Part VII einer Tradi-Serie am grünen Westufer des Moenus
Der Untermain

Als Bayerischen Untermain bezeichnet man die Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg sowie die Kreisfreie Stadt Aschaffenburg. Dieser Bereich überschneidet sich also mit dem Mainviereck.
Von Seligenstadt bis zur Mündung, also im gesamten hessischen Abschnitt, fließt der Main durch eine dicht bebaute Stadtlandschaft. Nur vereinzelt finden sich über mehrere Kilometer unbebaute Uferstrecken.Am nun frei mäandrierenden, allmählich nach Nordwesten einschwenkenden Flusslauf liegt links die auf ein römisches Kastell zurückgehende Stadt Seligenstadt mit der karolingischen Einhard-Basilika und einer staufischen Pfalz. Gegenüber liegt das zu Bayern gehörende Karlstein.
Auf dem rechten Ufer, in Karlstein, entstand 1961 das erste Atomkraftwerk der Bundesrepublik. Der Versuchsreaktor wurde 1985 stillgelegt und bis Ende des Jahres 2008 abgebaut. In Kahl, der tiefst gelegenen Gemeinde in Bayern, mündet das gleichnamige Flüsschen auf 103 m ü. NN von rechts in den Main.
Die erste hessische Gemeinde auf dem rechten Mainufer ist Großkrotzenburg mit dem weithin sichtbaren Kraftwerk Staudinger. Auf dem gegenüberliegenden Ufer liegt Hainburg. Beide Ufer verbindet unterhalb des Kraftwerks eine moderne Straßenbrücke, die Limesbrücke.Auf dem rechten Ufer folgt Großauheim, heute ein Stadtteil der knapp 100.000 Einwohner zählenden Industriestadt Hanau. Linksmainische Stadtteile sind Klein-Auheim und Steinheim, dem der Hanauer Mainhafen gegenüberliegt, einer der größten Binnenhäfen am Main.
Der historische Kern der ehemaligen Residenz- und Garnisonsstadt liegt auf dem rechten Ufer. Er wurde 1945 bei mehreren Luftangriffen fast ganz zerstört. Zur Neustadt Hanau führte der historische Mainkanal, dessen flussnächsten Abschnitt heute noch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg als Diensthafen nutzt. Zwischen der Neustadt Hanau und dem barocken Schloss Philippsruhe in Kesselstadt verläuft parallel zum Fluss die Philippsruher Allee, zugleich ein Maindamm, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Unterbrochen wird die Allee von der Mündung der Kinzig, die in einem weiten Bogen fast die gesamte Hanauer Altstadt umfließt.