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1200 Jahre Erdfall Arendsee EarthCache

Hidden : 7/10/2023
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Earth-Cache zum 1200. Jahrestag des Erdfalls vom Arendsee

Unser erster Besuch an diesem herrlichen See geht zurück auf das Jahr 1990. Die innerdeutsche Grenze war zum Glück wenige Wochen zuvor gefallen und die neue Freiheit nutzten wir seinerzeit oft, diverse östlich der ehemaligen Grenze liegende Ziele anzusteuern. Der Arendsee war eines der ersten Ausflugsziele und schon damals war ich sehr begeistert von diesem herrlichen Stück Land - auch wenn eine Umrundung seinerzeit meines Erachtens noch nicht möglich war... Heute könnt Ihr den See auf einem gut 10 km langen Wanderweg ohne große Steigungen problemlos umrunden. Der lange Spaziergang ist sehr empfehlenswert, zum Beantworten der Fragen aber nicht unbedingt notwendig. Wer das erste Mal hier ist, weiß hoffentlich nach seinem Besuch, was er bisher verpasst hat!

 

Der Arendsee                                    

Der Arendsee ist ein rundlich-ovaler See in der Region Altmark. Der See liegt im Altmarkkreis Salzwedel und hat keine nenneswerten Buchten, hebt sich ob seiner Größe und seiner Tiefe aber deutlich von anderen Seen ab: er ist zum einen der tiefste natürliche See im Bundesland Sachsen-Anhalt. Mit über fünf Quadratkilometern Wasseroberfläche ist er aber auch der größte natürliche See. Für sein heutiges Aussehen sind zwei dokumentierte Erdfälle verantwortlich. Unter dem See befindet sich nämlich eine Ansammlung festen Steinsalzes, welches durch die Wirkung des Grundwassers wegbrach! Entstanden ist der größte Einbruchsee in ganz Norddeutschland und diesen wollen wir mit diesem EarthCache würdigen.

Wer sich einen umfangreichen Eindruck von der Größe des Sees verschaffen möchte, dem empfehlen wir natürlich eine komplette Umrundung auf dem gut ausgebauten, etwa 10 km langen Wanderweg! Dieser führt Euch u.a. an den Rand des gleichnamigen Städtchens Arendsee an dessen Südufer. Hier findet Ihr unweit des Sees auch ein gut erhaltenes, sehr sehenswertes ehemaliges Benediktinerinnenkloster aus dem 12. Jahrhundert. Auf dessen Gelände ist ein Heimatmuseum untergebracht und aktuell werden dort - vor der malerischen Kulisse von Teilen der Klosteruine - Theaterstücke aufgeführt. Ebenfalls auf dem Klostergelände findet Ihr die Informationstafel zum Erdfall und die Mahlsteine der versunkenen Mühle (sh. dazu Wegpunkt 4). Ihr könnt Euch so einen guten Überblick darüber verschaffen, welche Erdmassen hier zuletzt im 17. Jahrhundert bewegt worden sein müssen. Denn all das Gestein, dass zwischen der maximalen Nord-/Südausdehnung von gut 2 Kilometern und der maximalen West-/Ostausdehnung von 3,3 Kilometern NICHT mehr vorhanden ist, ist durch den Erdfall abgesackt! Wasser füllt heute dieses entstandene Loch mit einer aktuellen Fläche von 514 Hektar, bei einer maximalen Wassertiefe von 50 Metern (der tiefste Punkt des Grundes befindet sich nach den Messungen sogar bei rund 27 Metern unter dem Meeresspiegel).

 

Die Entstehung des Sees

Eine Toteisablagerung in der Saale-Kaltzeit vor 100.000 bis 150.000 Jahren ist der Ursprung des Arendsees. Allerdings unterscheidet sich die Geschichte seiner Entstehung doch deutlich von der Mehrzahl vergleichbarer natürlicher Seen im norddeutschen Tiefland dahingehend, als dass er eben nicht wie diese eiszeitlich oder periglazial entstanden ist. Ganz Norddeutschland ist grundsätzlich geologisch geprägt vom Gletschereinfluss. So hat der Gletscher natürlich an seiner Basis umfangreiche Mengen von Geschiebemergel abgelagert. Diese sogenannten Lockersedimente sind auch die hier abgerutschen bzw. eingefallenen Teilchen, deren verbliebene, insgesamt etwa wannenförmige Außenstruktur Ihr an den Hängen noch sehen könnt. In unserer schematischen Darstellung könnt Ihr gut erkennen, dass der See direkt über einem bemerkenswerten Salzstock liegt, den tiefes Grundwasser massiv ausgelaugt hat (Subrosion). Das führte zu mindestens zwei Einbrüchen des Deckgebirges des Salzstocks, Wasser füllte den entstandenen Krater und gab dem See seine heutigen Dimensionen. Zwei nachweislich dokumentierte Einbrüche aus den Jahren 822 und 1685 machten den See zu dem, was er heute ist: zum größten wassergefüllten Erdfall, Einbruchsee oder auch Seefall neben dem Zwischenahner Meer in ganz Norddeutschland! Beim zuletzt dokumentierten Einbruch im Jahre 1685 unserer Zeit, versank wohl auch die Mühle des Ortes im Wasser. Die Oberfläche des Sees soll sich mit diesem Ereignis schlagartig um 20 Hektar erweitert haben! Nach dem betroffenen Müller Arend soll wohl auch der See und der Ort benannt worden sein – so kann man es in der Sage zur Entstehungsgeschichte des Sees nachlesen! Bewiesen ist dagegen die Tatsache, dass man bei Tauchgängen im See zwei Mahlsteine lokalisiert und mit Hilfe des örtlichen THW auch geborgen hat. Diese sind neben der im Jahre 2022 – zum 1200. Jubiläum des Erdfalls – eingeweihten Informationstafel zum „Erdfall Arendsee“ am ausgewiesenen Wegpunkt 4 auf dem Gelände des Klosters / Museums zu betrachten.

 

Was ist ein Erdfall?

Ein Erdfall entsteht durch das Ein- / Nachbrechen von nicht wasserlöslichen Deckschichten, die sich über einem natürlichen Hohlraum befinden - es entsteht eine Senke an der Erdoberfläche. Bei den durch Subrosion entstehenden Hohlräumen im Untergrund handelt es sich um eine Kasterscheinung. Die eher leicht löslichen Gesteinsbestandteile wie Kalkstein, Salz oder Steinsalz werden dabei beispielsweise durch Sickerwasser ausgelaugt und brüchig, was zum Einbrechen des Bodens führen kann. Ein sehr schönes Beispiel für einen solchen Erdfall bietet sich Euch auch hier in Arendsee - wir haben versucht dieses Ereignis auf dem folgenden Bild schematisch darzustellen:.

Die hier am Erdfall in Arendsee entstandene Absenkung nennt man im geotechnischen Sprachgebrauch auch Erdfalltrichter bzw. -absturz. Dieses Phänomen lässt sich am Wegpunkt 2 hervorragend erkennen: hier liegen die Abbruchkante des Erdfalls auf der einen Seite und das Seeufer auf der anderen, nur durch wenige Wegmeter, aber etliche Höhenmeter voneinander getrennt, sehr dicht beeinander – der Abbruch der Lockersedimente ist hier eindeutig zu erkennen. Ist der Grund für die Absenkung des Bodens bedingt durch Bergbau, dann spricht man nicht von einem Erdfall, sondern von Pingen oder Tagbrüchen.

 

Um diesen Earth-Cache loggen zu können, beantwortet bitte nachfolgende Fragen durch das Absenden einer E-Mail oder einer Nachricht an uns über unser Profil. Gerne dürft Ihr - wie üblich - Euren Besuch hier gleich nach dem Absenden der Antworten dokumentieren und mit dem Anhängen des erforderlichen Bildes an Euren Logtext belegen. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, dann werde ich mich melden. Für den Fall, dass Ihr Hilfe benötigt, scheut Euch nicht, das zu äußern - wie immer helfe ich gerne!

 

1. Was unterscheidet den Erdfall Arendsee von den meisten anderen Erdfällen in Norddeutschland in Bezug auf Größe und Ausmaß?

2. Glauben wir den Aufzeichnungen rund um die Entstehung der "Perle der Altmark" - in wievielen Schritten ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der heutige See in Größe und Ausmaß entstanden und wann genau war das demnach (gesucht sind zwei Jahreszahlen)? Bei einem Erdfall diesen Ausmaßes und dieser Form: wo vermutet Ihr die tiefste Stelle des Sees?

3. An WP2 kann man hervorragend erkennen, welches Ausmaß die Erdbewegung des Erdfalls gehabt haben muss. Hier kann man wunderbar das Profil des entstandenen Kraters erkennen - von der Abbruchkante ganz oben bis hinunter auf beinahe Wasseroberflächenniveau - und das alles auf wenigen Metern!

-> Hier befindet sich auch die größte gemessene Differenz von der Abbruchkante bis zum Niveau Eures Standortes (sh. dazu auch Spoilerbild). Wie hoch schätzt Ihr den Höhenunterschied an dieser Stelle?

-> Beschreibt die Geländestruktur an dieser Stelle (Was fällt auf? Was habt Ihr erwartet? Was habt Ihr ggfs. nicht so erwartet? Was ist bezgl. der Vegetation zu sehen? Woran kann man gerade bei den Bäumen am oberen Rand des Erdfalls erkennen, dass der Boden abgesackt ist?)

-> Schaut Euch die obere Kante des entstandenen Kraters an: Wie unterscheidet sich das Material des dort vorhandenen Bodens zu dem von Eurem Standort?

4. Macht bitte an WP3 mindestens ein Foto von Euch, Eurem GPS oder einem aussagekräftigen Namensträger (z.B. ein Zettel mit Eurem Nicknamen darauf) auf dem Steg! Dabei sollte einer der beiden Poller für die Bootsanleger an der linken oder rechten Außenseite des Stegs und der Arendsee im Hintergrund zu erkennen sein und hängt es an Euren Logtext.

 

Wir hoffen, Ihr habt bei der Wanderung um den See genau so viel Spaß wie wir und wünschen Euch ganz viel Spaß bei dieser kleinen geologischen Entdeckungsreise zum 1200. Jahrestag eines denkwürdigen Ereignisses!

 

Quellen und Lesenswertes:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arendsee_(See)

https://de.wikipedia.org/wiki/Erdfall

https://www.volksstimme.de/lokal/salzwedel/als-plotzlich-der-boden-nachgab-1103798

 

Fotos und Abbildungen sind sämtlichst aus dem Hause SATJA PEPE

 

Additional Hints (No hints available.)