Kurze Geschichte des EuGH und des Gartens der Mehrsprachigkeit:

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) wurde im Jahr 1952 eingerichtet, um „die Wahrung des Rechts bei der Auslegung und Anwendung" der Verträge zu sichern, welche die Grundlage für die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer in der Europäischen Union (EU) bilden.
In diesem Sinne überprüft der EuGH die Rechtmäßigkeit der Handlungen der Organe der EU, wacht darüber, dass die Mitgliedstaaten den Verpflichtungen nachkommen, die sich aus den Verträgen ergeben, und hilft nationalen Gerichten bei der Auslegung des Unionsrechts.
Da jeder Mitgliedstaat seine eigene Sprache und sein spezifisches Rechtssystem hat, ist der EuGH ein vielsprachiges Organ. Seine Sprachenregelung ist für ein Gericht weltweit einmalig, da jede Amtssprache der Union Verfahrenssprache sein kann. Er ist zu uneingeschränkter Vielsprachigkeit verpflichtet, da es erforderlich ist, mit den Parteien in der jeweiligen Sprache des Verfahrens zu verkehren und seine Rechtsprechung in allen Mitgliedstaaten bekannt zu machen.
Der luxemburgische Staat und der EuGH haben 2023 gemeinsam den Garten der Mehrsprachigkeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gebäuden des EuGH angelegt. Er verwandelte ein brachliegendes Grundstück in eine Grünanlage, die sich einerseits günstig auf das Stadtklima und die Biodiversität auswirkt, und andererseits den Besuchern sowie den Anwohnern und den Beschäftigten des Quartiers einen angenehmen Aufenthaltsort bietet.
Der Garten wurde der Mehrsprachigkeit gewidmet, um seinen Besuchern einen Eindruck des kulturellen Reichtums zu vermitteln, der in den Sprachen beheimatet ist, und um zu erklären, warum und wie sehr die Mehrsprachigkeit für die Tätigkeit des EuGH und der anderen EU- Institutionen wichtig ist.
Zu diesem Zweck tragen die Gartenmöbel literarische Zitate aus 25 Sprachräumen (in 24 Amtssprachen und auf luxemburgisch) und die Grundwerte der EU sind in allen Sprachen zu entdecken. Informationen über die Mehrsprachigkeit sind mit Hilfe eines Handys o.ä. über einen QR-Code verfügbar. In 2024 wird ein Kunstwerk errichtet, welches das Leitmotiv der EU, „In Vielfalt geeint“, symbolisiert. Schließlich erlaubt ein kleiner, einer Dolmetscherkabine nachempfundener Bau, den Arbeitsplatz der DolmetscherInnen kennenzulernen und einen Film über den Gang einer Rechtssache anzuschauen, der die Rolle der Sprachendienste besonders herausstellt.
Für die kleinen Besucher gibt es eine offene Bücherei mit bebilderten Büchern in 25 Sprachen.
Vor allem für Jugendliche haben SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Trier am Final ein Spiel bereitgestellt …. mehr wird jedoch nicht verraten!
Der Garten ist nur tagsüber geöffnet!