#12 Mödring Runde - Kraftwerk Ottenstein
English version below

Mit diesem Cache wollen wir uns, gemäß unserem Thema, den geschichtlichen Aspekten eines wesentlichen Bausteins der lokalen Energieversorgung widmen, nämlich dem Kraftwerk Ottenstein. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurden erste Überlegungen angestellt, den Kamp zwischen Zwettl und Rosenburg für die Energiegewinnung zu nutzen. Eine von der Niederösterreichischen Statthalterei dem Syndikat Donaukraftwerk Wallsee 1913 erteilte und für den gesamten Kamp gültige Nutzungs-Konzession verfiel allerdings wegen des Ersten Weltkriegs.
In der Zwischenkriegszeit nahm die Niederösterreichische Elekrtrizitätswirtschafts-AG (NEWAG) die Planungen aus der Vorkriegszeit wieder auf. Allerdings konzentrierte sich der Ausbau der Wasserkraft auf das südliche Niederösterreich. Später ließ die Weltwirtschaftskriese eine Verwirklichung der Pläne nicht zu. Von den Siemens-Schuckertwerken wurde 1943 ein Projekt erstellt, laut welchem am Ober- und Mittellauf des Flusses neun Speicherkraftwerke, drei Laufkraftwerke und ein Ausgleichswerk errichtet werden sollten.
Den steigenden Energiebedarf nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wollte das Land Niederösterreich durch die Errichtung eigener Kraftwerke decken. Verwirklicht werden sollten in einer geplanten ersten Ausbaustufe die drei wirtschaftlichsten Projekte des Siemens-Schuckert-Plans, nämlich das Pumpspeicherkraftwerk Ottenstein, das Speicherkraftwerk Dobra-Krumau und das Ausgleichswerk Thurnberg-Wegscheid.

Der im Jahr 1946 durch das Land Niederösterreich zunächst für die beiden Anlagen Dobra-Krumau und Thurnberg-Wegscheid gefasste Baubeschluss wurde jedoch durch die Ratifizierung des Zweiten Verstaatlichungsgesetz der Bundesregierung blockiert. Dieses Gesetz gestattete den Bau und Betrieb großer Kraftwerksprojekte nur noch den neu gegründeten Sondergesellschaften – in diesem Fall der Donaukraftwerke AG (DoKW) als der nächstgelegenen Gesellschaft. Aufgabe der Landesgesellschaften sollte vor allem die regionale Stromverteilung sein sowie die Errichtung kleinerer Anlagen. Da sich aber die NEWAG vertraglich das Zugeständnis sicherte, das Projekt selbst verwirklichen zu können, sollte die DoKW nicht innerhalb eines Jahres mit den Arbeiten beginnen, fiel dieses schließlich doch wieder an die NEWAG zurück.
Schwierigkeiten bereiteten zunächst die Inhaber von Wasserrechten am Kamp, die nach längeren Verhandlungen aber beigelegt werden konnten. Ebenfalls problematisch war die Finanzierung. Da Niederösterreich in der sowjetischen Besatzungszone lag, konnte hier nicht auf ERP-Mittel (European Recovey Program oder Mashallplan) zugegriffen werden und der Bau musste über Bankkredite finanziert werden. Mit der russischen Besatzungsmacht mussten zusätzlich Verhandlungen geführt werden, da ein für die Errichtung des Kraftwerks Ottenstein notwendiger Steinbruch auf dem von der Roten Armee genutzten Truppenübungsplatz Döllersheim lag. Eine geologische Störzone, die während der Freilegungsarbeiten an den Talflanken entdeckt wurde, machte eine Verlegung der Staumauer um 50 Meter flussabwärts notwendig.

Mit den Betonierungsarbeiten wurde am 14. Oktober 1954 begonnen. Der erste Maschinensatz ging am 14. Oktober 1956 in Betrieb. Am 6. Juli 1957 wurde das Pumpspeicherkraftwerk Ottenstein in Gegenwart von Bundeskanzler Julius Raab offiziell eröffnet. Das Kraftwerk wird heute durch die "evn naturkraft" betrieben.
Im Maschinenhaus sind vier Francis-Turbinen mit einer Nennleistung von je 12 MW installiert. Der Nenndurchfluss beträgt insgesamt 100 m3/s. Das abgearbeitete Wasser fließt direkt in den Dobra-Speicher ab. Weiters bestehen zwei Pumpen mit einer Leistung von je 9 MW, die das Wasser vom Speicher Dobra wieder in den Stausee Ottenstein pumpen können.
In die Schlagzeilen ist der Stausee beim Hochwasser 2002 gekommen, da durch möglicherweise falsches Ablassen das Hochwasser begünstigt worden sein soll. Es wurde aber niemandem ein schuldhaftes Vorgehen nachgewiesen.
#12 Mödring Tour - Ottenstein Power Station
With this cache, in keeping with our topic, we want to dedicate ourselves to the historical aspects of an essential component of the local energy supply, namely the Ottenstein power plant.
Even before the First World War, initial considerations were made about using the Kamp between Zwettl and Rosenburg for energy production. However, a usage concession granted by the Lower Austrian Lieutenancy to the Wallsee Danube Power Plant syndicate in 1913 and valid for the entire Kamp expired due to the First World War.
In the interwar period, the Niederösterreichische Elektritätswirtschafts-AG (NEWAG) resumed the planning from the pre-war period. However, the expansion of hydropower was concentrated in southern Lower Austria. Later, the global economic crisis prevented the plans from being realized.
In 1943, Siemens-Schuckertwerke created a project according to which nine storage power plants, three run-of-river power plants and a plant for grid stabilization were to be built on the upper and middle reaches of the river.
The state of Lower Austria wanted to cover the increasing energy demand after the end of WWII by building its own power plants. The three most economical projects of the Siemens-Schuckert plan were to be realized in a planned first expansion stage, namely:
- Ottenstein pumped storage power plant,
- Dobra-Krumau storage power plant and
- Thurnberg-Wegscheid plant for grid stabilization
However, the construction decision made in 1946 by the state of Lower Austria initially for the two facilities Dobra-Krumau and Thurnberg-Wegscheid was blocked by the federal government's ratification of the Second Nationalization Act. This law only permitted the construction and operation of large power plant projects to the newly founded special companies - in this case Donaukrafte AG (DoKW) as the closest company. The main task of the national companies should be regional electricity distribution and the construction of smaller systems.
However, since NEWAG contractually secured the concession that it would be able to realize the project itself if DoKW did not start work within a year, it ultimately fell back to NEWAG.
The owners of water rights on the Kamp initially caused difficulties, but these were resolved after lengthy negotiations. Financing was also problematic. Since Lower Austria was in the Soviet occupation zone, ERP funds (European Recovey Program or Mashallplan) could not be accessed here and the construction had to be financed through bank loans. Additional negotiations had to be held with the Russian occupying power because a quarry necessary for the construction of the Ottenstein power plant was located on the Döllersheim military training area used by the Red Army.
A geological fault zone that was discovered during the excavation work on the valley flanks made it necessary to move the dam wall 50 meters downstream.
The concreting work began on October 14, 1954. The first set of machines went into operation on October 14, 1956. On July 6, 1957, the Ottenstein pumped storage power plant was officially opened in the presence of Chancellor Julius Raab.
The power plant is now operated by “evn naturkraft”.
Four Francis turbines with a nominal output of 12 MW each are installed in the power house. The total nominal flow rate is 100 m3/s. The processed water flows directly into the Dobra storage. There are also two pumps with an output of 9 MW each, which can pump the water from the Dobra reservoir back into the Ottenstein reservoir.
The reservoir hit the headlines during the 2002 flood because incorrect drainage was said to have contributed to the flood. However, no one was proven to be culpable.
Finale / Final:
N48°41.(1/18/8,5/22/2,6/3/16,7/4/4;2/6/4,3/16/3,5/7/5,8/7/3;1/23/4,2/6/2,2/6/1,3/11/3)
E015°39.(1/18/8,5/22/2,5/5/6,6/3/8;2/4/2,3/19/3,4/3/3,5/7/11;6/4/5,8/7/3,1/15/8,3/11/3)