In diesem Gebäude sind die Lehrstühle für Anorganische Chemie untergebracht, die sich mit der Synthese neuer kristalliner Verbindungen und der Bestimmung ihrer Kristallstruktur mittels Röntgen- oder Neutronenbeugung befassen. Zur Klassifizierung der Kristallstrukturen werden mathematische Methoden der Gruppentheorie eingesetzt. Symmetrieoperationen in einem Kristall sind Punktspiegelung, Spiegelung an einer Ebene, Drehung um eine Achse, Translation sowie Kombinationen dieser Operationen. Wenn man das Hintereinanderausführen von Symmetrieoperationen als multiplikative Verknüpfung auffasst, erkennt man, dass eine Menge von Symmetrieoperationen eine (in der Regel nicht kommutative) Gruppe ist. Eine kristallographische Raumgruppe oder kurz Raumgruppe beschreibt mathematisch die Symmetrie der Anordnung von Atomen, Ionen und Molekülen in einer Kristallstruktur. Trotz der Vielfalt kristalliner Verbindungen, die in der Natur als Mineralien vorkommen oder im chemischen Labor künstlich hergestellt werden können, gibt es im dreidimensionalen Raum nur 230 mögliche kristallographische Raumgruppen.

Der Einfachheit halber beschränken wir uns in diesem Rätsel nur auf Mineralien, die in der Natur vorkommen. Als Übung möchte ich Sie nun bitten, sich selbst mit der Kristallstruktur der folgenden Mineralien vertraut zu machen.
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Campigliait, Mn2+Cu4[(OH)6|(SO4)2]·4H2O
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Barnesit, (Na,Ca)2V65+O16·3H2O
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Kingsgateit, ZrMo6+2O7(OH)2⋅2H2O
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Tarbuttit, Zn2(PO4)(OH)
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Hartit, C20H34
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Uranospathit, (Al,☐)(UO2)2F(PO4)2·20H2O
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Boracit, Mg3B7O13Cl
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Karpholith, MnAl2Si2O6(OH)4
Wer das geschafft hat ist bereit, auf die Dosenjagd zu gehen.