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Rendzina-Boden am Großen Berg in Künsebeck EarthCache

Hidden : 10/5/2023
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


 

Dieser Earthcache führt dich zum Großen Berg nach Künsebeck.

Hier auf der im Jahr 1999 stillgelegten und nun rekultivierten Mülldeponie wurde die Steinblickroute angelegt, bei der du so einiges über die hiesige Geologie erfahren kannst. Neben einen großartigen Ausblick auf einen noch aktiven Kalksteinbruch kann man in zwei Aufschlüssen auch den sogenannten Rendzina-Boden entdecken. 
 

Rendzina-Boden ist der Boden des Jahres 2025.
 

Wir wünschen Dir bei Deiner Erkundung viel Vergnügen.


Einleitung:

In der Bodenkarte ist gut erkennbar, dass das gesamte Areal rund um die ehemalige Mülldeponie und das aktive Kalkwerk in Künsebeck von Rendzina-Boden umgeben ist. Wie wir später sehen werden, ist Kalkstein die wesentliche Grundlage für die Entstehung eines Rendzina-Bodens.


Was ist ein Rendzina-Boden?

Rendzina-Boden ist ein sehr flachgründiger Boden mit einer Dicke von 10 bis max. 40cm. Er ist gut durchlüftet und zeichnet sich durch einen hohen Kalkgehalt aus. Der carbonatreiche Boden kann auf Gips-, Kalk- oder Dolomitgestein entstehen. Hier auf der rekultivierten Mülldeponie liegt der homose Oberboden auf dem Kalkstein aus der Kreidezeit auf. Ein hoher Kalkgehalt verhindert eine Versauerung des Bodens. Damit werden gute Voraussetzungen für Bodenlebewesen und die Nährstoffversorgung geschaffen.
 

Wie ist der Rendzina-Boden hier an der ehemaligen Deponie entstanden?

Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Deponie und dem Boden, da der Boden ja schon Tausende von Jahren alt ist. Auf dem Deponiegelände befand sich früher einer der drei Steinbrüche, wobei einer noch aktiv bewirtschaftet wird. Rendzina-Boden entsteht durch chemische und physikalische Verwitterung. Im Laufe der Jahrtausende wird der Kalk unter anderem durch Regenwasser gelöst und Tonminerale bleiben zurück. Diese Minerale sind gute Nährstoffspeicher. Bei einem Kalkstein mit 95% Calciumcorbonatanteil muss ca. 2m Gestein verwittern, damit eine 20cm dicke Rendzina-Schicht entstehen kann. Diese Verwitterung funktioniert unso schneller, ja feuchter und wärmer das Klima ist. In Mitteleuropa kann dieser Prozess bis zu 10.000 Jahre dauern.
Da durch die Verwitterung des Kalksteins Gesteinsspalten entstehen, durch die das Regenwasser schnell versickern kann, ist dieser Boden kein guter Wasserspeicher, sondern trocknet recht schnell und hat keine Staunässe. Im Laufe der langen Zeit bildet sich ein humoser Oberboden, auf dem flachwurzelnde Bäume wie Buchen und Eschen, aber auch Kalkmagerrasen, Bärlauch und Leberblümchen wachsen. Im Alpenraum wächst auf Rendzina-Boden auch Enzian. 
 
Am Wegpunkt 3 (siehe obiges Bild) findet ihr direkt am Weg einen Bereich mit Rendzina-Boden, auf der die krümelige Humusschicht sofort erkennbar ist. Es ist auffällig, dass dort nur sehr wenig Laub und andere Pflanzenreste vorhanden sind. Das ist ein Zeichen für intensive Aktivität der im Boden lebenden Organismen.
 

Woher stammt der Name Rendzina?

Der Name "Rendzina" stammt aus dem Polnischen ("Rauschen der Steine am Pflug") und beschreibt das Geräusch eines Pfluges, wenn er über den flachgründigen Boden gezogen und an den Steinen "entlanggeratscht ist". 
 

Nutzung des Bodens in der Landwirtschaft

Zu den Zeiten, als Pflüge noch mit Pferden gezogen wurde, betrug die Eindringtiefe des Pfluges in den Boden rund 15 bis 20 Zentimeter. Moderne Pflüge haben jedoch eine größere Eindringtiefe von etwa 30cm in den Boden. Damit berühren sie auf Grund der Flachgründigkeit des Bodens fast automatisch die unter dem Rendzina-Boden liegenden (Kalk-)Steine und bringen diese an die Oberfläche. Da dieser Boden auch recht schnell austrocknet, eignet sich der Rendzina-Boden trotz seines Nährstoffreichtums eher nicht für die landwirtschaftliche Nutzung, sondern wird häufig als Weideland verwendet.



Infotafel vor Ort

Fragen:

Um diesen Earthcache als Fund loggen zu können, bearbeite bitte folgende Aufgaben:

1. Beschreibe mit deinen eigenen Worten den Rendzina-Boden an den beiden Aufschlüssen. Schätzt am Aufschluss an den Listingkoordinaten die Dicke der Bodenschicht.

2. Gehe zum Wegpunkt 3 und zerreibe nur etwas Boden zwischen Daumen und Zeigefinger. Ist der Boden "formbar"? Wenn du die kleine Bodenprobe vollständig zwischen deinen Finger zerrieben hast, sind deine Finger nahezu sauber. Woran mag das liegen?

3. Ist Rendzina-Boden gut zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignet? Begründe deine Meinung

4. Mache ein Foto von dir, einem GPS-Gerät oder einem persönlichen Gegenstand vor Ort, zum Beispiel an der Infotafel am Wegpunkt.

Ihr dürft sofort loggen. Bei Ungereimtheiten melden wir uns. Bitte nutzt zum Übersenden der Antworten gerne die Nachrichtenfunktion. Logs ohne Antworten oder das obligatorische "vor-Ort-Foto" behalten wir uns vor, kommentarlos zu löschen.

Du befindest dich im Naturschutzgebiet "Grosser Berg - Hellberg". Deshalb zum Abschluss noch ein paar Verhaltensregeln beim Besuch des Großen Berg in Künsebeck:

  • hier gilt absolutes Rauchverbot
  • der Cache darf nur bei Tageslicht besucht werden 
  • bleibe bitte immer auf den Wegen
  • nehme deinen Müll wieder mit
  • Hunde bitte anleinen
  • Fahrräder sind nicht erlaubt

Gleich nebenan gibt es einen weiteren interessanten Earthcache: Geheimnis Großer Berg - Fossilien.

Benutzte Quellen:

Terra Vita
ahabc.de
studysmarter.de
WIkipedia

Bilder: eigene

Abschließend gerne noch ein ganz herzlicher Dank an matzoo70 für die tolle Unterstützung.

 

Additional Hints (No hints available.)