Das im Volksmund als Calorit-Siedlung bekannte 22.000 Quadratmeter große Quartier im Zentrum des Dresdner Stadtteils Leuben wurde zwischen 1925 - 1927 erbaut. Begrenzt von der Robert-Bernd-Straße, der Guerickestraße sowie der Lilienthal- und Sachsenwerkstraße ist sie ein Beispiel für den Wohnungsbau dieser aufstrebenden Zeit und spiegelt die architektonischen und städtebaulichen Ideen der Weimarer Republik wider. Derartige Werkssiedlungen wurden für die Arbeiter der nahegelegenen Industriebetriebe, wie zum Beispiel der Asbest-Spinnerei und der Stopfbüchsenpackungs-Fabrik des Feodor Burgmann, der Möbelfabrik Menzel oder eben für die Arbeiter der Calorit-Werke, errichtet.
Die hier vom Unternehmer Franz Glinicke errichtete Hofgartensiedlung (Calorit-Siedlung) umfasst 8 Gebäude mit 188 Wohneinheiten und 122 Kleingärten.

Die Siedlung zeichnet sich durch ihre zweckmäßige und kostengünstige Bauweise aus, die dennoch versuchte, eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen. Die Häuser sind oft in Zeilen angeordnet und haben kleine Gärten, die den Bewohnern etwas privaten Außenraum bieten. Solche Siedlungen waren Teil eines größeren Trends, die Wohnverhältnisse für Arbeiterfamilien zu verbessern und gesündere Wohnbedingungen zu schaffen.
Heute ist die Calorit-Siedlung ein interessantes Beispiel für städtebauliche Entwicklungen der frühen 20. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz, was ihre historische Bedeutung unterstreicht.

