Kalktuffquellen der
Trögerner Klamm

Die Trögerner Klamm
Die Trögerner Klamm ist eine etwa 3 km lange, enge Schlucht
(Klamm) südwestlich von Eisenkappel in Kärnten.
Erreichbar
ist die Klamm entweder von Eisenkappel oder Ferlach / Zell Pfarre /
Freibach über den Schaidasattel aus. Die unter Naturschutz
stehende Klamm bietet eine wildromantische Schluchtlandschaft, durch
die sogar eine in den Jahren 1923 - 1925 angelegte Straße
führt - aber zu Fuß erschließt sich die
Schönheit
der Klamm natürlich am besten. Die wenig befahrene
Asphaltstraße verläuft ohne
größere Steigungen
und ist ideal zum Wandern mit Kinderwägen oder auch
rollstuhlgeeignet. Die geologischen und botanischen Besonderheiten
werden auf mehreren Schautafeln erklärt.
Die Klamm ist ein buntes Mosaik aus Wäldern, Schluchten,
Felsen,
natürlichen Quellen, Wasserfällen und Kaskaden und
bietet
eine einzigartige Naturlandschaft von
außergewöhnlichem
Charakter. Hier finden alpine Vegetationselemente und submediterrane
Arten, darunter seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten
ihren Lebensraum.
Geologisch interessant ist die Klamm unter anderem dadurch, dass sie
gewissermaßen einen Spaziergang durch ehemaligen Meeresgrund
bietet. Der überwiegende Teil der Klamm ist aus Schlerndolomit
aufgebaut, ein Karbonat-Sedimentgestein, das nach einem Berg in den
Südtiroler Dolomiten benannt ist. Dieser wurde vor rund 250 -
210
Millionen Jahren im ruhigen Wasser einer Meereslagune aus den
abgelagerten Überresten kalkhaltiger Meeresorganismen
gebildet. Im
Rahmen der späteren Auffaltung der Alpen gelangten die
Gesteine an
ihren heutigen Standort. Im Lauf der Jahre hat sich der
Trögerner
Bach rund 600 m tief in den Felsuntergrund eingeschnitten und dabei die
Klamm gebildet. An Fossilien wurden in der Trögerner Klamm
Muschelschalen, Schnecken, Moostierchen und auch Fische gefunden. Im
Bachbett kann man schöne, glattgeschliffene
Stücke einer
bunten Brekzie finden - es handelt sich hier um die Tarviser Brekzie,
ein Sedimentgestein, das vor rund 250 Millionen Jahren, also noch vor
dem Schlerndolomit, abgelagert wurde. Das Geschiebe, das dem Bach
ständig zugeführt wird - darunter auch die
Stücke der
Tarviser Brekzie - verursacht gemeinsam mit der Kraft des Wassers die
Bildung zahlreicher Kolke und Gumpen im Bachbett.
Kalktuffquellen
Kalktuff, auch Quellkalk, Quelltuff, Kalksinter oder Travertin genannt,
ist ein relativ junges, poröses und kavernöses,
sekundäres Sediment - also ein Ablagerungsgestein, das
wiederum
aus einem anderen Ablagerungsgestein (Sediment), nämlich
Kalkstein, gebildet wurde. Die primären (bereits vorhandenen)
Kalksedimente wurden hier nach chemischer
Kohlensäure-Lösungsverwitterung und
Ausfällung erneut
abgelagert. In Europa kommt diese Kalkablagerung in Karstgebieten der
humiden Klimazone vor.
Die Abgrenzung der verschiedenen Kalkausfällungen
fällt
mitunter nicht leicht, da die Bezeichnungen für dieses Gestein
oft
synonym verwendet werden. Hier soll dennoch versucht werden, in das
Begriffswirrwarr etwas Klärung zu bringen.
Kalktuffe im eigentlichen Sinn sind stark poröse und
kavernöse, nicht maritime Karbonatablagerungsgesteine. Sie
sind
nicht geschichtet und nicht gebändert, enthalten teils
versteinerte Pflanzenreste, liegen häufig in gelockerter, nur
teils verfestigter Form vor und können bei technischer
Verwendung
nicht poliert werden.
Travertine sind hingegen deutlich geschichtet, fest und
polierfähig. Sie wurden und werden seit Jahrhunderten als
hochwertiges, leicht bearbeitbares Baumaterial genutzt. Dennoch
zählen auch sie zu den Weichgesteinen. Die im Steinbruch
gewonnenen Steinquader können leicht gesägt und
bearbeitet
werden, durch Trocknung härten sie anschließend
weiter aus.
Kalksinter wird als Bezeichnung für ausgefällte
Kalkablagerungen verwendet, die eine hohe Reinheit und dichte
Schichtung aufweisen - etwa Tropfsteine, Sintervorhänge und
Sinterüberzüge in Höhlen.
Die Ablagerung von Kalk als Kalktuff geschieht vor allem hinter kalten
Schichtquellen (Kalktuffquellen) im Karst. Zu den notwendigen
Bedingungen für das Ausfällen von Kalktuff
gehören
folgende Faktoren:
- eine relativ geringe Schüttung der Quelle
- eine große Verdunstungsoberfläche
- passende Wassertemperaturen
- bestimmte Ionenkonzentrationen
Außerdem spielen Pflanzen eine große Rolle: Wenn
das
austretende, kalkhältige Wasser über Moosteppiche,
Algenteppiche oder Cyanobakterienkolonien fließt,
erhöht
sich die Menge der Kalkausfällung deutlich.
Bei der Bildung von Kalktuff können mitunter diverse Gebilde
entstehen, so etwa Sinterbecken, Bachterrassen, Kalktuffpolster,
Steinerne Rinnen oder Kalktuffnasen, bei denen das Wasser dann
herabrinnt. Bei diesem Earthcache kann man ein paar dieser Gebilde aus
nächster Nähe beobachten.
Um den Cache zu loggen, musst du folgende Fragen per Message
beantworten:
1.) Bei den Headerkoordinaten kannst du Kalkausfällungen
beobachten. Handelt es sich deiner Meinung nach um Kalktuff, Kalksinter
oder Travertin?
2.) Beschreibe Farbe, Form und Konsistenz der Ablagerungen mit eigenen
Worten!
3.) Welche Tuffgebilde kannst du vor Ort sehen?
4.) Nenne mir die Koordinaten einer weiteren Stelle, wo du in der
Trögerner Klamm eine Kalktuffquelle beobachten kannst!
5.) Optional: Poste ein Foto von dir bzw. deinem GPS in Nähe
der Headerkoordinaten zusammen
mit
deinem Logeintrag.
Wenn
du deine Message mit den Antworten abgeschickt hast, kannst du den
Earthcache loggen. Nur wenn irgendwas nicht passen sollte, werde ich
mich per Message melden. Viel Spaß!
The Trögerner Klamm
The Trögerner Klamm is an approximately 3 km long, narrow
gorge southwest of Eisenkappel in Carinthia. The gorge can be reached
either from Eisenkappel or Ferlach / Zell Pfarre / Freibach via the
Schaidasattel. The protected gorge offers a wildly romantic gorge
landscape, through which a road built between 1923 and 1925 leads - but
the beauty of the gorge is of course best appreciated by foot. The
little-used asphalt road runs without major inclines and is ideal for
hiking with strollers or wheelchairs. The geological and botanical
features are explained on several display boards.
The gorge is a colorful mosaic of forests, gorges, rocks, natural
springs, waterfalls and cascades and offers an unique natural landscape
of exceptional character. Alpine vegetation elements and
Submediterranen species, including rare and endangered animal and plant
species, can be observed too.
The gorge is geologically interesting, among other things, because it
offers a sort of walk through the former seabed. The majority of the
gorge is made of Sciliar dolomite, a carbonate sedimentary rock named
after a mountain in the South Tyrolean Dolomites. This was formed
around 250 - 210 million years ago in the calm waters of a sea lagoon
from the deposited remains of calcareous marine organisms. As part of
the later folding of the Alps, the rocks found their way to their
current location. Over the years, the Trögerner Bach has cut
around 600 m deep into the rocky subsoil, forming the gorge. Fossils
found in the Trögerner Klamm included mussel shells, snails,
bryozoans and also fish. In the stream bed you can find beautiful,
smooth pieces of a colorful breccia - this is the Tarvisian breccia, a
sedimentary rock that was deposited around 250 million years ago, i.e.
before the Siliar Dolomite. The debris that is constantly fed into the
stream - including pieces of Tarvisian breccia - together with the
power of the water causes the formation of numerous scours and pools in
the stream bed.
Tufa Springs
Calcareous tuff, also known as spring limestone, swelling tuff, lime
sinter or travertine, is a relatively young, porous and cavernous,
secondary sediment - i.e. a depositary rock that in turn was formed
from another depositary rock (sediment), nemely limestone. The primary
(already existing) limestone sediments were deposited here again after
chemical carbonic acid solution weathering and precipitation. In
Europe, this lime deposit occurs in karst areas in the humid climate
zone.
It is sometimes not easy to differentiate between the different lime
precipitates, as the names for this rock are often used synonymously.
However, an attempt will be made here to bring some clarification to
the confusion of terms.
Calcareous tuffs in the strict sense are highly porous and cavernous,
non-marine carbonate deposit rocks. They are not layered or banded,
contain some fossilized plant remains, are often in a loosened, only
partly solidified form and cannot be polished for technical use.
Travertines, on the other hand, are clearly layered, solid and can be
polished. They are and have been used for centuries as a high-quality,
easy-to-work building material. Nevertheless, they are also soft rocks.
The stone blocks obtained in the quarry can be easily sawn and
processed, and they then harden further when dried.
Lime sinter is used as a name for precipitated lime deposits that have
a high degree of purity and dense layering - such as stalactites,
sinter curtains and sinter coatings in caves.
The deposition of lime as tufa occurs primarily behind cold stratified
springs (calcareous tuff springs) in the karst. The necessary
conditions for the precipitation of tufa include the following factors:
- a relatively low filling of the source
- a large evaporation surface
- suitable water temperatures
- certain ion concentrations
Plants also play a major role: If the escaping, calcareous water flows
over moss carpets, algae carpets or cyanobacteria colonies, the amount
of lime precipitation increases significantly.
When lime tuff forms, various structures can arise, such as sinter
basins, stream terraces, lime tuff cushions, stone channels or lime
tuff noses, where the water then runs down. In this earth cache you can
observe a few of those structures up close.
Your task to log the cache:
Answer the following questions via message via my geocaching
profile:
1.) You can observe limestone precipitation in the header coordinates.
In your opinion, is it tuff, sinter or travertine?
2.) Describe the color, shape and consistency of the deposits in your
own words!
3.) Which tuff formations can you see on site?
4.) Tell me the coordinates of another place where you can observe a
tufa spring in the Trögerner Gorge!
5.) Optional: Post a photo of yourself or your GPS near the header
coordinates along with your log!
After
you've sent me the message with your answers, feel free to log! Only if
there's something wrong, I'll contact you via message!
Enjoy the location!
Quellen:
Koch,
R. & W. Werner (2013): Kalktuffe. In: Naturwerksteine aus
Baden-Württemberg - Vorkommen, Beschaffung und Nutzung.
Rüsselsheim
Pentecost, W. (2015): Travertine. Berlin, Heidelberg (Springer)
wikipedia.org
www.bad-eisenkappel.info
The
most exciting way to learn about the Earth and its processes is to get
into the outdoors and experience it first-hand. Visiting an Earthcache
is a great outdoor activity the whole family can enjoy. An Earthcache
is a special place that people can visit to learn about a unique
geoscience feature or aspect of our Earth. Earthcaches include a set of
educational notes and the details about where to find the location
(latitude and longitude). Visitors to Earthcaches can see how our
planet has been shaped by geological processes, how we manage the
resources and how scientists gather evidence to learn about the Earth.
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