Hohenöd
Lost Place, bevor es ganz verschwindet , muss ich es euch zeigen. Seid behutsam, ihr lauft auf den letzten Steinen der kleinen Siedlung. Ein kleines Mäuerchen ist noch zu sehen. Der Cache ist NICHT in der Mauer! Es gibt ein Spoilerbild.
BITTE wieder genauso gut getarnt zurücklegen.
Hohenöd lag auf einer Terrasse 400 m ü.d.M. links der Steinach an der Westflanke des Geisberges (518 m) etwa 2,5 km nördlich von Heiligkreuzsteinach. Folgt man dem Wanderweg leicht ansteigend, bis man zu einer Wegkreuzung an einer Lichtung mit einer Quelle, einer Jagdhütte und einer Schutzhütte gelangt, steht dort auch der Erinnerungsstein („Hier stand bis 1840 der Bauernhof Hohenöd“), den Ernst Elfner in den 1970er Jahren bei den spärlichen Spuren der kaum mehr erkennbaren einstigen Hofstelle aufgestellt hat.
Wenn Hohenöd oft auch als großer Bauernhof oder Hofgut bezeichnet wird, so hat dies wohl manchmal die Vorstellung beflügelt, dass es sich dabei um den respektablen, geschlossenen Ansitz eines „freien, stolzen odenwäldischen Bauerngeschlechts“ gehandelt hätte (so ähnlich z. B. o.g. E. Elfner, der darum von Einheimischen auch manchmal scherzhaft der „Holdemer“ genannt wurde), aber das dürfte wohl eher einer romantisierenden Verklärung entsprungen zu sein, und die Wirklichkeit sah sicherlich um einiges bescheidener aus: Die Siedler waren Eigenleute der strahlenbergischen „Herrschaft Waldeck“ , nachmaliger kurpfälzischer „Kellerei Waldeck“, die, wie alle anderen Bauern auch, Abgaben zu leisten hatten; und sie gingen nach Heiligkreuzsteinach zur Kirche. Die Ansiedlung bestand zunächst aus drei Huben mit den entsprechenden Hofstellen, gemeinschaftlichem Wald und eigener Gemarkung. Man muss sich das Ganze als ein kleines Dörfchen oder Weiler vorstellen, denn mit der Zeit wurden bei Hofstellen üblicherweise auch Altensitze und evtl. Taglöhnerhäuschen errichtet. Sicherlich wurden aus den unterschiedlichsten Gründen im Laufe der Zeit die ursprünglichen Huben einst zerstückelt – z.B. durch Erbteilungen –, so dass sich dann mehrere Besitzer eine Hube teilten, und ein andermal wurde wieder etwas zusammengelegt und evtl. durch Neurott-Stücke erweitert. Da die Bewirtschaftung zweifellos auf die Kraft mehrerer Knechte und Mägde angewiesen war, kann man davon ausgehen, dass je nach Zeitumständen um die 20-30 Leute dort ständig in mehreren Gebäuden gelebt haben. Zu Beginn des 19. Jhds. , einige Jahre vor der Aufgabe, lebten in Hohenöd noch schätzungsweise 20 Personen. 1840 kam der Weiler zu der gerade erst selbständig gewordenen Gemeinde Lampenhain. Im selben Jahr wurde das Gut vom Großherzoglich Badischen Forstärar für 32.000 Gulden, 88 Kreuzer angekauft. Die Größenangaben indes sind recht unterschiedlich: Die Kreisbeschreibung spricht u.a. von 2 Höfen von 92 und 122 Morgen, während o.g. E. Elfner insgesamt 272 Morgen (180 M Wald, 73 M Feld, 19 M Wiesen) recherchierte.
Quelle: Odenwaldklub/ Heiner Simon