Ein Radwerk war ein im Mittelalter entwickelter und ungefähr bis zum Jahr 1900 verwendeter, heute technisch überholter Hochofentyp. Diese Hochöfen dienen der Eisengewinnung . Als Brennmaterial wurde Holzkohle eingesetzt. Um für die Eisenerzeugung möglichst hohe Temperaturen in den Schmelzöfen zu erzielen, wurde Luft mit Hilfe von Blasebälgen geblasen. Diese Blasebälge wurden zuerst mit Tretwerken und ab dem 13. Jahrhundert mit Wasserrädern betrieben. Daher legen diese Schmelzhütten immer an Flüssen oder Bächen und ein typisches Bauelement war das Wasserrad, daher der Ausdruck „Radwerk“ für eine solche selbstständige Schmelzanlage zurückgeht. Die Radwerke entsprechen den in einigen deutschen Regionen genannten bekannten vorindustriellen dortigen Eisenproduktionsstätten, die Reitwerke (Reidtwerke, Reidewerke) und deren Betreiber Reidemeister (Reitmeister, Reidtmeister, Raitmeister wurden.
Eine andere Bezeichnung für ein Radwerk ist Blähhaus oder Blahhaus. Blähen kommt von Blasen, damit ist das Einblasen der Luft in den Hochofen durch die Blasbälge gemeint. Die Blahhausleute, auch Bleier oder Bläher genannt, haben die Befüllung des Schmelzofens und den Schmelzvorgang durchgeführt und kontrolliert.
Die Besitzer der Radwerke wurden Radmeister genannt.
In der Steiermark sind zahlreiche Radwerke belegt und sie besitzen von dem Erzvorkommen am Erzberg bei der Stadt Eisenerz in der Gebirgsgruppe der Eisenerzer Alpen. Das letzte seiner Art, das Radwerk IV in Vordernberg wurde 1911 eingestellt. Hier kann man heute zwei dieser ursprünglich 14 Radwerke in einem Industriemuseum besichtigen. Dazu gehören das vollständig erhaltene Radwerk IV sowie der Steinerne Ofenstock und das Gebläsehaus vom Radwerk III. Dies gilt auch für den frühesten Typ einer Dampfmaschine auf österreichischem Boden. Weiters stehen in Vordernberg auch noch die Reste des Radwerks I und auch der Ofenstock des Radwerks X
Quelle: Wikipedia
Mir als Stahlwerker ist es ein besonderes Anliegen, die Geschichte der Eisen- und Stahlerzeugung vor allem in Vordernberg und Umgebung am Leben zu erhalten. Vielleicht hat der eine oder andere Interesse, diese Geschichte im Zuge eines Museumsbesuches im Radwerk IV kennenzulernen.
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