem Auftauen geschützt. Das verlangsamte dann den eh schon langen Zeitraum, den es zum Abtauen der Eismassen benötigte, erheblich. Doch schließlich kam es doch zum Abtauen der isolierten Eisblöcke und dadurch entstanden dort Hohlformen. Und genau diese Hohllöcher bzw. Sölle können wir hier an den Koordinaten sehen.

Die Eisblöcke schmolzen also und das Schmelzwasser versickerte zum Großteil. Die Sedimente, Geschiebe und Sande sackten so nach und nach auf den Boden der entstandenen Kuhle und bedeckten Diese vollständig.
Nun werden die Sölle noch in drei Gruppen bzw. Entwicklungsphasen unterteilt, das hängt davon ab, wie das Grundwasser steht und wie sich dadurch die Flora entwickeln konnte und durch den Verfall von Pflanzenresten den Boden weiter abdecken konnte. Somit kann man die Stadien auch gut am Bewuchs erkennen. Stehen zB Schilfe oder Ähnliches im Soll so ist es das Typische (Abb. 2). Wachsen eher Trockengräser, Brennnessel und Goldrute ist es nach aller Wahrscheinlichkeit ein verdecktes Soll.
Typisches Soll Abb 2
Ertrunkenes Soll Abb 3
Verdecktes Soll Abb 4
Feldsölle sind mittlerweile wieder kleine Oasen inmitten der Agrarflächen. In der Vergangenheit wurden viele der Sölle von der Landwirtschaft zur Entwässerung der Felder oder als Bodenlieferant genutzt und sogar, zu Gunsten der Fläche, zugeschüttet. Seit den 90er Jahren wurden einige zu geschützten Bestandsdaten wie Bio- und Geotopen erklärt und können sich somit erholen. Es Werden auch durch Fördermittel Sölle instand gesetzt und so die Spuren falscher landwirtschaftlicher Nutzung behoben. Die Sölle werden zum Beispiel durch 10 - 50 Meter breite Schutzstreifen vom Acker getrennt und können somit ihre Habitatfunktion erfüllen.
Die Fragen und Aufgaben
Im Erlebnisraum
Hier benötgt ihr Lust und Laune etwas für eure Notizen, einen Zollstock und Zeit zum beobachten.
Definitiv empfohlen: festes Schuhwerk und lange Hosen!!!
Schaut euch alle 4 Toteislöcher (am besten in, wie in den Wegpunkten, angegebener Reihenfolge) genauer an und beantwortet folgende Fragen.

Aufgabe 1)
Zum Aufwärmen, der Klassiker unter den Eiszeitfragen:
Während welcher Phase in welcher Kaltzeit müssen die besagten Sölle entstanden sein?
Aufgabe 2)
(optional und freiwillig)
Habt ihr Feuerstein gefunden?
Aufgabe 3)
Schaut euch alle vier Sölle genau an!
Beachtet hierbei die Ausdehnungen, die Vegetation, die Lage im Gelände und sucht Hinweise auf ehemalige oder vorhandene Wasserstände.
a) Handelt es sich bei allen vier Söllen um den gleichen Typ oder sind sogar verschiedene vorhanden?
b) Haben die Wände die gleichen Abmessungen? Falls Nein, wie sind die Abmessungen des, eurer Meinung nach, Größten [in Breite und Tiefe (Zollstock)]!?
Freiwilliger Zusatz: versucht doch einmal zu errechnen, wie groß das Volumen des Eisblocks gewesen sein muss, wenn wir annehmen, dass dieser, ober- und unterhalb des Ackers zu gleichen Teilen lag und die „Schuttmassen“ eineinhalb Meter stark gewesen sind.
Ich bin gespannt, wie Eure Meinung zur Größe des Blockes ist.
Aufgabe 4)
Fasst eure Beobachtungen zum Gelände in einer Grafik zusammen und fügt diese Antworten, in Eurer Mail, bei.
Ihr kommt vom Zugangspunkt aus südlicher Richtung. Schaut euch das Gelände am besten von West nach Ost an und zieht vom äußersten Punkt von Soll 2 zum entgegen gesetzten Punkt von Soll 4 einen Horizont. Ist der gerade oder hat er eine Neigung? Ordnet nun die Sölle 1 - 4 nach Tiefe und Lage. Denkt euch nun eine Grundwasserlinie. Könnt ihr somit eure Aussage zu 3a) belegen?

(So könnte eine schnelle Skizze aussehen, aber Achtung ⚠️ das ist nicht die korrekte Lösung ⚠️. Hier wäre das Gelände nach Westen abfallend und Soll 1 mit das Größte und hätte einen Wasserspiegel oder zumindest Wassermarken. Soll 3 wäre morastig und zu Letzt Sölle 2 und 4 wären vermutlich Verdeckte und relativ auf einer Ebene.)
Das ist natürlich nicht so und nur ein Beispiel.
Der Innenteil
Toteislöcher selber machen
Hierzu benötigt ihr:
Ein Gefäß, Eiswürfel, Sand und Wasser zum Aufgießen.
Füllt zunächst eine relativ dünne Schicht Sand in euer Gefäß. Darauf platziert Ihr dann "Toteisblöcke" eurer Wahl, in verschiedenen Größen und auf verschiedenen Ebenen, und bedeckt dann alles mit Sand.
Nun heißt es mindestens eine Nacht warten.
Tipp: versucht unterschiedlich große Eisblöcke und packt nicht zu viel Sand auf's Eis.
Nachdem hoffentlich alles geklappt hat und das Eis geschmolzen ist, gießt dann vorsichtig vom Rand aus ein wenig Wasser auf und beobachtet, wie sich das "Grundwasser" in den Söllen verhält.
Viel Spaß.
Aufgabe 5)
Schreibt mir eure Beobachtungen, z.B. ob eckige Würfel auch runde Sölle geschaffen oder ob die Größe auch Auswirkungen hat oder die Lage im Boden maßgeblich ist. Hängt auch gerne Bilder Eures Experiments mit an den Log.



Fotopunkt

Kontakt
Eure Antworten und die Grafik sendet ihr vorzugsweise bitte an budsidewinder@gmx.de mit dem Betreff: Sölle bei Münchberg und vermerkt hier euren GC-Nick, sofern dieser nicht aus der Mailadresse ersichtlich ist. (Aber natürlich geht das auch über meine Profiladresse oder das Message Center.) Loggen könnt ihr sofort, ich werde mich melden falls etwas nicht richtig ist. PFLICHT : Das Foto vom Ort des Geschehens.
(Über eine ausführliche Dokumentation des Experiments in Fotoform im Loganhang würden wir uns sehr freuen.)
Protokolle ohne Vorortfoto bzw. ohne zugehörige Mail werden kommentarlos gelöscht.
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Quellen
https://beats-and-bones.podigee.io/28-neue-episode
Martin Meschede
Geologie Deutschlands / Ein prozessorientierter Ansatz,
2. Auflage
THOMAS KALETTKA
Die Problematik der Solle (Kleinhohlformen) im Jungmoränengebiet Nordostdeutschlands
Frank Rudolf
Eiszeit, Das Abenteuerbuch für Sammler und Forscher
DVL, Sölle und andere Kleingewässer, Hinweise zu Biotop- und Landschaftspflege (Landesumweltamt Brandenburg)
Alle Bilder und Skizzen sind vom Bo und von mir.

Skizzen von Der_Cacher_Bo zur Entstehung der Sölle und Anleitung für's Experiment.
Danksagung
Dank geht an alle Besucher meiner anderen EC's und ihren meist korrekten Antworten und schönen Logeinträgen. Auch ich konnte doch noch Einiges dazulernen und entdecken. Weiter natürlich dem Bo, der diesen EC mit seiner Neugier und Ausdauer vorangetrieben hat. Dann noch olle kalkeule und die Besitzer deren EC's ich das vergangene Jahr besuchen durfte, ganz voran Sternenstaub29 (du hast vollkommenes Recht! Man muss nur die Augen offen halten), Raubritter, Roadrunner86, DiDan & Listx... und GeoawareDE13 für die Betreuung.