In Rheinhessen – und insbesondere im Großraum Mainz – Bingen – Alzey – Worms – finden sich viele Hang- und Böschungsrutschungen, was im geologischen Aufbau des Untergrundes begründet liegt.
Auch hier in Zornheim sind Hangrutschungen verbreitet.
Was sind Rutschungen?
Eine Rutschung ist ein geomorphologischer Prozess, bei dem eine gewisse Masse an Böden, Regolith* oder Felsen mit allem, was sich darauf befindet, unter dem Einfluss der Schwerkraft hangabwärts in Bewegung gerät.
*Regolith = nicht bzw. gering verfestigtes Material, das das unverwitterte Festgestein überlagert.
Typisch ist das Auftreten einer Gleitebene zwischen ruhig bleibendem Untergrund und darüber abgleitender Massen.
Diese „Massenbewegungen“ können in Form von Kriechen, Gleiten, Fließen, Schießen, Kippen oder Fallen auftreten – jeweils mit ihren eigenen charakteristischen Eigenschaften – und können in ihrem Ablauf zwischen Sekunden und Jahren dauern.
Mögliche Einflüsse auf die Entstehung von Rutschungen
Ursachen für Rutschungen können der geologische Aufbau, klimatischer Einfluss, hydrogeologische Einflüsse, Vegetation, Erschütterungen, Zeitfaktor oder menschliche Eingriffe sein.
Menschliche Einflüsse sind beispielsweise der Tagebau (z.B. Kohleabbau) oder auch extreme Terrassierung sein.
Klimatischer Einfluss sind extreme Wetterschwankungen (z.B. Starkregen oder länger anhaltende Überflutungen.
Hydrogeologische Einflüsse sind z.B. starkes Einstauen von Untergrundwasser mit Auswirkung auf die Festigkeit des Oberflächenbodens.
Erschütterungen sind zum Beispiel Erdbeben/seismologische Einwirkungen.
Vegetationseinflüsse sind beispielsweise bei einem hohen Anteil von Monokultur; also fehlender Vegetationsvielfalt
Geologische Grundlagen für die Entstehung von Rutschungen am Hasenberg
Im tieferen Untergrund dieses Gebietes lagern Tone, Tonmergel und Mergel des sogenannten Mergeltertiärs.
Den „Deckel“ der rheinhessischen Hügel und speziell in Zornheim bilden die Flachwasser- und Algenkalke des Miozän-Zeitalters (sog. Kalktertiär vor ca. 22 Millionen Jahren). Als oberste Schicht folgt staubfeiner Löss des Quartärs (ca. 2,6 Millionen Jahre bis heute).
In heißen, trockenen Sommern entstehen tief reichende Risse im Boden. Durch länger anhaltende Niederschläge im Herbst und Winter sickert das Wasser relativ schnell zu den unterlagernden Tonen und Feinsanden. Das Wasser kann nun in die Feinsandlagen eindringen und verursacht ein Aufweichen der Tone. Dadurch wird deren Festigkeit derart stark vermindert, dass die Hänge instabil werden und es in der Folge zu Rutschungen kommt.
Eine häufige Ursache für Rutschungen in Rheinhessen sind menschliche Eingriffe in hangiges Gelände. Hierzu gehören besonders Einschnitte/Abgrabungen oder Auffüllungen/Terassierungen.
Deutlich erkennbar sind die Rutschungen durch unruhige, wellige Geländeformen, Brachflächen und bei jungen Bewegungen außerdem an verschobenen Weinbergszeilen und schräg stehenden Weinbergspfählen.
Rutschungen am Hasenberg – die Hänge „wandern“ auch
Du befindest dich hier am Hasenberg. Verschiedene Sagen und Gerüchte halten sich hartnäckig, dass hier einst ein Fürst begraben wurde. Und weil dieser ein guter Mensch gewesen sein soll, kamen viele Menschen zu seinem Begräbnis und jeder von ihnen gab eine Schippe Erde auf das Grab, und so soll dieser Hügel entstanden sein.
Wenn Du dich aber an die vorstehenden Ausführungen erinnerst, wirst du erkennen, dass dieser Hügel im Laufe der Jahrtausende durch Hangrutschungen entstanden ist.
Obwohl sich die riesigen umliegenden Weinplantagen über eine im Boden vorhandene, natürliche Bewässerung (sprich: möglichst viel Wasser im Boden) freuen, führt ein hoher Bodenwassergehalt auch am Hasenberg immer wieder zu tiefen Gräben und Abrutschungen ganzer Rebstöcke, Feldwegen und somit auch zu einer Gefahr des Abgangs von Wirtschaftsgebäuden.
Quellen: wikipedia.de sowie www.lgb-rlp.de und www.rheinhessen-mitte.de
Begebe dich zu den angegebenen Koordinaten und schau dir vom Weg aus den Verlauf der Weinstöcke und der Wegführung genau an. Ein paar interessante Fotos der Umgebung und zur kurzweiligen Legende des „Hasenberges und seines Schatzes“ sind auch auf der Infotafel zu sehen. Bitte bleibe ausdrücklich auf den zugelassenen Wegen. Diese sind nur zur Fuß oder mit dem Fahrrad befahrbar. Kfz sind verboten. Bitte begieb dich nicht in die Weinfelder und probiere auch keine Früchte.
Beantworte bitte die nachstehenden Fragen und schicke mir die Antworten (über das Messagecenter oder per Email).Ihr dürft dann sofort loggen. Ich melde mich, falls es Probleme gibt. Viel Spass.
- Schau dich um: siehst du Beispiele von Hangrutschungen entlang der Wege hier am Hasenberg? Nimm ggf. hilfsweise die Schautafel zur Orientierung zur Hilfe. Ein Blick in die Ferne kann aber auch nicht schaden. Welche Art von Rutschungen kannst du erkennen?
- Schau auf die Infotafel und ermittle, in welcher Höhe (über N.N.) du dich hier befindest. Hast du auf dem Weg hierher während des Aufstiegs auch Rutschungen in tiefer gelegenen Gebieten bemerkt? Erkläre mit eigenen Worten, welcher Zusammenhang zwischen der Hanglage und den Rutschungen besteht und welche Einflüsse Deiner Meinung nach eine mögliche Ursache dieser Rutschungen sein könnten?
- Die hier hauptsächlich angepflanzte Vegetation ist die Weintraube. Bei länger anhaltender Trockenheit erfolgt hier ein ausgiebiges Bewässern oder Berieselung. Wie wirkt sich mittelfristig dieses zusätzliche/massive Bewässern der Rebstöcke auf den Hasenberg aus? Begründe deine Antwort. Welche vorbeugenden Maßnahmen, um weitere Abbrüche zu verhindern siehst du an den Weinstöcken?
- Bitte hänge ein Foto von Dir oder Deinem GPS dem Logeintrag bei, welches Dich vorzugsweise mit Weintrauben im Hintergrund zeigt.