Kalkstein im Bismarckhain
Was ist Kalkstein?
Kalkstein ist ein monomineralisches Gestein und besteht hauptsächlich aus den Mineralien Calcit (bis zu 95 %) und Aragonit, sowie, in wechselnden Anteilen, anderen Mineralien. Dazu zählen Tonmineralien, Dolomit (CaMg(CO3)2), Quarz, Gips und teilweise Silikate. Überwiegt der Dolomitanteil, so redet man vom Gestein Dolomit (oder auch „Dolomitstein“). Tonmineralhaltige Kalksteine werden dagegen Mergel genannt.
Was ist das Besondere an Kalkstein?
Kalksteine besitzen in den meisten Fällen eine helle, graue bis graugelbe Farbe. Durch Beimengungen anderer Minerale (zum Beispiel von Eisenverbindungen) kommen aber auch kräftigere, vor allem rote Farben recht häufig vor. Bituminöse Kalksteine können auch dunkelgrau bis schwarz gefärbt sein.
Der Kalkstein wurde vor etwa 254 Millionen Jahren während der Zechstein-Zeit gebildet. Aufgrund seines Magnesiumgehaltes und seiner „plattigen Absonderungsform“ wird er auch als Plattendolomit bezeichnet.
Charakteristika des Plattendolomits
Als charakteristischste Gesteinseinheit wird der Plattendolomit auch als Leine-Karbonat bezeichnet. Er ist ein graues, gut geschichtetes Dolomitgestein, welches in ruhigem Flachwasser entstanden ist. Dolomit weist im Gegensatz zu Kalkstein hohe Gehalte an Magnesium auf, welches in erhöhten Konzentrationen im Meerwasser vorhanden gewesen sein muss.
Der Abbau des Plattendolomits zwischen Crimmitschau und Meerane
Ganz im Westen des Freistaates Sachsen greift auch die Zeitz-Schmölln’er Mulde noch nach Südosten bis in das Erzgebirgische Becken hinein von Ostthüringen her nach Sachsen über.
Crimmitschau liegt somit geologisch gesehen im Uhrzeigersinn umringt von der Zeitz-Schmöllner Mulde (im Nordwesten), dem Altenburger Vorsprung (im Norden), dem Granulitgebirge (im Nordosten) sowie dem Erzgebirge Becken (im Südosten) und letztlich dem Geraer Vorsprung (im Südwesten).
In Westsachsen zwischen Meerane und Crimmitschau erfolgte früher intensiver Abbau des Plattendolomits, bis dieser nicht mehr lohnenswert war. Die BHG Meerane nahm 1964/1965 den Dolomitabbau im ehemaligen Facius’schen Kalkwerk am Emmler noch einmal auf.
Im Rahmen der ersten geognostischen Landesuntersuchung (ab dem Ende des 18. Jahrhunderts) wurde die Region um Crimmitschau von an der Bergakademie zu Freiberg ausgebildeten Studenten befahren und systematisch geologisch dokumentiert.
In einem historischen Bericht aus dem Jahr 1816 heißt es (auszugsweise):
„Lagerungsverhältnisse, Vorkommen und Verbreitung des Kalcksteins
Die jüngste, dem Rothliegenden untergeordnete Gebirgsart im besuchten District ist
c. Flötzkalckstein
Er bildet in den Umgebungen von Crimmitschau 1 bis 2 Lachter mächtige Lager, die vorzüglich in den Brüchen bei Carthause und Frankenhausen mit 1 bis 3 Ltr. Mächtigen, sehr thonigen und dünnschichtigen rothen Gestein, auf den Höhen z.T. bei Wahlen und Rudelswalde aber blos mit Sand, rothem Lehm oder Dammerde bedeckt sind.“
Die von diesem Geognosten vorgenommene Einordnung des „Flötzkalks“ in das „Rothliegende“ ist, wie wir heute wissen, falsch. Der Plattendolomit gehört dem Zechstein, und in diesem der Stufe des Leine-Karbonats an.
Rothliegendes und Zechstein sind zwei aufeinanderfolgende Abteilungen des Perms, der letzten Periode des Paläozoikums. Diese beiden Abteilungen wurden auch als unterer und oberer Dyas bezeichnet. Der Zechstein ist dabei die jüngere Stufe und wird danach vom (bereits mesozoischen) Bundsandstein der Trias überlagert.
Dennoch kann man diesen historischen Schriften entnehmen, daß die Plattendolomit-Vorkommen bei Crimmitschau auch den Geologen der damaligen Zeit bereits bekannt gewesen waren.
Die Kulturdenkmale in Crimmitschau
Du befindest dich hier im Bismarckhain und dem mit dem Portraitmedaillon Bismarcks im Jahr 1910 gestalten Crimmitschauer Grotte. Bismarckgedenkstätten wurden fast ausschließlich aus Gestein errichtet, welches man unmittelbar in der Gegend vorfand. So schied beispielsweise Elbsandstein aus, da dieses für die damalige Zeit erst über relativ weite Wege herangeschafft werden hätte müssen, während das Dolomitgestein quasi „vor der Haustür lag“.
Quellen:
Historisches: Zum Dolomitabbau im Raum Crimmitschau und Meerane (unbekannter-bergbau.de)
DeWiki > Liste der Kulturdenkmale in Crimmitschau
Bismarckdenkmal – Wikipedia
Der Zechstein - Geologie - sachsen.de
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