»Zum Fürchten«
Im Wald laut rufen.
Die Pilze und Märchen
holen uns ein.
Jede Knolle treibt jüngeren Schrecken.
Noch unter eigenem Hut,
doch die Angsttrichter rings
sind schon gestrichen voll.
Immer war schon wer da.
Zerstörtes Bett — bin ich es gewesen?
Nichts ließ mein Vorgänger stehn.
Wir unterscheiden: schmackhafte
ungenießbare giftige Pilze.
Viele Pilzkenner sterben früh
und hinterlassen gesammelt Notizen.
Reizker, Morchel, Totentrompete.
Mit Sophie gingen wir in die Pilze,
bevor der Kaiser nach Rußland zog.
Ich verlor meine Brille
und nahm den Daumen;
sie fand und fand.
"Ich habe darüber geschrieben, dass unsere Kinder und Enkelkinder nicht mehr die Chance haben, sich im Wald zu verlaufen, was ja mitsamt den Ängsten, die man dabei zu überwinden lernt, etwas Wunderbares ist – auch im »Butt« spielt das eine Rolle. Jetzt sind überall Wege. Es wagt niemand vom Weg abzuweichen, sich ins Dickicht zu schlagen und sich einfach zu verlaufen. Durch den Verlust solcher Wälder verlieren auch die Märchen ihren Hintergrund."
Aus einem Interview mit Günter Grass und dem NABU:
https://schleswig-holstein.nabu.de/news/2011/17048.html