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Lost Place: Schwarzer Hof (Scheichlhaus) 2.0 Traditional Cache

Hidden : 4/5/2023
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Ein weiterer Lost Place in meiner Heimatstadt Eisenerz. Und eine Wiederauferstehung meines Caches vor ca. 9 Jahren :-)

Da dieser damals leider verschwunden ist, bitte ich um besondere Vorsicht beim Heben, da sich gegenüber ein Gasthaus befindet.

Zur Geschichte dieses Lost Places: 

Schwarzer Hof

 

 

 

Der Schwarzer Hof, auch Scheichlhaus genannt, ist ein Gebäude, das sich in der Flutergasse 9 in Eisenerz befindet. Es ist das Herrenhaus zum Radwerk 6 und eines der letzten, original erhaltenen, mittelalterlichen Radmeisterhäuser der Steiermark. Trotz Umbauten, Erweiterungen und Fassadengestaltung des 16. Jahrhunderts ist auch heute noch sein Erscheinungsbild im Stil der Renaissance erhalten.

 

Baubeschreibung

Das dreiflügelige, zweigeschoßige Gebäude umschließt einen Innenhof mit einer Seite Säulenarkaden über beide Geschosse. Die Arkadenbreite im Unter- und Obergeschoß ist wie 1 : 2.  Sgraffitodekorationen  des 16. Jahrhunderts von oberitalienischen Handwerkern - Beleg? finden sich sowohl im Innenhof als auch an den Außenfassaden, großteils jedoch unter einer späteren Putzschicht nicht freigelegt. Über dem Portal ist ein Inschriftenstein mit Wappenrelief aus dem Jahr 1589 eingemauert. Darauf sind der Name Georg Scheichl sowie als Inschrift ein Spruch von  Prosper Tiro von Aquitanien zu lesen:

„Nunquam bella bonis, nunquam certamina desunt
Et, quocum certet, mens pia semper habet.“

„Niemals mangelt es den Guten an Kriegen, niemals an Streitigkeiten.
Und ein frommer Sinn hat immer jemand, mit dem er streiten muss.“

– Inschriftenstein 1589

 

Besitzgeschichte

Der Schwarze Hof wurde laut Angaben zu Beginn des 16. Jahrhunderts erworben. Bauforscher  haben jedoch mittels Putzschichtentreppen und Sondierungen an aussagekräftigen Stellen nachgewiesen, dass die älteste Bausubstanz bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Die Besitzer während der ersten Bauphase sind nicht bekannt, ebenso wenig, ob es sich damals bereits um ein Radmeisterhaus handelte. Spätestens seit 1524 war das Gebäude im Besitz von Erasmus Haidenreich, einem Radmeister und kaiserlichen Amtmann von Innerberg (ehem. Bezeichnung für Eisenerz). Später scheint Sebald Püchler als Besitzer auf. Um 1549 gelangte das Anwesen in den Besitz der einflussreichen protestantischen Radmeisterfamilie des Wolfgang Scheichl. Am Ende dieses unter dem Einfluss der  Reformationstehenden Jahrhunderts gehörte der Hof Georg Scheichl, der ihn 1589 zu einem repräsentativen  Renaissancebau  erweitert.

Da Georg Scheichl sich von der  Gegenreformation  nicht beeindrucken ließ und weiterhin dem  Protestantismus  zusprach, wurde er, wie einige andere Radmeister auch, um 1600 aus Eisenerz vertrieben. Sein katholischer Nachfolger war Georg Reinprecht. Auf ihn folgte ab 1623 Karl Schwarz, nach dem der Hof heute noch benannt ist. Schwarz behielt den Hof nur zwei Jahre, denn am 20. Oktober 1625 setzte als Folge einer Krise im Bergbau eine neue Ordnung des Eisenwesens ein. Sämtlicher Radwerksbesitz wurde zwangsvergesellschaftet und an die von den Kammergrafen gegründete  Innerberger Hauptgewerkschaft  übergeben, die eine  bergrechtliche Gewerkschaft  im Sinne einer Kapitalgesellschaft war. 1881 ging die Innerberger Hauptgewerkschaft in dieÖsterreichisch-Alpine Montangesellschaft  ein und damit auch der Schwarze Hof. Als Teil der Montangesellschaft gehörte der Hof während des Zweiten Weltkriegs einer Tochtergesellschaft der  Reichswerke Hermann Göring  , der „Reichswerke Aktiengesellschaft für Erzbergbau und Eisenhütten, Hermann Göring“. Nach Kriegsende ging der Besitz am Schwarzen Hof in die ab 1946 verstaatlichte  VÖEST  über, in deren Hand er bis 1978 blieb. Per 1. Jänner 1979 wurde er an eine Tochtergesellschaft der VÖEST, die „Gemeinnützige Industrie Wohnungs Ges.mbH Eisenerz“ (GIWOG), übergeben. Bis 200 erfassten sich Genossenschaftswohnungen im Schwarzen Hof.

Im Juli 2004 hat der „Verein zur Erforschung und Erhaltung der Österreichischen Baukultur“ (Baukulturstiftung) den Hof übernommen und mit der gründlichen Erforschung und Dokumentation sowie der sanften Renovierung des Gebäudes begonnen.

 

Baugeschichte

Die erste Bauphase

Die Forscher der Baukulturstiftung weisen in ihren Untersuchungen nach, dass als älteste Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert ein dreigeschoßiger Kernbau vorhanden ist, sowie ein anschließender, nicht unterkellerter Teil, der im Folgenden die heutige Front zur Flutergasse ausmacht. Von dem nicht unterkellerten Raum führt ein Abgang in den Keller, der im Originalzustand erhalten ist. Der Keller ist die Ursache für die versetzte Geschoßanzahl sowie für unterschiedliche Raumhöhen, durch die die Räume im Obergeschoß wieder auf dasselbe Niveau gebracht wurden. Ein zwischen beiden Räumen befindliches Fenster gibt den Forschern noch Rätsel auf. Die Art der ursprünglichen Deckenkonstruktionen ist noch nicht geklärt(wahrscheinlich flache Holzdecken) - Beleg?. Das derzeit vorhandene Gewölbe wurde,

Ein weiterer Gebäudeteil entstand im Südosten und wurde in Richtung Westen mit einer Umfassungsmauer verlängert, deren Ende nicht mehr feststellbar ist. Nach Abtragen des rezenten Verputzes im Inneren dieses Bauteils wurden in Einem Raum mehrere Abdrücke von Holzbalken im Mauermörtel gefunden. Die Abdrücke lassen darauf schließen, dass es sich dabei um eine  Blockwerkstube  handelt, eine Bautechnik, wie sie auch bei mittelalterlichen Burgen und größeren  Profanbautenwurde, um eine bessere Wärmedämmung zu erreichen. Dabei wurde zunächst eine Holzkonstruktion (Blockwerk) errichtet und um diese herum sterben Außenmauern aufgebaut. Die gefundenen Abdrücke lassen darauf schließen, dass der Mörtel an so einem Blockwerk getrocknet ist. Auch zeigen die Abdrücke und weitere Details jene Stelle, an der sich vermutlich ein für diese Bauweise typischer, aus einem Nebenraum beheizter Kachelofen befunden hat. Ein zweistöckiges Wirtschaftsgebäude entstand im Norden des Grundstücks. Es wurde durch eine Hofmauer bis zum  Erzbach  im Westen verlängert.

Die zweite Bauphase

In der ersten Erweiterungsphase wurden im Süden drei Räume in Richtung Westen verlaufend angebaut. Dabei wurde die Südmauer der Blockwerkstube teilweise ersetzt. Einer der Räume ist mit einem Ausgussstein versehen, der heute an der Fassade abgeschlagen ist. Solche Ausgusssteine ​​​​waren Bestandteile spätmittelalterlicher bis frühneuzeitlicher  Rauchküchen  . Durch einen westlich des Ausgusssteins gelegenen Kamin und seine ursprüngliche Konfiguration konnten hier Rauchküchen im Unter- und Obergeschoß nachgewiesen werden. Ebenfalls in dieser Bauphase wurde das Wirtschaftsgebäude unter Einbindung der Hofmauer um einen eingeschoßigen vergrößerten Anbau.

Die dritte Bauphase

Die markanten Umgestaltungen während der Renaissance lassen sich anhand des mit 1589 bezeichneten Inschriftensteins dem Radmeister Georg Scheichl zuordnen. Dabei wurde der Südtrakt abermal um einige Räume nach Westen verlängert. Im Hof ​​​​wurde dem Haupttrakt ein Säulengang mit toskanischer Säulenordnung vorgebaut. In den nicht unterkellerten Raum des alten Hauptgebäudes, der eine größere Raumhöhe aufweist als der unterkellerte, wurde ein Gewölbe samt Mittelsäule eingezogen. Die Südmauer dieses Raumes wurde, vermutlich wegen statischer Probleme, verstärkt. Das Obergeschoß erhielt eine Balkendecke, die Farbspuren zeigt. Zwischen dem Hauptbau und der Blockwerkstube entstand ein Durchhaus, in dem ein Tonnengewölbe eingezogen und eine Treppe errichtet wurden. Spätestens wegen dieses Umbaus wurde das Blockwerk entfernt und amPlafond  durch eine Holzbalkendecke mit Trambau ersetzt, in deren Mitte sich eine Rosette mit dekorativem Schmuck befindet. Der grobe, nicht getünchte Verputz an den Wänden lässt darauf schließen, dass anstelle des Blockwerks eine Holzvertäfelung angebracht wurde (die im Gegensatz zum Blockwerk nicht fix mit der Mauer verbunden war und eine Weiterentwicklung darstellte). Mittels einer Toreinfahrt wurden im Nordosten das Wirtschaftsgebäude und der Hauptbau miteinander verbunden.

Der während der zweiten Bauphase angebaute, bis zum Erzbach reichende Teil des Wirtschaftsgebäudes wurde um 1600 durch ein Hochwasser beschädigt. Dabei wurden die Südwestecke und die Bachmauer in Mitleidenschaft gezogen, wodurch auch ein Teil des dort eingebauten Tonnengewölbes einstürzte. Die Wiederherstellungsarbeiten nützte man, um durch einen Knick in der hofseitigen Mauer die Parallelität der Gebäudemauern zu erhöhen, die sich zum Bach hin etwas weiten. Als Auflage für das Gewölbe im Norden dient seither eine zusätzlich eingezogene Stützmauer.

Weitere Bauphasen

Während des  Barocks  wurde der Schwarze Hof im Anschluss an den Südtrakt in Richtung Westen durch einen zweischiffigen Pferdestall erweitert. Der  Klassizismus  brachte einzelne Zwischenwände und eine Umgestaltung der Fensteröffnungen mit sich. Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden entlang der Bachseite im Westen einfache Ziegelbauten aufgestellt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das ehemalige Herrenhaus zu einem Arbeiterwohnhaus umgebaut, Indem man die ehemals großzügigen Räume durch Zwischenwände in kleinere Einheiten unterteilte.

Restaurierung und weitere Nutzung

Nach Beendigung der Bauforschung im Jahr 2005 wurde mit der Restaurierung begonnen, deren Absicht es ist, das Gebäude durch spätere Einbauten wie Trennwände zu entfernen und mithilfe minimaler Eingriffe so wie wieder, wie er sich zur Zeit der Renaissance herzustellen präsentierte. Unter anderem wurde die Dachkonstruktion des Haupttraktes originalgetreu erneuert. Dabei wurden auf alten  Stichen  sichtbare  Dachgauben  wiederhergestellt. Die nicht mehr original erhaltene Dachdeckung wurde durch neue Lärchenschindeln ersetzt. An der Fassade sollen die aus verschiedenen Epochen stammenden Sgraffiti vom Spritzputz des 20. Jahrhunderts befreit, restauriert und ergänzt werden. Die verschiedenen Fenster sollen ebenfalls restauriert, aber nicht verändert werden.

Die Baukulturstiftung schließt eine zukünftige Verwendung für Wohnungen oder Gasträume aus. Auch sollen etwa bezüglich der Treppen und Böden keine Zugeständnisse an die Bauordnung gemacht werden. Ebenso sollen die Gebrauchsspuren Geschichte und Nutzung des Gebäudes nachempfindbar machen und die „Gebäudequalitäten jenseits modischer Allüren“ sichern.

 

 

 

 

Additional Hints (Decrypt)

Uvagre Fgrva

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)