Ein kleiner Tradi an den Weinbergen des Bürgerspitals.
Bitte alles wieder so verstecken wie es war und auf Hunde Muggel achtgeben. Eine Pinzette für das Logbuch könnte vorteilhaft sein. Mit dem Kinderwagen kommt ihr nicht ganz ans Versteck hin.
Ein anschließender Spaziergang bietet sich an, einfach am Kupschacker nach oben und dann links.
Zum Bürgerspital:
Das Bürgerspital zum Heiligen Geist wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Johann von Steren (etwa 1270–1329), auch Johann vom Steren (latinisiert Johannes de Ariete; gelegentlich auch „Johann von Stern“ oder ähnlich geschrieben), einem Würzburger Patrizier ministerialer Herkunft, gestiftet. Wie seine Brüder Eckehard und Johann (der Jüngere) gehörte Johann (der Ältere) zu den bedeutenden Repräsentanten der Stadt Würzburg. Er und seine Gattin Mergardis überließen um 1316 ihr Anwesen in der Semmelgasse (heute Semmelstraße[1] 2) vor dem Haugerburgtor (oder Hauger Tor, im 14. Jahrhundert Umbenennung in Inneres Hauger Tor, und später Spitaltor genannt – bis zu seinem Abbruch 1723 am Anfang der Eichhornstraße) der Stadt. Das damit begründete „Neue Spital“, eine Stiftung zur Aufnahme pflegebedürftiger, armer und kranker Menschen wurde erstmals am 19. August 1317 urkundlich erwähnt (Ein Stifterbrief ist jedoch nicht erhalten). In einer Urkunde vom 23. Juni 1319 bestätigte der Würzburger Fürstbischof Gottfried III. von Hohenlohe die teilweise Exemtion des „Neuen Spitals“ und die Verwaltung durch drei bürgerliche Pfleger (zunächst Johann von Steren, sein gleichnamiger Sohn und ein von diesen zu bestimmender Dritter. Der jeweils nachfolgende procurator war vom Rat der Bürgerschaft zu bestimmen). Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts ernannte der die Oberaufsicht des Spitals innehabende Rat der Bürgerschaft jeweils zwei Pfleger und entschied über Aufnahme der Insassen (wobei Adlige und – explizit 1504 beschlossen – Kleriker (Geistliche) im Allgemeinen abgelehnt wurden). Es gab zwei Arten von Pfründen: Kauf einer Pfründe (Altersversorgungssicherung durch Kapitaleinsatz bei entsprechend vorhandenem Vermögen) oder Pfründe für arme Sieche ohne Vermögen (Siechenpfründen mit niedrigem Einstandsentgelt). Vor Ort führte ein Spitalmeister das Spital. 1320/1321 erfolgte die Bestätigung der Stiftungsgründung durch Papst Johannes XXII. Das „Neue Spital“ (Novum Hospitale) trug verschiedene Namen: 1323 hieß es lateinisch hospitale Sancti Spiritus („Spital zum Heiligen Geist“), 1335 wurde es als Spital ad Arietem („zum Steren“) bezeichnet, 1338 als sancti Johannis baptiste situm in Hauge dictum Novum Hospitale und ab dem 16. Jahrhundert „Bürgerspital zum Heiligen Geist“ genannt.[2]
Als Geistlicher des Bürgerspitals fungierte der Pfarrer von Stift Haug.[3] Von Steren verfügte, dass die Stiftung in der fürstbischöflichen Residenzstadt Würzburg nach seinem Tod nicht von der einflussreichen Kirche, sondern vom Bürgermeister weitergeführt werden sollte – eine Entscheidung, die „die Familie etwas ins Abseits stellte“, d. h. sie im Rahmen des Kommunalisierungsprozesses aus der Verwaltung verdrängte,[4] und ein Zeichen der damals entstehenden Bürgergesellschaft.[5]
Es gab später weitere Zustiftungen durch Würzburger Bürger, die größte durch die aus Kitzingen stammenden Brüder Rüdiger und Wolfram Teufel im Jahr 1340 mit ihren Besitztümern im Dorf Laub (Bedingung für die Schenkung war, dass stets mindestens 12 Arme im Bürgerspital leben oder als Hausarme von diesem versorgt sein sollten). Im Jahr 1349 verschrieb Johann von Steren, der Sohn des Stifters, mit seinem Sohn Hans und dessen Ehefrau Gutha einige Güter dem Bürgerspital. Die meisten davon lagen auf der Gemarkung von Oberleinach, weitere in Oberpleichfeld und Würzburg.[6][7] Auch in Testamenten wurde das Bürgerspital bedacht (wie etwa 1458 von dem Würzburger Bürger und Arzt Gerlacus Krügh oder Krugh
). Die Heilig-Geist-Taube als Wappen und die Verpflichtung, dem Heiligen Geist und den Kranken zu dienen, soll auf den Orden Brüder vom Orden des Heiligen Geistes in Rom zurückgehen. Eine sich um die Armen und Kranken sich kümmernde Bruderschaft (confratres) ist als „Gemeinschaft der Siechen und Gesunden“ 1361 urkundlich erwähnt.[9]
Zu den am Bürgerspital tätigen Ärzten gehörte um 1805 der auch als Autor[10] tätige Stadtphysikus, Gefängnisarzt und als Dozent (zu dessen Studenten wohl auch der Arzt und Meteorologe Anton Heidenschreider gehörte) an der Universität und somit am Juliusspital lehrende Philipp Joseph Horsch (1772–1820).
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerspital_zum_Heiligen_Geist