Ihr seid nun an einer gelben Pegellatte angekommen. Da fällt mir ein Witz ein:
Ein Mann klettert eine geöffnete Bahnschranke hoch.
"Was machen Sie da?" Will der Schrankenwächter wissen.
"Ich vermesse die Schranke"
"Hätten Sie was gesagt, dann hätte ich sie runtergelassen"
"Danke, aber ich brauche die Höhe und nicht die Breite"
Aber was hat jetzt ein Latte zur Angabe des Wasserstandes mit Vermessung zutun? Nun, wir nennen diese Latten "E-Latten" und benutzen genau solche zur Messung von Höhen. Man stellt auf 2 Punkte je eine E-Latte gerade auf und stellt sich mit einem Gerät, einem Theodoliten (einem Instrument, dass man um 360° drehen kann, aber nicht kippen, wodurch man immer gerade auf eine Höhe schaut) dazwischen auf, dann liest man auf beiden Latten den Wert für die Höhe ab und über subtraktion der Werte ermittelt man den Höhen Unterschied. In einigen Fällen reicht dieser schon aus, aber meistens nimmt man einen Punkt, von dem die Höhe bekannt ist und kann über die selbe Methode die absolute Höhe eines Punktes ermitteln.
Wie liest man Höhen von einer E-Latte ab?
Diese E-Latte hat eine etwas untypische Einteilung, zumindest für Vermesser. Normalerweise sieht eine E-Latte eher so aus:

Hier sieht man eine schwarze Färbung bis 1m, eine rote von 1 bis 2m und von 2 bis 3m wäre wieder eine schwarze zu erwarten. Die erste Nachkommastelle ist ausgeschrieben ablesbar, für die nächste Nachkommastelle müssen nun die Es angeschaut werden. Von 0 bis 4 ist ein weißes E auf farbigem Hintergrund, von 5 bis 0 ein farbiges auf weißem Hintergrund zu erkennen, die geraden Ziffern werden durch einen weißen Strich und die ungeraden durch einen Farbigen dargestellt. Eine weitere Nachkommastelle kann geschätzt werden.

Mit der Latte hier müsste etwas anders verfahren werden, aber das grundprinzip ist noch erkennbar.
Liebe Grüße vom Studiengang Vermessung und Geoinformatik der Hochschule Anhalt