Gelebtes Embrach
« Erinnerungen an ein vergangenes Jahrhundert »
Katrin Sutter und Vanessa Sonder
Früher läuteten die Kirchenglocken in Embrach im Sommer morgens zweimal, einmal zur Betzeit um 5 Uhr, nicht nur zum Beten, sondern auch für die Bauern, da sie ja die Milch um sechs in die Hütte bringen mussten. Und dann noch einmal um sechs Uhr. Das geht auf eine Legende zurück.
Zwei vorneme, fromme Fräuleins von Pfungen liebtn den Klang der Glocken besonders gut und wollte noch ein zusätzliches Mal beten im Sommer. Sie schenkten Embrach einen Waldteil in Pfungen, im Gegenzug verpflichtete man sich, in den Sommermonaten morgen zweimal die Glocken in Embrach läuten zu lassen. In alten Aufzeichnungen kann man lesen, dass irgendwann zwischen 1524 und 1540 dieser Waldteil an Embrach ging. Diese Legende stimmt wohl.