Heute möchte ich euch zum Teil 3 meiner "Julius-Kühn" Reihe führen. (Links zu meinen beiden anderen Caches der Reihe findet ihr weiter unten)
Der Cache befindet sich in der Nähe des von Julius Kühn angelegten und bis heute fortgeführten Agrardauerversuchs - dem sogenannten "Ewiger Roggenbau".
Julius Kühn (* 23. Oktober 1825 in Pulsnitz, Königreich Sachsen; † 14. April 1910 in Halle (Saale)) war ein deutscher Agrarwissenschaftler.
Nach Albrecht Daniel Thaer (ihr kommt auf dem Weg zum Cache am Thaerviertel vorbei) gilt er als der bedeutendste Reformator der Landwirtschaftslehre und als der wegweisende Gestalter des landwirtschaftlichen Universitätsstudiums in Deutschland.
Von enormer wissenschaftsgeschichtlicher, kultureller und naturwissenschaftlicher Bedeutung ist der seit über 140 Jahren durchweg bestellte Dauerfeldversuch „Ewiger Roggenanbau“.
Mittlerweile steht dieser längste Dauerfeldversuch Deutschlands unter behördlichen Schutz als „Kulturdenkmal“. Bei diesem Versuchsfeld handelt es sich um eine rund 6.000 m2 große Parzelle, die seit dem Herbst 1878 jährlich mit Winterroggen bestellt wird.
Die Felder befinden sich hinter den Gebäuden, wo sich der Cache befindet und etwas weiter entlang der Straße stadtauswärts.
Ihr könnt zwar fast bis zum Cache mit Fahrrad, Auto und Motorrad fahren, ich empfehle euch aber nach dem Einfahren in die Julius Kühn Straße direkt in der Nähe des Zugangs zum S-Bahnhof "Steintorbrücke" auf der linken Straßenseite zu parken. (Wegpunkt Parkplatz)
Stellt euer Fahrzeug ab, oder steigt vom Fahrrad ab und begebt euch auf eine Reise in die Vergangenheit.
Je weiter ihr in die Straße hineingeht. desto "älter" wird die Gegend.
Zuerst kommt ihr an einem alten Krankenhaus vorbei, dann empfehle ich euch einmal einen kleinen Rundgang durch das alte Thaerviertel (benannt nach Albrecht Daniel Thaer - siehe oben) zu machen.
Die Thaerstraße befindet sich auf der rechten Seite dort gibt es auch einen schönen Spielplatz (Wegpunkt Spielplatz). Man glaubt in dem Viertel ist die Zeit stehengeblieben und man grüßt sich sogar auf der Straße. Nehmt euch die 15 Minuten Zeit und geht einmal durch das Viertel, es ist ein schöner Rundweg.
Danach folgt gerne wieder dem Weg zum Cache (in die Vergangenheit). Ihr kommt an alten Gebäuden der Martin-Luther-Universität vorbei in den Julius Kühn gelebt und gearbeitet haben könnte und schließlich zu den Feldern, die Julius Kühn damals angelegt hat.
Am Cache angekommen empfehle ich euch aber, um eine sehr schöne Aussicht zu genießen, noch ein wenig weiter bis zum Ende der Straße zu gehen, wo sie an einem Bahnübergang endet. (Wegpunkt Umkehrpunkt). Dreht euch dort um und schaut euch die schöne Aussicht an.
Weitere Informationen zum "Ewigen Roggenanbau"
Auf dem großen Versuchsfeld seines Instituts legte Kühn zahlreiche langjährig konzipierte Versuche an, unter anderem über Fragen der Bodenbearbeitung, Fruchtfolgegestaltung und Düngung.
Kühn legte den Versuch unter dem Eindruck der Lehre Justus von Liebigs als reine Roggen-Monokultur an, um die Langzeiteffekte von mineralischer Düngung im Vergleich zu Stallmistdüngung prüfen zu können.
In dem Dauerversuch wird auf einem von Kühn 1878 angelegten Versuchsfeld unter Leitung des Instituts für Bodenkunde und Pflanzenernährung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kontinuierlich Winterroggen (Secale cereale L.) auf einem aus Sandlöß hervorgegangenem Parabraunerde-Tschernosem in Selbstfolge mit dem Versuchsziel angebaut, Mineraldüngung zu erproben.
Das Feld liefert seit Jahrzehnten gleichbleibend etwa eineinhalb Tonnen Roggen je Hektar, das heißt rund die Hälfte des Ertrags, den ein Vergleichsfeld mit Düngung erzielt, und dies, obwohl dem Boden Jahr um Jahr zentnerweise Kalium, Phosphor und Stickstoff entzogen werden.
Karl Schmalfuß löste jedoch 1962 die Roggenselbstfolge auf je einem Drittel der Parzellen durch kontinuierlichen Maisanbau und durch einen Fruchtwechsel von Roggen und Kartoffeln ab, um die Einstellung der Humusgehalte auf solche Gegebenheiten mit anderen Ernterückständen messend verfolgen zu können.
In Deutschland laufen gegenwärtig noch rund 30 Dauerfeldversuche, die ein breites Spektrum verschiedener Boden- und Klimabedingungen abdecken. Ein ähnlich bedeutender Versuch ist der „Statische Düngungsversuch“ von Wilhelm Schneidewind in Bad Lauchstädt, wo es um die Erforschung der langfristigen Wirkung von organischer und mineralischer Düngung auf die Erträge der Kulturpflanzen, die Qualität der Ernteprodukte und die Bodenfruchtbarkeit geht.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_K%C3%BChn_(Agrarwissenschaftler)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ewiger_Roggenbau
Meine beiden anderen "Julius-Kühn" Caches:
1: Lost Place Lu-Wu "Julius-Kühn-Haus" https://coord.info/GCA9YZB
2: "Julius-Kühn Haus" (II) - Museum für Haustierkunde https://coord.info/GCAAJM3