Dinosaurierfährten in Hamburg
- Versteinerte Fußspuren des Iguanodon
Einleitung
Im Institut der Geologie der Universität Hamburg gibt es eine Geologisch-Paläontologische Sammlung, die den Studierenden und der Öffentlichkeit kostenfrei zu den Öffnungszeiten (Montag bis Freitag: 10 - 17 Uhr, An gesetzlichen Feiertagen geschlossen) zugänglich ist. Einige Exponate dieser Sammlungen besitzen große nationale oder sogar internationale Bedeutung. Sie tragen zu einem grundlegenden Verständnis der Zusammenhänge zwischen geologischen Prozessen, Klimaänderungen, Evolution und der Entwicklung der Artenvielfalt bei, insbesondere für den europäischen Raum bei. Viele dieser geologischen Besonderheit sind so selten, dass man sie in einer natürlichen Umgebung nur schwer finden und untersuchen kann. Neben Fossilien stellt eine Blitzröhre ebenso ein Phänomen dar, wie die Sandsteinplatte mit Fußabdrücken von Dinosauriern, die nun näher beschrieben werden soll.

Bildliche Darstellung eines Iguanodon (Infotafel vor Ort)
Wie fossile Dinosaurierabdrücke entstehen
Im Foyer (EG), gegenüber der Information (nicht in den Ausstellungsräumen) findet ihr eine gut 2x3m große Gesteinsplatte aus Oberkirchener Sandstein (ca. 137-140 Mio. Jahre alt), welcher besonders Verwitterungsresistenz ist. Auf diesem sind 23 Abdrücke aus sechs Tritt-Serien, des bis zu zehn Meter langen Dinosaurier Iguanodon (Leguanzahn) zu finden. Das gehäufte Auftreten dieser Fußspuren zeigt, dass die Tiere in Gruppen wanderten bzw. zusammenlebten. Neben den Fußspuren lassen sich noch Wellenrippel entdecken. Der küstennahe Ablagerungsraum dieses Sandsteins wird auch „Wealden“ genannt und erstreckte sich während der unteren Kreidezeit von England über Belgien bis nach Niedersachsen. Pflanzenfunde aus der Umgebung, wie Schachtelhalme, Baumfarne und Araukarien, lassen auf ein feuchtwarmes, subtropisches Klima schließen. Auch sie geben Aufschluss über das Leben und das Verhalten der Dinosaurier.
Die meisten fossilen Spuren lassen sich in Gesteinen finden, die damals einen Meeresgrund bildeten. Das liegt daran, dass Körper bzw. abgestorbene Pflanzen dort seltener als an Land verwest sind. Sie wurden mit Sedimenten überlagert und so erst vor Verwesung durch Bakterien geschützt, dann konserviert und später „versteinert“. Die Entstehung von fossilen Spuren findet ähnlich statt. Die Fußabdrücke der Dinosaurier entstanden im Sand an einem Ufer, welches teilweise unter flacher Wasserabdeckung lag. Im flachen Wasser wurde in diesen so entstandenen Hohlformen sandiges oder toniges Material eingeschwemmt. Im Zuge der Diagenese verfestigte sich der sandige Schlamm zu Sandstein.

Entstehung von Fährtenplatten im Sandstein (aus Lehmann 1978)
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten Im Foyer, gegenüber der Information und betrachtet die Sandsteinplatte. Beantwortet dann anhand eurer Beobachtungen die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
1. Wie stellen sich die Saurierfährten dar? Handelt es sich um einen Negativ- oder Positivabdruck (sind sie eine Vertiefung oder plastisch)?
2. Wie viele „Zehen“ hatte dieser Saurier und wie groß sind die Fußspuren?
3. Woraus kann man den Rückschluss ziehen, dass es sich um einen küstennahen Ablagerungsraum handelt?
4. Woran kann man erkennen, dass es sich um mehrere Tiere gehandelt hat?
5. Stelle Vermutungen an, wie das Wetter an dem Tag war, als die Dinos ihre Abdrücke hinterließen. Begründe deine Theorie!
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Bilder: Nine&Dido
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
Infotafel vor Ort
https://de.wikipedia.org/wiki/Fossil
https://de.wikipedia.org/wiki/Fossilisation
Happy Hunting wünschen
