Eine Ära geht zuende
Am 12. Januar 1881 wurde in Berlin am Potsdamer Platz der erste „Fernsprechkiosk“ in Europa eingeweiht. In diesem musste man zur Bezahlung ein „Telephon-Billet“ kaufen. Das war ein Telefongutschein, der ähnlich wie eine moderne Geldkarte funktionierte. Man kaufte mit dem Billet das Recht, für eine bestimmte Zeit zu telefonieren. Ab 1899 gab es dann das Münztelefon.
Am Montag, dem 21. November 2022, wurde an den bundesweit noch rund 12.000 verbliebenen Fernsprechern die Münzzahlung „deaktiviert“. Ende Januar 2023 wurde dann auch die Zahlungsfunktion mittels Telefonkarten und somit der gesamte Telekommunikationsdienst an den Telefonsäulen eingestellt. Es ist nach 142 Jahren das Ende einer Ära.
Bis die letzten Telefon-Stelen endgültig abgebaut sind, wird laut Angaben der Telekom wohl das Jahr 2025 angebrochen sein. In Absprache mit den Gemeinden will das Unternehmen rund 3000 der letzten 12.000 Standorte ohne Telefoniefunktion weiter nutzen und diese mit so genannten Small Cells umbauen. Das sind kleine Antennen, die Mobilfunksignale verstärken.
Hoffen wir mal, dass auch diese magentafarbene Stele einem solchen Small Cell Schicksal geweiht ist, denn sie beherbergt seit heute einen kleinen Tradi für Zwischendurch. Viel Spaß beim Suchen und Loggen.
Hinweis: Achtet bitte unbedingt auf die neugierigen Blicke der Haltestellen-Muggel! Stealth mode on!