Die Oberweißbacher Bergbahn überwindet auf 1.387 Metern Strecke einen Höhenunterschied von 323 Metern. Das entspricht einer Steigung von etwa 25 Prozent. Überlegungen, die Höhenorte Lichtenhain, Oberweißbach, Deesbach und Cursdorf an das Schienennetz anzuschließen, gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts. 1919 wurde schließlich die Genehmigung zum Bau einer Bergbahn erteilt. Andere Varianten wie die einer Adhäsionsstrecke wurden meist wegen der zu errichtenden Kunstbauten und den dadurch entstehenden hohen Kosten verworfen. Am 14. August 1919 wird die Oberweißbacher Bergbahn AG gegründet. Die Bauarbeiten begannen im September 1919. An der Obstfelderschmiede werden die Talstation und ein neuer Haltepunkt der Schwarzatalbahn errichtet. Über eine Drehscheibe besteht eine Verbindung von der Schwarzatalbahn zur Bergbahn. Auf der Güterbühne kann ein Güterwagen transportiert werden, der dann über eine weitere Drehscheibe an der Bergstation auf der Flachstrecke weitertransportiert werden kann. Am 15. Februar 1922 wurde der Güterverkehr eröffnet. Ab dem 1. März 1922 gab es nach dem Einbau der Fangvorrichtungen erste Personenbeförderungen als Sonderfahrten. Die eisenbahntechnische Endabnahme erfolgte am 15. Januar 1923, am 27. Januar 1923 wurde die Genehmigung zur Eröffnung des Personenverkehrs erteilt. Die offizielle Eröffnungsfeier war am 15. März in Oberweißbach. Die Bergbahn feiert in diesem Jahr also das hundertjährige Jubiläum. Während die offizielle Bergbahnfestwoche im Juni stattfindet, möchte ich mit euch das Jubiläum bereits am 18. März feiern.

Wir treffen uns etwa auf der Hälfte der Strecke an der kleinen Schutzhütte. Dort können wir sehen, wie sich die beiden Wagen begegnen und über die Abtschen Weichen auf das richtige Gleis geleitet werden. Eine Abtsche Weiche hat keine beweglichen Elemente wie eine Weichenzunge. Vielmehr ist das äußere Rad ein Doppelspurkranzrad und das innere ein Walzenrad. Diese und weitere Besonderheiten der mit einer Spurweite von 1.800 Millimetern breitspuringen Bergbahn sind auf zahlreichen Informationstafeln entlang des Technischen Bergbahnlehrpfades dargestellt und beschrieben.

Ich empfehle die Anreise mit der Schwarzatalbahn und natürlich sollte man auch die Fahrt mit der Bergbahn und auf der Flachstrecke genießen. Das alles gibt es mit einem Tagesticket der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn für 15 EUR oder schon für 12 EUR für Inhaber einer Bahncard oder eines Thüringen-Tickets sowie für Schüler und Studenten. Kinder von 6 bis 14 Jahren bezahlen nur 4 EUR.

Von der Bergstation sind es nur etwa 600 Meter bis zum Event, von der Talstation ist es ein guter Kilometer zu Fuß. Für Fahrräder oder Kinderwagen ist der schmale und steile Pfad, der teils über Wurzeln geht, nicht wirklich geeignet.
Wer sich vor oder nach dem Event stärken möchte, kann das am BahnHofladen in Rottenbach oder am Imbiß an der Talstation tun. Das Bistropa-Restaurant an der Bergstation hat im März vermutlich noch geschlossen. Dafür kann man sich an der Bergstation das Maschinarium und den Fröbelwald ansehen.
Die Revision der Bergbahn beginnt übrigens am 20. März, also erst nach unserem Event.
