Gotteshäuser und Wehrkirchen im Erzgebirge
Dies ist eine Cacheserie, wie sie auf dem Kasseler Geocacher Stammtisch am 04.03.05 beschlossen wurde. Dabei sollen Caches in der Nähe von Gotteshäusern ausgelegt werden, die entweder historisch oder architektonisch eine Besonderheit darstellen. Es ist hierbei völlig egal, welcher Religion diese Häuser angehören. Jeder der an dieser Serie teilnehmen möchte, kann dies tun. Er sollte sich jedoch an die einheitliche Schreibweise halten, damit die einzelnen Caches der Serie zuzuordnen sind. Außerdem ist dieser Absatz zu kopieren und mit in die Beschreibung aufzunehmen. Zusätzlich sollte man wenn möglich, eine Beschreibung des Ortes liefern, damit man auch etwas über dieses Gotteshaus erfahren kann. Der Cache ist bitte so zu verstecken, dass er die Würde des Ortes nicht verletzt. Gegebenfalls ist er so zu platzieren, das er über eine Wegpunktprojektion zu finden ist und die eigentlichen Koordinaten auf das Gebäude selbst weisen.
Die Johanniskirche
Die heutige Johanniskirche in Rußdorf ruht auf den Fundamenten eines Vorgängerbaues aus dem Mittelalter – von einem „kleinen gewölbten Kirchlein“ berichten ältere Chroniken, welche im frühen 18. Jahrhundert baufällig geworden war. Ungeachtet der Kosten entschied man sich für einen kompletten Kirchenneubau. Nach fünfjähriger Bauzeit feierte man am 30. August 1734 das Kirchweihfest.
Besucher der Johanniskirche Rußdorf sind immer wieder beeindruckt von dieser schönen barocken Dorfkirche. Der schlichte, sparsam dekorierte Außeneindruck lässt kaum auf das reiche und stilvolle Innenleben der Johanniskirche schließen. Trotz der maximalen Raumausnutzung überwiegt die Harmonie des Raumerlebnisses. Mit viel Liebe zum Detail wurde die Kirche von 1985 bis 1997 innen und außen sachgerecht restauriert und ist seitdem wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit zu bewundern.
Höhepunkt der Gestaltung ist der Altar-bereich, der aus der Ensemblewirkung hervorsticht. Auf dem Altartisch zu beiden Seiten der Kanzel ruhen aus Holz die Figuren des Mose mit den Gesetzestafeln und des Johannes dem Evangelisten mit dem Kelch. Am spätbarocken Kanzelkorb darüber finden sich figürliche Darstellungen der vier Evangelisten.
Altar, Kanzel und Taufstein stammen aus der Werkstatt des Zwickauer Bildhauers Irmischer. Der Emporenschmuck mit reichhaltigen kunstvollen Verzierungen und Schmuckgirlanden steht dem des Altarbereiches kaum nach. Eine weitere Besonderheit sind die Kaseinmalereien an den Emporen, die allegorische Darstellungen von Psalmworten zeigen. Die Ausmalung der Emporenbrüstungen wurde von dem Hofmaler Johann Heinrich Schildbach aus Eisenberg ausgeführt. Außergewöhnlich ist der Standort der Orgel, im Hintergrund des Altarbereiches. Die sonst selten praktizierte Lage der Orgel im Osten wurde von George Bähr, dem Erbauer der Dresdener Frauenkirche, eingeführt. Die Rußdorfer Orgel wurde aus Kostengründen erst im Jahre 1825 eingebaut. Die Firma Hesse aus Lunzenau baute eine mechanische Orgel mit 2 Manualen und 25 klingenden Stimmen ein. 1945 erhielt die Kirche ihre zweite Orgel, eingebaut von der Firma Schmeißer aus Rochlitz. Neu war das pneumatische Prinzip der Orgel. 1985 wurde diese Orgel wieder ausgebaut, da zu diesem Zeitpunkt umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Johanniskirche begannen. Eine restaurierte Schmeißer-Orgel wurde von Orgelbauer Reinhold aus Bernsdorf in die Rußdorfer Kirche wieder eingebaut und im Juni 1996 feierlich eingeweiht.
Im Jahre 2011 wurden die 3 Glocken geschweißt und ein neuer Glockenstuhl eingebaut.
Eine Besonderheit der Kirche befindet sich gegenüber dem Altar: die Amtsempore, die dem Amtsrichter Sebastian mit seiner Familie vorbehalten war. Oberhalb dieser Loge finden sich in den Ecken zwei Holzplastiken; Justitia, welche die Gerechtigkeit symbolisiert und Athene als Symbol für die Weisheit – beides Attribute, die den Amtsrichter bzw. die weltlichen Herrscher verkörpern sollten. Im Mittelteil der Brüstung befindet sich ein Meißnisches Doppelwappen von Engeln gerahmt.
Quelle: Kirchgemeinde Oberfrohna-Rußdorf
Bitte beachten: keine Suche zu den Gottesdienst-Zeiten. Verhaltet euch bitte dem Ort entsprechend.
Bitte die Dose wieder so verstecken wie ihr sie vorgefunden habt.