Eine kleine Puzzlerunde quer durch die Zeit in Bad Neustadt a. d. Saale.
An den angegebenen Koordinaten findet ihr jeweils nur das Gebäude, das hier beschrieben ist. Wo die Dose ist, erfahrt ihr nach dem Puzzle. :-)
Die Runde wird immer mal wieder erweitert und führt über geteerte Wege.
Für all die vielen Infos und die wunderschönen Fotos möchte ich mich an der Stelle recht herzlich bei der Stadt Bad Neustadt und dem Stadtarchiv bedanken, ohne die diese Serie nicht möglich gewesen wäre.
Zum goldenen Schwan
Schon lange vor 1500 war in Neustadt bereits ein Gasthof "Zum goldenen Schwan" bekannt.
Allerdings gab es damals strenge Regeln, was die Beherbergung anging. In der Feuerordnung von 1550 steht geschrieben: "Es soll kein Fremder und kein Unbekannter, es sei Manns- oder Frauensperson außer der offen Wirtshäuser gegastet oder geherbergt werden."
Als Schwanenwirt und Postmeister (später Posthalter) von 1649 ist Johann Rummel oder Rommel in den alten Aufzeichnungen zu finden. Er war unter anderem für die Amtspost der Stadt zuständig.
Neustadt war eine wichtige Station der Postlinien, da hier die Pferde gewechselt wurden und es ein wichtiger Knotenpunkt für die Post in Würzburg war. Zudem war es die erste Poststation, die als Privatanstalt auch stadtamtlich genutzt wurde, sofern nicht Stadtboten die Aufgaben übernommen haben.
Am 17. Oktober 1668 wird angeordnet, dass die Wirte Zettel von den Fremden ausfüllen lassen müssen. "Wann sie dahier ankamen, die Namen der Gäste, wer sie seien und woher sie kamen und wohin sie wollten, wie lange sie bleiben wollen. Alles solches auch in einem Zedel übergeben." Diese Zettel mussten am gleichen Abend noch der Stadt bzw dem Oberamtmann (heute Landrat!) vorgelegt werden.
Ab 1854 finden im Schwan und Post Gesellschaftsabende für die Bürger an bestimmten Wochentagen statt. Das Gasthaus und Hotel bot dabei besondere Vorzüge in Form von Billard, was hier auch für die normalen Bürger zur Verfügung stand.
1896 wurde Schwan und Post dann zum Hotel.
Vor 1900 gab es nur die beiden Hotels Schwan und Post und Goldener Mann (heute Sparkasse). Diese beiden hatten ihre eigenen "Omnibusse" mit Pferdevorspann. Von Bürgern wurden diese nur selten genutzt. Von den Fremden jedoch umso mehr.
(Quelle: A. M. Borst "Vom Brau- und Schankwesen")
Nach einer großen Sanierung des alten Schwan und Post und einer großzügigen Erweiterung erstrahlt das geschichtsträchtige Hotel heute in neuem Glanz.
Das obere Foto auf dem Puzzle zeigt die aktuelle Ansicht aus dem Jahre 2023 (Christian Pfitzner)
Die untere Reklame stammt etwa aus dem Jahre 1900. Besonders schön finde ich, dass hier mit einem "Schreibzimmer mit elektrischem Licht" geworben wird. (Stadtarchiv)
So, genug gelesen. :-) Hier nun der Link zum Puzzle