Am 15.04.2023 wurde das Tunnelfest für die 3. Röhre des Gubrists gefeiert. Zu diesem Anlass von uns ein Cache, bei dem ihr den Stau vor dem Gubrist weiter bestaunen könnt
Eine Woche später wurde die 3. Röhre für den Verkehr freigegeben.
Von diesem Standort hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Stau am Gubrist und kann die verschiedenen Effekte der Staubildung beobachten. Bspw. den Ziehharmonikaeffekt: Dieser tritt auf, wenn die Anzahl Fahrzeuge fast zur Verkehrsüberlastung führt, der Verkehr aber gerade noch rollt. Wenige Minuten später steht der Verkehr dann in der Regel still. Immerhin ist das an 350 Tagen im Jahr der Fall. Die Chancen stehen also gut
Allgemeine Beschreibung:
Mit dem Bau der 3. Röhre soll die Verkehrssituation beim Gubristtunnel entschärft werden. Ein aussergewöhnliches Bauvorhaben: Es gibt in der Schweiz keinen zweiten Tunnel mit einem Ausbruchdurchmesser von knapp 16 Metern. Der Durchstich der 3. Röhre erfolgte am 22. September 2020. Im April 2023 wird die 3. Röhre Gubristtunnel eröffnet.
Der Tunnel wurde in einem maschinell unterstützten Vortrieb im Fels (MUF) erstellt. Dabei wurde das Gestein von einer Teilschnittmaschine (TSM) herausgeschrämt. Sobald jeweils ca. 1,5 Meter Gestein ausgebrochen waren, wurde die Oberfläche der Tunnelwand mit Spritzbeton fixiert. Danach wurden Stahlbögen respektive Felsanker gesetzt und erneut mit Spritzbeton gesichert. Ein Zyklus mit Ausbruch und Sicherung dauerte ca. sechs bis acht Stunden. Mit drei bis vier Zyklen im Dreischichtbetrieb wuchs der Tunnel täglich um bis zu sechs Meter. Am 17. September 2021 wurde der Rohbau des 3. Röhre fertiggestellt und abgenommen. Bis zum Sommer 2022 bauen spezialisierte Unternehmen die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung ein. Dies sind unter anderem die Signalisation, die Beleuchtung und die Lüftung in der 3. Röhre und den drei Betriebszentralen. Danach folgen bis Ende 2022 umfangreiche Funktions- und Sicherheitstests, bevor der Tunnel im April 2023 eröffnet wird.
Warum ist der Ausbau nötig?
Ob zu Fuss, mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Auto: Die Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer nimmt zu. Zwischen 1970 und 2008 hat sich in der Schweiz sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr mehr als verdoppelt. Zwischen 2000 und dem Baustart 2016 hat in der Schweiz der Personenverkehr auf der Strasse und der Schiene um 30% zugenommen. Auch der Güterverkehr stieg in dieser Zeit um 16% an.
Die Verkehrszunahme auf der Nordumfahrung ist hauptsächlich auf Pendler zurückzuführen. Sie stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Rund 120'000 Fahrzeuge verkehren werktags über die Nordumfahrung. Davon verursachen Pendler rund 80 Prozent des Verkehrsaufkommens. Im Jahr 2017 zählte das Bundesamt für Statistik rund 345 Stau-Tage beim Gubristtunnel.