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Vulkanische Ausströmungen und
Schlamtöpfe
Saint Lucia / Mofette - Fumarole - Solfatare
Tief unter der Erde brodelt es, zähflüssig, heiße Erdmassen bewegen sich und
suchen sich ihren Weg durch die festeren Erdmassen. Durch magmatische
Aktivitäten in tieferen Schichten entstehen Gase verschiedener Art, die sich in
Rissen und Klüften durch die unterschiedlichen Erdschichten an die Oberfläche
arbeiten. Nun kommt es auf die Beschaffenheit der Umgebung an. In welcher Tiefe
befindet sich eine Magmakammer, welche Temperaturen sind dort möglich und welche
Elemente treffen aufeinander.
Oft als Wasserdampf bezeichnet ist die Gasphase von Wasser das häufigste
Gas im Magma. Wenn die klimatischen Bedingungen es begünstigen, wird das
Kondensat als Dampfwolken sichtbar. Gefolgt von Schwefeldioxid und
Schwefelwasserstoff, ist Kohlendioxid das zweithäufigste vulkanische
Gas. Für seinen Geruch nach faulen Eiern ist Schwefelwasserstoff bekannt
und wird daher direkt mit Vulkanen in Verbindung gezogen. Kalte Luft
bindet nicht so viel Dampf, als warme. So erkennt man bei
unterschiedlichen Temperaturen mehr oder weniger Dampf, obwohl sich der
Gasausstoß nicht ändert.
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Anhand von Temperatur und Art der Gase, die aus ihnen austreten wird
deren Klasse bestimmt. Zwischen 200 °C und 800 °C können die Temperaturen der
Gase liegen. 100 °C bis zu 250 °C heiße Fumarolen werden als Solfataren
bezeichnet. Die postvulkanische Exhalationen (Ausströmungen) von Gasen enthalten
hauptsächlich Schwefelwasserstoff (H2S), Kohlenstoffdioxid (CO2) und
Wasserdampf.
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Schwefelwasserstoff oxidiert bei Kontakt mit Luftsauerstoff und bildet elementaren Schwefel und Schwefeldioxid, welches sich in Wasser löst und dabei Schweflige Säure (H2SO3) bildet. Boden und Gestein werden von dieser Säure angegriffen. Mit dem heißen Wasserdampf zusammen bewirkt sie die Zersetzung der mineralischen Bestandteile. |
Häufig bilden sich Schlammkessel durch die Zersetzung und Kondensation
von Wasserdampf, bei denen die Gase unter Blasenbildung austreten. Heiße
Quellen, die sich bei schwachem Grundwasserzufluss, in geothermal
aktiven Gebieten bilden, werden als Schlammtopf oder Schlammsprudel
bezeichnet. An Bereichen, bei der der Boden mit vulkanischer Asche, Ton
oder anderen feinen Partikeln angereichert ist, vermischt sich das
wenige, nicht verdampfte, aufsteigende Grundwasser zu zähflüssigen
Schlamm.
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Im Allgemeinen hat der Vulkanschlamm durch die Schwefelverbindungen eine weiße
bis graue Färbung. Durch Beimengungen von Eisen treten auch rote oder rosa
gefärbte Anteile auf. Vulkanförmigen Kegel von gewöhnlich nicht mehr als ein bis
zwei Meter Höhe können unter bestimmten Bedingungen von dem Schlamm gebildet
werden.
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Westlich von Sulphur Springs, gibt es zwei inaktive
Vulkane, den Gros Piton (770 Meter) und den Petit Piton (743 Meter). Im
Sinne von Vulkanausbrüchen sind die beiden Vulkankegel nicht mehr aktiv.
Relativ jung (< 20.000 Jahre) sind die Vorkommen von Lavadome und
-krater rund um Sulphur Springs. Zusammen mit dem aktiven geothermischen
Feld, weist es darauf hin, dass das Vulkanzentrum Soufrière
möglicherweise aktiv ist und erneut ausbrechen könnte.
Mafische Minerale kommen in magmatischen Gesteinen stets
auskristallisiert aus einer Gesteinsschmelze (Magma) hervor und
entstehen nicht aus einer Metamorphose, oder infolge von Erosion,
Transport und Ablagerung, wie bei Sedimentgesteinen. An der
Erdoberfläche verwittern die metastabilen, mafischen Minerale chemisch
relativ schnell in geologischen Zeiträumen. |
Innerhalb des Schalenbaus der Erde, wird die Grenzfläche zwischen
Erdkruste und Erdmantel, als Moho (Mohorovičić-Diskontinuität)
bezeichnet. Weitgehend in relativ geringer Tiefe von 5–15 km (unter dem
Seeboden), liegt die Mohorovičić-Diskontinuität unter dem Grund der
Ozeane. Im Bereich von Kontinentalsockeln und auch im Randbereich der
Kontinente liegt Moho schon um 20–30 km tief (unter Meeresgrund bzw.
Landoberfläche). Unter tektonisch aktiven Gebieten kann diese
Moho-Grenze auch stark nach oben, also hin zu geringer Tiefe verschoben
sein.
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An der Luft wird H2S zu elementarem Schwefel und schwefliger Säure
umgewandelt. Eisensulfide und Schwefel setzen sich an der Austrittstelle ab,
wobei die schweflige Säure an dem umliegenden Gesteinen eine Umwandlung der
enthaltenen Minerale bewirkt. 100-250ºC sind die Temperaturen, die bei Solfatare
gemessen werden. Deutlich ist die schwefelgelbe bis weiße Färbung zu erkennen.
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Mud Pool
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