Überall im Taunus leuchtet und blinkt die Weihnachtsbeleuchtung, Tannen werden geschmückt, Rentiere auf Dächer und in Vorgärten gestellt. Auch bei den Taunusschafen ist alles festlich geschmückt und vorbereitet, am Abend des 23. Dezembers...
1. Akt, 24.12. früh morgens
05:20 Hamlet, das kleine Taunuslamm, öffnet die Augen und ist sofort hellwach. Ob es geschneit hat? Ob es bereits Geschenke gibt? Und warum duftet es noch nicht nach Plätzchen? All diesen Fragen muss Hamlet sofort nachgehen. Er weckt seine Schwester Honi, die immerhin 5 Minuten älter ist. Aber auch Honi weiß keine Antwort.
05:33 Hamlet und Honi stehen neben ihrer Mama Betty und ziehen ihr die Decke weg, damit diese endlich aufwacht und die dringenden Fragen der beiden Lämmchen beantwortet.
05:35:10 Betty wirft ihr Kopfkissen nach Hamlet und Honi, damit die beiden endlich Ruhe geben, zieht die Decke zurück und dreht sich wieder um.
05:35:11 Berta erwacht, weil ihr jemand ein Kissen ins Gesicht geschmissen hat. Unverschämtheit! Berta wirft kräftig zurück.
05:35:12 Wilma schreit laut auf, weil sie etwas am Gesicht gestreift hat.
05:35:13 Hägar schreckt von Wilmas Schrei auf und sitzt kerzengerade im Bett. Im nächsten Moment klatscht ihm ein Kissen ins Gesicht. Hägar ist außer sich und wirft kräftig zurück.
05:36 Weitere Kissen folgen aus verschiedenen Richtungen.
05:37 Klirr! Schepper! Spätestens jetzt sind alle Schafe wach. Es wird wild durcheinander geblökt, was los ist, ob das Weihnachtsschaf schon da ist oder der Schlitten mit den Rentieren abgestürzt ist.
05:36 Berta knipst das Licht an. Nachdem alle Schafe sich an die plötzliche Helligkeit gewöhnt haben, sehen sie die Bescherung: die Spitze der liebevoll geschmückten Nordmanntanne wird statt von einem Stern nun von einem Kissen geschmückt, die Kugeln sind zerbrochen, die Strohsterne zerknickt, die Kerzen schief...
05:40 Die Taunusschafe starren immer noch fassungslos und mit offenen Mündern den zerstörten Weihnachtsbaum an.
05:41 Die Schuldzuweisungen beginnen, es wird erneut wild durcheinander geblökt, weitere Kissen fliegen, weitere Kugeln krachen klirrend zu Boden.
05:47 Helga hat irgendwo im Geschenkehaufen eine Trompete gefunden und bläst kräftig hinein. Alle Schafe verstummen und schauen Helga an, die wegen der plötzlichen Aufmerksamkeit erst einmal knallrot anläuft.
05:49 Helga hat ihre Stimme wieder gefunden. "Das bringt doch alles nichts. Anstatt uns zu streiten, sollten wir das Weihnachtsfest retten. Was soll nur die Verwandschaft denken, wenn sie nachher eintreffen?"
2. Akt, 1 Stunde später. Nach längerer Diskussion haben sich mehrere Gruppen gebildet, jede mit einer anderen Aufgabe.
07:04 Mit einem großen Jutesack bewaffnet ziehen Linus und Frieda los in den Wald um Tannenzapfen zu sammeln.
07:43 Wilma bügelt den siebzehnten Strohstern glatt.
08:01 Hägar hat sich bei der Suche nach Haselnüssen mit den Hörnern in den Zweigen verfangen.
08:18 Den weiteren Schafen des Haselnuss-Suchtrupps ist es gelungen, Hägar zu befreien. Hägar wird zurückgeschickt, um stattdessen Wilma beim Strohsternbügeln zu helfen.
08:57 Berta hat einen neuen Stern für die Tannenspitze gebastelt.
09:37 Hamlet hat Hunger. Da das Frühstück ausgefallen ist, stibitzt er drei Zimtsterne.
09:38 Betty jagt Hamlet von den Plätzchen weg und verdonnert ihn, Linus und Frieda bei der Zapfensuche zu helfen.
10:15 Sally plündert das Walnuss-Versteck von Chap dem Eichhörnchen. Im Gegensatz zu Chap weiß Sally nämlich noch, wo die Nüsse sind.
11:24 Das Telefon klingelt, die Verwandschaft aus Osthofen ist dran. Wegen einer Signalstörung wird sich ihre Anreise um ungewissen Zeit verzögern. Alle Schafe atmen auf: mehr Zeit für die Vorbereitungen.
11:52 Pooky hat alle Kerzen am Baum wieder aufgerichtet.
[...]
3. Akt, am Nachmittag
15:06 Hobbes macht sich auf den Weg zum Bahnhof, um die Verwandschaft aus Osthofen abzuholen.
15:29 Grammi hat die letzten Essensvorbereitungen abgeschlossen.
15:43 Hägar stellt die Leiter an und setzt den neuen Stern auf die Spitze.
15:50 Alle Schafe haben sich um den fertig geschmückten Tannenbaum versammelt. Mit Äpfeln, Walnüssen, Haselnüssen und Tannenzapfen geschmückt sieht er wirklich schön aus, die Herde applaudiert.
16:36 Hobbes trifft mit der Verwandschaft ein. Alle bestaunen den Weihnachtsbaum, großes Lob an die Taunusschafe für die kreativen Schmuckideen.
17:11 Die Schafe sitzen mit Plätzchen und heißen Getränken um den Weihnachtsbaum und lassen es sich gut gehen.
18:00 Grammi ruft alle zum Festmahl zusammen. Von allen Seiten gibt es großes Lob an die Köchin.
19:24 Der Nachtisch ist verzehrt, alle sind satt und zufrieden. Es beginnt zu schneien, irgendwo aus der Ferne ist ein leises "Ho Ho Ho" zu hören.
19:25 Die Lämmer stürzen alle zum Weihnachtsbaum und freuen sich über die vielen bunten Geschenke.
[...]
Epilog, tief in der Nacht
Das letzte Schaf sinkt auf sein Kissen zurück, schließt die Augen und schläft ein. Es war ein turbulentes und aufregendes Fest, so viel Chaos gab es bei den Taunusschafen noch nie. Alle Plätzchen sind verzehrt, das Festmahl war wunderbar, der Weihnachtsbaum ist der schönste im ganzen Taunus geworden und die Geschenke haben viel Freude bereitet.

Aber Momentchen mal: ein Geschenk wurde vergessen und steht noch unter dem Baum! Weißt du, wo du es findest?