Pleystein. (tu) Auf den Tag genau vor nunmehr 30 Jahren wurde die herrliche Waldkapelle des bekannten Allroundkünstlers Hermann Schneider aus Pleystein auf dessen Grundstück in der Flurabteilung Hasenbühl eingeweiht. Binnen eines Jahres hatte er das kleine Gotteshaus, das der Schmerzhaften Muttergottes gewidmet ist, vollkommen in Eigenregie errichtet, angefangen vom Entwurf über den Bau bis hin zur Innenausstattung mit Bildern und Schriften. Am Sonntag, 15. Juli 1979, wurde die Gedächtniskapelle bei Kaiserwetter und in Anwesenheit von zahlreichen Gläubigen vom damaligen Stadtpfarrer Dekan P. Andreas Pfeiffer (1915 - 1999) gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben. Ausschnitte aus der "Waldlermesse", zu Gehör gebracht von den Sängern Xaver Gallitzendörfer, Wilhelm Hartung jun., Erwin Klotz, Josef Wildenauer, Josef Meier und Dirigent Albert Götz, begleiteten stimmungsvoll jene Feierstunde in der Waldeinsamkeit. Seit jenem denkwürdigen Datum wird dieser Hort der Besinnung und der stillen Einkehr inmitten des Hochwaldes immer wieder von Einheimischen und Gästen gerne aufgesucht, vor allem auch von Wanderern aus Richtung Lohma und Vohenstrauss. Im Jahr 2003 war der „Binnerwulfn-Hermann“ fast nur noch auf diesem beschaulichen Fleckchen Erde zwei Kilometer von Pleystein entfernt zu finden. In mühevoller Arbeit überholte er das sakrale Gebäude aussen und innen. Diese zeitaufwändige Generalrenovierung beinhaltete unter anderem die Installierung eines neuen Dachfirstes, die eingehende Säuberung der Dachziegel und einen neuen Anstrich der Fassade sowie die Neugestaltung der Holzdecke mit Balken und Ornamenten und die Restaurierung des wunderschönen Altarbildes. Auch das gesamte Umfeld wurde einer Sanierung unterzogen. Dank des Engagements dieses Idealisten und Heimatfreundes, der seit 39 Jahren Leiter und Motor der von ihm mit aus der Taufe gehobenen Schnitzergemeinschaft Pleystein ist, erstrahlt das religiöse Kleinod im Hasenbühl seitdem in neuem Glanz. Die Werke von Hermann Schneider sind in der näheren Region überall zu finden, so zum Beispiel als Kleinaltar in der Marienkirche auf dem Fahrenberg oder eben auch in seiner eigenen Kapelle. Für seine hervorragenden Verdienste um das Ehrenamt über Jahrzehnte hinweg wurde dem 68-jährigen Idealisten am 23. April 2003 durch Landrat Simon Wittmann als Dank und Anerkennung das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten überreicht. Vor einigen Monaten wurde er von Bürgermeister Johann Walbrunn in Würdigung seines vorbildlichen Engagements in der Heimat- und Brauchtumspflege mit dem "Pleysteiner Taler" ausgezeichnet.
Quelle OWV