Ungefähr 400 Meter Luftlinie vom Hohenlimburger Schloß entfernt liegen mehrere eigentümliche und konzentrische Erdwälle. Sie gehören zum Wall-Graben-System der sogenannten Sieben Gräben. Hier erschien um 1232 Graf Dietrich von Isenberg mit einem starken Heer und errichtete auf dem Schleipenberg einen befestigten Stützpunkt. Ob er dazu eine bereits bestehende Wallburg ausbaute oder ob er die palisadenumwehrte Wallanlage neu baute, ist nicht gesichert überliefert. Der Chronist Levold von Northof weiß jedenfalls zu berichten, dass Dietrichs Heer so viele Ritter besaß wie es Palisaden an der Wallburg gab.
Im Schutze dieser Wallanlage entsteht in den Folgejahren bis 1243 das „Novum Castrum Lymborgh“, jene Festungsanlage, die heute Schloß Hohenlimburg heißt. Dies geschah insbesondere zur Sicherung der gräflichen Ländereien vor Dietrichs Kontrahenten, dem Kölner Erzbischof. Dessen Raffenburg lag nur 1 ¼ km entfernt von der neuen Burg des Grafen.
In den Jahren 1288, 1300 sowie 1584 wird die Wallburg „Sieben Gräben“ dann noch genutzt, um die Limburg zu belagern und um dem jeweiligen Burgherrn den Besitz zu entreißen. Zu späteren Jahren sind keine Niederschriften mehr zu finden. Ab wann es hier keine Wallanlage mehr gab, ist daher unbekannt.

Die Anlage besteht aus einer dreifachen Wall-Graben-Befestigung um einen Innenraum von 21 m Durchmesser. Im Norden besteht eine zusätzliche Absicherung durch einen Halsgraben. Bei 1908 durchgeführten Ausgrabungen wurden im Innenraum eine Ringmauer und die Reste eines rechteckigen Wachturms gefunden. Dabei stieß man auch auf Keramikreste von bauchigen Krügen, Kannen und Bechern, die alle aus dem späten 12. und 13. Jahrhundert stammen.
Graben müsst ihr jedoch nicht, um der Dose habhaft zu werden. Sie liegt oberirdisch am Rande des äußersten Walls. Die Abstandsregel ließ ein Versteck in der Burgmitte nicht zu. Wenn man dort "im Burginnern" steht, wird einem bewusst, dass die meisten Ritter aus Dietrichs Heer sicherlich außerhalb nächtigen mussten.
Viel Freude beim Erkunden der Sieben Gräben wünschen Bine & Heino - flimmflammfunkel
