Die Villa in der heutigen Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 7 wurde 1945 von der SMAD beschlagnahmt. Im Keller dieses Hauses unterhielt die sowjetische Geheimpolizei NKWD von Juni 1948 bis September 1949 ein Gefängnis (im Volksmund GPU-Keller genannt), in dem insgesamt 400 Verhaftete aus Fürstenwalde und Umgebung festgehalten wurden. Unter ihnen befanden sich Kaufleute, Kleinunternehmer, Bauern sowie aus westlicher Kriegsgefangenschaft entlassene Soldaten, aber auch kleine und mittlere Anhänger und Funktionäre der NSDAP. Personen die denunziert und beschuldigt wurden, der sowjetischen Besatzungsmacht ablehnend gegenüberzustehen, wurden ebenfalls verhaftet und verhört. Aus der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 7 gelangten sie meist über das Gefängnis Potsdam in die sowjetischen Speziallager. Von 1949 bis zum Ende der DDR wurde das Haus von der Stadtverwaltung Fürstenwalde genutzt. Im Juni 1993 wurde auf Initiative des ehemaligen Gefangenen Joseph Seemann, der zwischen 1949 und 1956 in Bautzen und Torgau inhaftiert war, am ehemaligen GPU-Keller eine Gedenktafel angebracht. Sie trägt die Inschrift: Dem Andenken der Opfer stalinistischer Gewaltherrschaft, / die im Keller dieses Hauses zwischen 1947 und 1950 / durch die sowjetische politische Verwaltung inhaftiert wurden. / Von hier kamen sie in Zuchthäuser wie Bautzen, Torgau und Waldheim.