Dr. Eisenbart
...ohne "H"
Lange Zeit glaubte man, dass es sich bei Doktor Eisenbart eine dichterische Sagengestalt handelte, die nie gelebt habe. Sie wurde in eine geschichtliche Persönlichkeit zurück verwandelt, als im Jahre 1837 der Grabstein Eisenbarts gefunden wurde. Auf ihm halten zwei Putten das Wappen Eisenbarts. Nach neueren Forschungen ist sein Lebenslauf wie folgt zu rekonstruieren:
Johann Andreas Eisenbart wurde im März 1663 in Oberviechtach geboren. Er war das dritte Kind seines Vaters, eines Bruchschneiders (= Chirurg für Leistenbrüche) und Okulisten, dem damaligen Ausdruck für einen Augenarzt. Später lernte er ca. 10 Jahre bei seinem Schwager Alexander Biller in Bamberg ebenfalls die theoretischen und praktischen Details eines Okulisten, Bruch- und Steinschneiders. Danach machte er sich in Altenburg/ Thüringen selbständig und wohnte mit seiner Familie von 1685 bis 1703 dort. Dr. Eisenbart legte nie eine "Meisterprüfung" ab und hat somit eigentlich auch keinen Titel eines "Doktor". Wahrscheinlich wegen der Prüfungsgebühren, die diese mit sich gebracht hätte. Das hatte jedoch zur Folge, dass er auch „später immer wieder Konflikte mit seinen 'zünftigen' Standeskollegen austragen und sich den Prüfungen der Medizinalbehörden stellen“ musste. Ferner konnte er sich zunächst nirgends als selbständiger Handwerkschirurg niederlassen und musste daher als Wanderarzt umherziehen. Im Jahre 1703 erwarb Eisenbart schließlich in Magdeburg eines der stattlichsten Häuser, das Anwesen „Zum güldenen Apfel“. Im ganzen deutschen Sprachgebiet war Eisenbart auf den Märkten unterwegs. Für seine Tätigkeit und Anwesenheit machte er auch z.B. durch Flugblätter Werbung. In mehr als 80 Orten ist er nachweislich tätig gewesen: Zehn deutsche Fürsten hatten ihn mit Privilegien für ihre Fürstentümer ausgestattet. Die Privilegien waren zugleich ein Qualitätsnachweis für seine Arbeit. Hauptsächlich behandelte er Augenleiden (Staroperationen), Leisten- und Hodenbrüche, Blasensteine, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Krebs. Im Unterschied zu anderen landfahrenden Ärzten suchte er wiederholt und in kurzen Abständen die gleichen Orte auf und blieb so lange, bis auch die Phase der Heilung seiner Patienten abgeschlossen war. Das Ansehen und die Qualität seiner Arbeit beweist, dass ihm ein persönlicher Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. überbracht wurde. Darin hieß es, er solle „sich alsofort nach Stargard zu begeben. Woselbst er sich beym Obristen von Grävnitz melden möge, welcher einen Schaden ans Auge bekommen habe und gegenüber welchem er seinen äußersten Fleiß anwenden soll, solchem wieder zu helffen“. Als Dank für seine gute Arbeit wurde er Anfang 1717 zum "preußischen Hofrat und Hof-Augenarzt" ernannt.
Auch als "Erfinder" von medizinischen Geräten wurde Dr. Eisenbart bekannt. So erfand er z.B. eine Nadel zum Starstechen und einen Haken zur Operation von Polypen. Darüber hinaus aber auch Bruchbänder, künstliche Zähne und künstliche Augen. Natürlich fertigte er viele Medikamente selbst an. Bei "Frauenkrankheiten" assistierte ihm seine Ehefrau Elisabeth, mit der er 35 Jahre lang verheiratet gewesen ist.
Im September 1727 machte er in Göttingen Station. Hier machte er am 01. im Gasthaus „Zum schwarzen Bären“ sein Testament. Zu diesem Zeitpunkt litt er bereits an Fußgicht und an den Folgen eines Schlaganfalls.
Schließlich suchte er Hann. Münden gemeinsam mit seinem Sohn Adam Gottfried auf. Hier erlitt er am 6. November einen weiteren Schlaganfall und starb am 11. November 1727. Sein Sterbehaus, das damalige Gasthaus „Zum Wilden Mann“, steht in der Langen Straße 79. Während seines Besuches hatte er hier noch praktiziert. Beigesetzt wurde Doktor Eisenbart in einer Gruft im Chorraum, mitten vor dem Altar in der St. Aegidienkirche. Sein Grabstein wurde rund 100 Jahre nach seinem Tod bei einer Wiederbelegung des Grabes aus dem Kirchenchor entfernt und an der Nordseite der Kirche aufgestellt. Hierbei wurde auch ein Fehler auf dem Grabstein entdeckt. Das Geburtsjahr ist mit 1661 angegeben und nicht wie richtig 1663. Die Innschrift lautet:
"Alhir ruhet in Gott der weiland hochedle, hocherfahrne weltberühmte Herr, Herr Joh. Andreas Eisenbart Königl. Grosbritannischer und Churfürstl. Braunschw. Lüneb. ·brivilegirte Landarzt wie auch Königl. Breussischer Raht und Hofoculiste, von Magdeborg. Getbohrn Anno 1661 Gestorben 1727 d. 11. Novembr. Aetatis 66 Jahr".
Viele Jahre später wurde er ein Spottlied über den Doktor bekannt. Die Wurzeln dieses Liedes sind womöglich im Neid seiner weniger erfolgreichen Kollegen zu suchen. Dem Lied nach war Eisenbart ein Kurpfuscher, der mit seinen rauhen Kuren vielen Patienten den vorzeitigen Tod brachte. Außerdem ein gewinnsüchtiger Prahlhans, der wegen seines Nichtskönnens angeblich hinter Schloss und Riegel gehört hätte.
Das Lied beginnt mit der Strophe:
Ich bin der Doktor Eisenbart,
widewidewitt, bum, bum,
heil die Leut’ nach meiner Art,
widewidewitt, bum, bum.
Kann machen, dass die Blinden geh’n,
widewidewitt, juchheirassa,
und dass die Lahmen wieder seh’n,
widewidewitt, bum, bum.
und hat zahlreiche weitere Strophen, die im Laufe der Zeit zu den ursprünglichen zwölf hinzugedichtet wurden.
In der Stadt Hann. Münden erinnert heute neben der Grabplatte vieles an diesen berühmten Gast. Es gibt eine Straße und einen Platz, die nach ihm benannt wurden. An fünf Ortseingängen und auf dem Doktorwerder stehen lebensgroße Figuren. Es gab natürlich auch eine Eisenbart-Apotheke und das mehrfach täglich stattfindende Glockenspiel (12:00 Uhr, 15:00 Uhr und 17:00 Uhr) vor dem Rathaus zeigt eine Behandlung durch den Arzt. Am Sterbehaus ist ebenfalls eine Figur, die auf ihn hinweist vorhanden. In den Wintermonaten gibt es beleuchtete Figuren. In manchen Jahren wird auch ein Bühnenstück über die Behandlungen des Doktors aufgeführt. Es wird/wurde ein Film gedreht, in dem der Doktor eine Rolle spielt. Und nicht zuletzt: man kann auch Stadtführungen mit einem Dr. Eisenbart-Darsteller buchen, der einem die damalige Zeit näherbringt.
Warum aber nun der Name ohne H? Vielfach wird der Name in verschiedensten Schreibweisen abgedruckt. Allein bei Wiki sind vier verschiedene verzeichnet. Die Stadt Hann. Münden hat sich aber dazu entschlossen, den Namen so zu schreiben, wie er auf dem Grabstein verzeichnet ist.
...er war anders als sein Ruf!
ZUM CACHE
1. Eure Aufgabe ist es, eines der Dr. Eisenbart-Abbilder zu finden (an einem der Wegpunkte) und abzufotografieren. Dabei solltet ihr aber beachten, dass auf dem Foto ein Zettel deutlich sichtbar ist, der den Schriftzug: "Ohne H!" trägt (s. Beispielbilder). Jeder Logeintrag benötigt ein eigenes individuelles Bild! Es ist nicht nötig, dass ihr selbst auf dem Bild zu sehen seid. Mehrere verschiedene Logs mit dem gleichen Logfoto werden nicht akzeptiert und kommentarlos gelöscht!
2. An den Koordinaten des VC (N 51° 24.915' E 9° 39.138') findet ihr die Grabtafel des Doktors. Schickt die Anzahl der Grabplatten die links und rechts neben seiner aufrecht an der Kirchenwand aufgestellt sind an die E-Mail-Adresse (die Grabplatte von Dr. Eisenbart zählt nicht dazu!):
XlinksYrechts@sags-per-mail.de
Ihr müsst natürlich das X und Y durch die von euch ermittelten Zahlen ersetzen (also z.B.: 3links5rechts@sags-per-mail.de). Im Betreff schreibt bitte euren GC-Namen hinein! Nach Erhalt der Antwort dürft ihr sofort loggen.
Da es immer wieder Cacher gibt, die erst auf Nachfrage reagieren und die Logbedingungen dann erst erfüllen, sehen wir uns gezwungen, diese Logs ab sofort zu löschen!
Ein Logfoto mit der Grabplatte (ob Zettel oder nicht) erfüllt nicht die Logbedingung!
Zusendung der E-Mail (ihr bekommt sofort eine Antwort; sollte diese nicht kommen: bitte über das Nachrichtencenter schicken und loggen) und Log (inkl. eines geforderten Bildes) müssen zeitnah erfolgen!
Viel Spaß nun in unserer schönen Stadt wünschen euch die Potscherben und denkt immer daran: Dr. Eisenbart ohne H!
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