Der Kompost
Kompost ist ein humusreiches Rotteprodukt aus organischen Abfällen. Die bei der Kompostierung ablaufenden Prozesse der Humifizierung und Mineralisierung gleichen der Humusbildung im Boden. Wie Kompost wirkt und welche Eigenschaften ihn auszeichnen, hängt sowohl von den Ausgangsstoffen als auch von den Zersetzungsprozessen ab. Grundsätzlich wird nach dem Rottezustand zwischen Frischkompost und Fertigkompost unterschieden. Der Frischkompost enthält noch Anteile an leicht zersetzbarer organischer Substanz und wirkt stimulierend auf das Bodenleben. Der Fertigkompost ist ein Humuslieferant, der nur noch langsam umgesetzt wird. Er stellt eine nachhaltige, langsam fließende Nährstoffquelle dar. Andere Unterscheidungskriterien sind Herkunft, Struktur und Nährstoffgehalt.
Wie bei der Entstehung von Humus erledigen auch bei der Kompostierung die Kleinstlebewesen und Mikroorganismen die Hauptarbeit. Daher ist beim Kompostieren entscheidend, welche "Nahrung" diese Lebewesen am besten verdauen können. Hierbei ist zu beachten, dass es Unterschiede gibt, ob die Abfälle auf den eigenen Komposthaufen im Garten gelangen oder in die Biotonne kommen und der industriellen Kompostierung zugeführt werden. Beispielsweise gehören gekochte Speise- und vor allem Fleischreste nicht auf den offenen Komposthaufen im Garten, da sie Ungeziefer anziehen. Haushalte dürfen sie allerdings in die Biotonne werfen. Im Kompostwerk werden neben den aus der Biotonne stammenden Bioabfällen vor allem Garten- und Parkabfälle sowie regional auch Abfälle aus der Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie kompostiert. Die hier erzielten hohen und über einen vorgeschriebenen Zeitraum stabilen Temperaturen sichern ein hygienisch einwandfreies Produkt.
Die Kompostierung ist ein natürlicher, aber technisch gesteuerter Vorgang. Dabei werden die natürlichen Bedingungen für den Humusaufbau im Boden nachgestellt und optimiert. Kleinstlebewesen und Mikroorganismen setzen mit Hilfe des Luftsauerstoffs den größten Teil des organischen Materials zu Humus um. Bei der Hausgartenkompostierung dauert dieser Prozess in der Regel 1 bis 2 Jahre. Für die industrielle Kompostierung werden die Umweltbedingungen in einem künstlichen Optimum gehalten und die gleichen Prozesse laufen stark beschleunigt ab. Witterungsbedingte Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen sind ausgeschaltet und die Mikroorganismen finden so immer optimale Bedingungen für ihre Arbeit vor.
Ob die Prozesse für die Kompostierung in Gang gekommen sind, lässt sich unter anderem an der Temperatur feststellen. Denn die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen erzeugen bei der Umsetzung der organischen Abfälle Wärme. Im Garten kann man es daran beobachten, dass der Komposthaufen schon mal dampft. Gleichzeitig gibt die Wärmeentwicklung auch Aufschluss über den Rottezustand, das heißt, wann der Kompost fertig ist. Je stärker der Komposthaufen abkühlt, desto reifer ist er.
Im Kompost sind sämtliche Pflanzennährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten. Dies sind Hauptnährstoffe wie Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Kalk (CaO) sowie alle Spurennährstoffe. Die Anteile der einzelnen Nährstoffe schwanken je nach Ausgangsmaterial. In der Regel besteht Kompost nur zu 36% TM (24-51%) aus organischer Substanz (Median von 17.800 Einzelproben der Bundesgütegemeinschaft Kompost, 2002). Der Rest ist mineralisch und setzt sich aus den Feinbodenbestandteilen wie Ton, Schluff und Sand zusammen. Im Vergleich zu anderen organischen Düngern weist Kompost im Mittel einen hohen Trockenmassegehalt und einen etwas geringeren Gehalt an organischer Substanz auf.
Guter Kompost hat vergleichbare Eigenschaften wie Humus. Als Dünger/Bodenhilfsstoff kommt Kompost deshalb eine besondere Bedeutung zu. Er ist nicht nur eine nachhaltige Nährstoffquelle, sondern hat auch die Fähigkeit, den Boden zu verbessern und zu erhalten.
Kompost
Quelle: https://www.bodenwelten.de/content/was-ist-kompost