Allgemeines
Das Wimbachtal ist ein mehr als 10 km langes Hochtal der Berchtesgadener Alpen im Zentrum des Nationalparks Berchtesgaden in der Gemeinde Ramsau. Zwischen Watzmann im Osten und Hochkalter im Westen gelegen, beginnt das Tal unterm Pass Trischübel (1774 m) zwischen Watzmann und Steinernem Meer und zieht recht bald beständig in nordöstlicher Richtung.
Die Gebirgsregion der Berchtesgadener Alpen zählt zu den Nördlichen Kalkalpen und hat eine Größe von ca. 1.000 Quadratkilometern. Die Entstehung der dortigen Gesteine geht bis zum 200 Millionen Jahre zurück, indem Ablagerungen aus dem Urozean Tethys dieses Gebirge bildeten. In die Höhe wuchs das Gebirge jedoch erst vor rund 140 Millionen Jahre, als der afrikanische Kontinent zu Beginn der Kreidezeit nordwärts nach Europa driftete und die Ablagerungen so aufgefaltet und teilweise übereinander geschoben hat. Es herrschten gewaltige Kräfte, um die Gesteinsmassen in die Höhe zu heben, sodass daraus die heutigen Alpen entstehen konnten. Heutzutage erkennt man diese Faltungen und Bankungen des Gesteins an einigen Stellen im Nationalpark. Sehr gut sichtbar sind diese beim Blick aus dem Wimbachtal in die Watzmann-Westwand, was zugleich auch Thema dieses EarthCaches ist.

Faltengebirge
Wenn man von Faltengebirge spricht, dann handelt es sich um eine spezielle Form von Gebirgen, die durch mindestens zwei tektonische Platten der Erdkruste entstanden sind. Bei der Entstehung eines Faltengebirges haben sich die Platten aufeinander zubewegt und so gegenseitig Druck ausgeübt. Die Folge daraus ist, dass sich die Kruste an den Kontaktzone der beiden Platten verformt und emporgedrückt (aufgefaltet) wird und so das Gebirge entsteht. Es können sich bei so einem Prozess sowohl einzelne Bergketten, aber auch ganze Kettengebirge (mehrere parallel Bergketten) bilden. Faltengebirge zählen zu den häufigsten Hochgebirgsformen auf der Erde.
Faltung
In der Geologie spricht man von einer Falte bzw. Faltung, wenn eine oder mehrere Grenzflächen wie etwa die Schichtung von Sedimentgesteinen eine Verbiegung oder eine Krümmung aufweisen. Dabei werden die Gesteinsschichten durch Druck von außen zumeist wellenförmig verformt und bilden so eine Faltung. Die Falte gliedert sich dabei in unterschiedliche Bereiche auf.
Scharnier: Kleinster Radius, oft am Scheitelpunkt zu finden, muss aber nicht zwingend dort sein.
Scheitel(-punkt): höchster Punkt einer Falte.
Trog: tiefster Punkt einer Falte.
Wendepunkt oder Umbiegepunkt: Übergang von der einen in die andere Falte.
Schenkel oder Flanke: Bereich zwischen Scheitelpunkt und Wendepunkt. Bei gekippten Falten kann man die beiden Schenkel noch unterteilen in Vorderschenkel (der kürzere) und Rückschenkel (der längere).

Liegt eine mechanische Faltung vor, unterscheidet man hier anhand der Gesteinsschichten:
Kompetente Gesteine: Hierzu zählen vor allem dickbankige, harte Gesteinsschichten, die einer Verformung massiven Widerstand entgegensetzen und deshalb ihre Mächtigkeit auch bei hohem seitlichem Druck nur minimal ändern.
Inkompetente Gesteine: Darunter fallen Gesteine, die plastisch und leicht verformbar sind, sodass hier wenig Druck notwendig ist, um eine Faltung hervorzurufen.
Natürlich gibt es in der Geologie nicht immer nur "entweder oder", sondern es kann bei der Faltung auch vorkommen, dass abwechslungsweise kompetente und inkompetente Schichten verformt werden. Die Ausprägung einer Faltung kann dabei deutlich variieren. Ob mikroskopisch klein oder in Gebirgsgröße; hier sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Faltung kann in verschiedenen Maßstäben auftreten; von offenen langgezogenen Falten bis zu engen Falten.