Diese Cache-Serie beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes Trappenkamp. Zur Erleichterung des Umganges mit diesem Listing im Feld folgen hier zuerst alle Informationen, die zum Finden der Antworten nötig sind. Die allgemeinen Informationen zum Ort Trappenkamp und dieser Cacheserie folgen dann im Anschluss.
Teil X: Die Kiesgrube und Steine
Dieser Earthcache setzt eine große Klammer um die Trappenkamper Geschichte: In der Eiszeit brachten die Gletscher Sand, welcher dann in 1960er Jahren zu Kalksandstein verarbeitet wurde.
Zur Geologie des Ortes:
Schleswig-Holstein verdankt seine Existenz mehreren Eiszeiten. Ohne diese Ereignisse gäbe es hier im Land nur Meer und ein paar kleine Inseln (wie den Segeberger Kalkberg). In den Eiszeiten haben die Gletscher das Material aus Skandinavien herangeschafft, aus dem dieses Bundesland heute besteht. Dies geschah hauptsächlich während der letzten zwei Eiszeiten: Saaleeiszeit (vor 200.000-125.000 Jahren) und Weichseleiszeit (vor 80.000-15.000 Jahren). Während dieser Phasen kühlte sich Nordeuropa stark ab (6 bis 8°C weniger). In der Folge kam es zu verstärkten Niederschlägen, die in Skandinavien überwiegend als Schnee herunterkamen. Aus jeweils 8m Schnee wurden 10cm Eis, welches sich über die Zeit zu insgesamt 3000m Eis auftürmte (das wären rechnerisch 240km Schnee). Dieses Material mit einem Gewicht von 2700t pro Quadratmeter geriet durch dieses Gewicht sozusagen "ins Rutschen" und bahnte sich seinen Weg nach Schleswig-Holstein, wobei sämtliche Hindernisse weggehobelt wurden.
Das Material auf der Unterseite dieser Gletscher wurde zu mehr oder minder kleinen Teilen zermahlen, auf diese Weise entstanden Materialgrößen zwischen Findlingen und feinstem Sand. Die Korngröße war dabei davon abhängig, welche Strecke der Gletscher zurückgelegt hat. So besteht das Material in Südschweden zu 60-70% aus Sand und kleineren Korngrößen, in Norddeutschland aber schon zu über 95% aus Sand. Das Material lagerte sich schließlich dort ab und das bildete, was wir heute als Schleswig-Holstein kennen.
Je nach Position im oder am Gletscher ergab diese Materialablagerung unterschiedliche "Moränen", also vom Gletscher abgelagertes Material:
- Grundmoränen lagen unterhalb des Eises
- Endmoränen sind das Material am Ende des Gletschers, meist Hügel mit mehr ("Stauchendmoräne") oder weniger Höhe ("Satzendmoräne").
- Sander: Der Druck des Eises sorgte dafür, dass das Eis an der Unterseite des Gletschers schmolz. Zusätzliches Schmelzwasser von der Oberseite des Gletschers bahnte sich den Weg nach unten. Dieses Wasser trat unterhalb des Gletschers aus, und das mitgeführte Material (kleinere Steine*, Kies und Sand) lagerte sich vor dem Gletscher ab. Dieses Material nennt man "Sander" und ist je feiner, je weiter weg das Wasser es von dem Gletscherrand getragen hat.
*Größere Steine (bis Findlinge) konnten nicht vom Wasser transportiert werden, sondern wurden vom Eis mitgeführt und bei dessen Schmelzen abgelagert.
|
|
Der Bereich der Kiesgrube von Trappenkamp gehört zu einem Gebiet, dass zuletzt während der Weichseleiszeit betroffen war. Das Eis reichte damals bis etwa hier (gestrichelte Linie in der Karte). Die Kiesgrube (roter Kreis in der Karte) befindet sich im Gebiet eines Sanders. Man findet hier also das Material, das das Wasser des Gletschers herausgespült hat.
Wikipedia-Eintrag zur Weichseleiszeit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Weichsel-Kaltzeit
|
|
Auf dieser Karte ist als rote Linie eingezeichnet, bis wohin die Gletscher maximal vorgestoßen waren. Das ist genau das Gebiet, in dem sich die Kiesgrube und der Earthcache befindet. Die Kiesgrube selbst ist mit einer gestrichelten Linie markiert.
Die Quellen für diese Linie stammt von der Seite "Umweltportal Schleswig-Holstein":
https://is.gd/DpfI2P">https://umweltportal.schleswig-holstein.de
Unterschiede in den beiden Karten: Die Eisränder in den beiden Karten sind nicht gleich. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin, dass die obere Schwarz-Weiß-Karte nur eine grobe Skizze ist, und damit nicht sonderlich präzise.
|
|
|
Zur Kiesgrube:
Um diesen Earthcache zu lösen, muss eine ehemalige Kiesgrube betreten werden. Dies ist erlaubt und nicht sonderlich gefährlich, es muss aber mit Tieren gerechnet werden, die das Areal beweiden. Da es sich hier aber um ein geschützes Areal handelt, sind besondere Verhaltensweisen dringend einzuhalten. Am Eingang findet sich ein Schild mit diesem Text:
Geschütztes Biotop
Dieser Teil der Landschaft ist wervoller Lebenraum für seltene Tiere und Pflanzen.
Besonders geschützte Biotope nach §15a Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) können sich hier entwickeln.
Das Befahren, Lagern, Zurücklassen von Abfällen, die Entnahme von Bodenbestandteilen und sonstige Beeinträchtigungen sind verboten.
Nach §57 LNatSchG können Zuwiderhandlungen mit einem Bußgeld geahndet werden.
Die Kalksandstein-Fabrik
Zur Produktion von Kalksandsteinen (https://de.wikipedia.org/wiki/Kalksandstein) benötigt man viel Sand und wenig Kalk (Mischungsverhältnis 12:1), weshalb es sinnvoll ist, solche Steine dort zu produzieren, wo es viel Sand gibt. Die junge aufstrebende Gemeinde Trappenkamp (sie existiert erst nach 1945, siehe Text unten) konnte in ihrer Umgebung das benötigte Material Sand bieten. 1960 siedelte sich das Kalksandsteinwerk Johannes Thiessen KG dort am Wegpunkt "Ehem. Kalksandsteinwerk" an. Mit der Erschöpfung des Sandes in der Grube endete hier die Produktion. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Altreifenhandlung. Viele der alten Gebäude sind immer noch sichtbar und erinnern Einheimische an die alten Zeiten.
Das Foto zeigt die alten Gebäude im heutigen Zustand. Der rote Pfeil markiert die Stelle, wo das Förderband aus der Kiesgrube ankam. Die Straße (Standort des Fotografen), die sich heute vor dem Gebäude befindet, ist erst nach der Stilllegung des Kalksandsteinwerkes gebaut worden. Schaue Dir am Wegpunkt "Ehem. Kalksandsteinwerk" das Werk ruhig an (keine Pflicht).

Zum Earthcache selbst:
Die angegebenen Koordinaten bringen Dich zu einem Tor, welches das Gelände der ehemaligen Kiesgrube abschließt. Zum Eintreten muss weder das Tor überklettert, noch das große Tor geöffnet werden. Das kleine Tor auf der linken Seite hat auf der Innenseite einen Riegel, der sich mit der Hand leicht öffnen lässt (wer schon mal in GB war, kennt diese Tore). In den Wegpunkten sind interessante Positionen angegeben. Einige müssen aufgesucht werden, um die folgenden Fragen zu beantworten:
- Wieso findet sich hier Sand in der Grube? Beschreibe die Herkunft und den Mechanismus für den Transport.
- Gehe zum Wegpunkt "Hang": Dort findest Du eine Stelle mit Sand und Steinen. Beschreibe qualitativ das Verhältnis von Sand zu Steinen. Was vermutest Du, warum das Verhältnis hier so sind?
- Gehe zum Wegpunkt "Wasserloch": Dort finden sich Steine verschiedener Größen. Welche max. Korngrößen findet sich hier? Warum gibt es keine Findlinge?
- Mache ein Foto von Dir in der Kiesgrube (keine Pflicht)
Schicke uns bitte die Antworten an diese Email-Adresse Earthcache-Trappenkamp@gmx.de (oder das Message-System der Geocaching.com-Seite), am liebsten ist uns die Email-Adresse.
Es kann sofort geloggt werden. Bei Fehlern melden wir uns.
Trappenkamper Geschichte
Diese ist insofern interessant, als es den Ort erst seit dem Ende des zweiten Weltkrieges gibt und offiziell erst ab 1956.
Details hierzu finden sich in den anderen Caches unser Serie Trappenkamper Geschichte: Momentan gibt es 8 aktive Caches. Einen Einstieg findet sich bei der Nummer 1:
Die Tore Trappenkamps.
Die meisten historischen Informationen sind dem Buch "Stefan Wendt: Trappenkamp, Geschichte einer jungen Gemeinde, 1992" entnommen.
Quelle für den geologischen Teil:
- Kurt-Dietmar Schmidtke: Die Entstehungs Schleswig-Holsteins, Wachholz Verlag, 4. Auflage 2004
- Herbert Liedtke: Die Nordischen Vereisungen in Mitteleuropa, Selbstverlag, 2. erweiterte Auflage 1981
- Gutes Kartenmaterial: https://umweltportal.schleswig-holstein.de
Wir danken der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein für die freundliche Genehmigung zum Auslegen dieses Earth-Caches.
Stand: 09.11.2024
| |