Dieser Cache ist ein besonderes Herzensprojekt von mir. Bitte nehmt euch ein bisschen Zeit, auch wenn immer alles schnell, schnell gehen muss und nur der Punkt zählt. Es könnte auch euch treffen, euren liebsten Menschen, einen guten Freund...
Gisi hätte sich bestimmt gefreut, das so nochmal an sie gedacht wird, denn wenn die Erinnerung verblasst, was bleibt dann...

Eine Kerze für Gisi
Es ist der 8.10.2008...gegen Mittag setzt sich Gisi auf ihr weißes Fahrrad und radelt los, so wie sie es immer gerne gemacht hat...67 Jahre alt ist sie jetzt. Ihre blonden, kurzen Haare wehen im Wind. Na ja, beim Blond muß sie inzwischen etwas nachhelfen...Sie blickt kurz zurück zu ihrem Haus, ihr Mann hatte so friedlich auf dem Sofa gelegen, den Schlaf hatte er sich verdient nach der anstrengenden Zeit. Sie wollte ihn nicht wecken, deswegen hatte sie sich leise herausgeschlichen. Er hat sich schon so lange um sie gekümmert, sie versorgt, fast rund um die Uhr auf sie aufgepasst...nun aber zog sie die warme Mittagssonne nach draußen. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht, sie hat immer gerne gelächelt, überhaupt ist sie ein fröhlicher Mensch, jemand den man einfach gern haben muß, das sagen alle, die sie kennen...Sie hat ein Ziel, heute will sie Richtung Isernhagen. Kurz macht sie Halt am blauen Geländer, unter ihr fließt das Wasser der Wietze. Friedlich ist es hier, nur die Vögel sind fleißig am zwitschern.

Sie schlägt den altbekannten Weg ein, am Berg vorbei, der eigentlich nur ein Hügel ist. 79 Meter hoch, ein ehemaliger Müllberg, aber der höchste Berg in Langenhagen. Der Wind steht heute gut, die Kläranlage auf der rechten Seite weht ihre Düfte diesmal in die andere Richtung.

Ein weiteres blaues Geländer gibt es hier, und rechts von ihr stehen 3 Autos auf dem kleinen Parkplatz. Viele Spaziergänger starten von hier, meist mit ihren Hunden...in der Ferne kann man ihr Gebell hören. Sie schaut aufs Wasser, früher hatten die Kinder dort noch Stichlinge mit dem Käscher gefangen, heute plätschert der Bach eher fischlos vor sich her.

Sie nimmt den linken Weg und folgt dem Bach, der rechts von ihr fließt, dort wo die rot-weißen Pfosten stehen. Einige Fahrradfahrer überholen sie, hier ist immer einiges los. Den anderen Weg wollte sie nicht nehmen, hier stehen große Schilder, die ihr Angst machen...doch wohin wollte sie eigentlich, sie kann sich nicht mehr erinnern. Aber hier ist es schön, links von ihr der unberührte Wald, rechts der Bach. Hier ist sie bestimmt richtig. Ein Stück weiter steht ein einzelner, großer Baum direkt am Ufer, dort möchte sie hin.

Nur noch wenige Meter...wie ist sie eigentlich hierher gekommen, das würde ihr ihr Mann bestimmt gleich erzählen. Er lässt sie in letzter Zeit nie allein, ist immer in ihrer Nähe. Sie schaut sich um, wo ist er nur...? Sie versteht nicht, was gerade passiert, warum ist sie allein und wo befindet sie sich? Sie möchte nach Hause, nun fröstelte es sie, trotz der wärmenden Sonne, die direkt über ihr steht. Sie steigt vom Fahrrad ab und wickelt die Jacke fester um sich. Was hat sie verbrochen, das sie plötzlich so allein ist. Sie will weiter, doch wie soll sie über den Bach kommen. Die Brücke hier, nein, eigentlich konnte man sie nicht mehr so nennen, besteht nur aus Streben, durch die man hindurchschauen kann.. Hier kann sie nicht hinüber...

Sie schaut sich um, wollte sie nicht jemand abholen, sie weiß zwar nicht mehr wer, aber irgendjemand würde sie bestimmt abholen. Sie würde ein Stückchen weitergehen, sich dort hinsetzen, dort auf das große Betonstück, das aussieht wie eine Bank und warten...die Sonne scheint so schön, das Wasser plätscherte leise vorbei...bestimmt ist ihr Mann gleich wieder bei ihr...
Ich hoffe sie war glücklich in diesem Moment. Wo sie hinwollte hatte sie in diesem Moment bereits wieder vergessen, und wo sie herkam auch...den Gisi war dement und ihre Spur verliert sich in diesem Moment...

Die 67-jährige Gisi H. aus Langenhagen ist seit gestern Mittag aus der ehelichen Wohnung in Langenhagen mit unbekanntem Ziel abgängig. Bisherige Suchmaßnahmen haben nicht zum Auffinden der demenzkranken Dame geführt. Nach Angaben ihres Ehemannes sei seine Frau gegen 12:30 Uhr aus der Langenhagener Wohnung verschwunden. Zunächst habe er selbst nach seiner Gattin gesucht, sie aber nicht gefunden. Sie scheint dabei mit ihrem weißen Damenrad unterwegs zu sein. Gisi H. ist etwa 1,60 Meter groß, hat blonde Haare und eine sehr schlanke Statur. Sie trägt eine Brille und war mit einer hüftlangen, braunen Jacke und einer hellen Hose bekleidet. Die Vermisste leidet unter Demenz. Zeugen, die Hinweise zum Aufenthaltsort der Vermissten geben können, melden sich bitte beim Polizeikommissariat Langenhagen.
So lautet die Meldung vom 9.10.2008.
Die Jahre vergehen...Gisis Mann wird das Verschwinden seiner Frau nie verkraften. Das er eingeschlafen ist für einen kurzen Moment und ihr Verschwinden nicht verhindern konnte. Er stirbt, ohne das er erfährt, was aus ihr geworden ist.
Jahre später erscheint eine weitere Meldung in der Zeitung, eher eine kleine Notiz...
Wie die Polizei am heutigen Dienstag, 8. September 2020, mitteilt, haben Jäger am Dienstag,den 5. Mai, in einem Waldstück bei Kirchhorst einen skelettierten menschlichen Schädel entdeckt. Anhand der Zahnstatus und DNA-Abgleiche ist der Schädel jetzt zweifelsfrei identifiziert worden.
Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei hielten sich in den Abendstunden des Dienstags,den 5. Mai, Jäger in einem Waldstück bei Kirchhorst auf. Bei der Suche nach einem geschossenen Tier stießen sie auf einen weiblichen Schädel. Ermittlern der Polizei ist es nun durch Zahn- und DNA-Abgleiche gelungen, die sterblichen Überreste einer seit 2008 vermissten Person zuzuordnen. Es handelt sich um eine damals 67 Jahre alte Frau aus Langenhagen. Sie war stark dement und orientierungslos, als sie ihr persönliches Umfeld verließ. Die Polizei geht aus heutiger Sicht von einem Unglücksfall aus.
Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.

Gisi war ein besonderer Mensch, ich habe die Jahre oft an sie denken müssen. Die Geschichte zu Beginn ist fiktiv, bis heute ist nur bekannt, von wo sie verschwand und wo ihre sterblichen Überreste wieder auftauchten. Der Weg dazwischen wird wohl nie eindeutig geklärt. Die Polizei gab damals die Suche relativ schnell auf, die Tatsache, das sie mit dem Fahrrad unterwegs war ließ den Suchradius schnell unüberschaubar werden. Nun hat ihre Familie und ihre Freunde wenigstens Gewissheit und sie können Abschied nehmen. Denn das Schlimmste waren all die Jahre der Ungewissheit.
Bei unserem Hobby ist die Möglichkeit, das man zufällig auf menschliche Überreste stößt, relativ groß. Daran musste ich immer denken, wenn uns die Suche mal wieder tiefer in den Wald geführt hat. Und irgendwie habe ich den Platz, an dem nun dieser Erinnerungscache liegt, immer mit ihrem Weg in Verbindung gebracht.
Ihr Fahrrad ist übrigens nie wieder aufgetaucht...
Nun aber zur Letterbox : Folgt Gisis Weg anhand des Textes und der Bilder und geht bis zur letzten Brücke, die ihr den Weg versperrt hat.
Peilt von hier AB,CD Meter in EFG,HI Grad
So, und nun kommt der schwierige Part, ihr müsst einerseits das Listing lesen und andererseits tatsächlich vor Ort mal schauen. Und für all die, die wie immer nur zum Final gehen, hoffe ich das ihr nicht selber mal persönlich mit dem Thema in Kontakt kommt.
Gesucht werden immer einstellige, klar erkennbare Zahlen.( 1,2,3, etc. ) Dafür müssen keine Monate, Wochentage o.ä. nach Buchstabenwortwert umgerechnet werden. Und falls es Verständnisprobleme gibt, hilft der Checker oder die Ownerin gerne weiter.
Um zum Final zu kommen beantwortet bitte folgende Fragen :
A : 1. Ziffer Jahr des Verschwindens ( 1. Polizeimeldung ) ?
B : Wieviele senkrechte Streben hat das erste, blaue Geländer ?
C : 2. Ziffer des Alters ?
D : 1. Ziffer des Alters ?
E : Wieviele rot-weiße Pfosten stehen am Anfang des linken Weges, dem sie folgt ?
F : Tag ( Zahl ) des Fundes durch die Jäger ( 2. Polizeimeldung ) ?
G : Wieviele waagerechte Querstreben hat die letzte Brücke, die ihr den Weg versperrt ?
H : 2. Ziffer der Körpergröße ?
I : Wieviele Autos hat Gisi auf dem Parkplatz ( im Text ) gesehen ?
Zur Sicherheit gibt es noch einen Checker:
Beim Final solltet ihr ein bisschen sportlich sein.

Demenz ist eine hinterhältige Krankheit, sie hat so viele Gesichter. Sie kommt schleichend und lässt sich nicht heilen. Inzwischen habe ich beruflich jeden Tag damit zu tuen und ich kann es trotzdem immer noch nicht richtig greifen. In einem Moment kann man sich mit den Erkrankten normal unterhalten und im nächsten, ist es als ob ein Schalter umgelegt wird und alles vergessen ist. Das fängt mit einfachen Sachen an, und äußert sich bei jedem anders. Der eine vergisst in dem Moment, bei dem er vom Tisch aufgestanden ist, das er gerade gegessen hat. Der Nächste, wo er ist. Für die Angehörigen ist es besonders schlimm, wenn der Erkrankte plötzlich selbst den Ehepartner oder die Kinder nicht mehr erkennt. Wenn der Erkrankte plötzlich alle des Diebstahls bezichtigt, weil er vergessen hat, wo er seine Uhr oder auch Schmuck hingelegt hat und die liebe Omi plötzlich handgreiflich wird, weil sie sich bedroht fühlt, von den Fremden um sie. Fremde, die eigentlich Familie, Pflegekräfte oder Freunde sind, die sie aber nicht mehr erkennt. Einige werden sanft, aber bei einigen ändert sich das Wesen auch ins Gegenteil. Oft hört man das Demenzkranke weglaufen, aber das ist eher ein Hinlaufen, denn sie haben ein Ziel. Ihre Eltern besuchen, von denen sie nicht mehr wissen, das sie bereits verstorben sind. Ihre Kinder von der Schule abholen, oder eine Erinnerung, eine Aufgabe weit aus der Vergangenheit. Leider vergessen sie ihr Ziel und irren dann orientierungslos herum. Oft verkriechen sie sich dann und man kann nur hoffen, das sie rechtzeitig gefunden werden.
Falls es in deiner Familie passiert, das ein naher Angehöriger an Demenz erkrankt, wünsche ich dir viel Kraft. Hole dir Hilfe, informiere dich über das Thema und versuche nicht, alles allein stemmen zu wollen. Lass die Krankheit nicht auch dich zerstören. Was nicht bedeuten soll, das du deine Mutter, deinen Vater allein lässt, sie brauchen dich...als ihren Ankerpunkt, ihre feste Bezugsperson. Sie brauchen dich, wenn sie als Eltern plötzlich zu Kindern werden. Genießt und nutzt die gemeinsame Zeit und freue dich über die Momente, wenn die Erinnerungen für eine Zeitlang wieder zurück kommen, bevor sie völlig verloren gehen. Und sehe die Endstation Leben als Erlösung.
Es ist wieder viel Text geworden, aber dieses Thema kann uns alle betreffen. Ich hoffe, ich habe euch mit dem Lesen nicht allzu viel Lebenszeit geraubt und wünsche jetzt viel Erfolg beim Finden des Döschens.
Der Stempel soll bitte im Cache verbleiben.

Vergessenslücken
Wer mag, kann auch gerne noch einen Blick in diese kleine, sehr passende Geschichte werfen.
Und für die Bannerfreunde noch eine kleine Erinnerung:

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Aktuell sind in Deutschland ca. 9600 Menschen als vermisst gemeldet.
Täglich kommen ca.200 bis 300 neue Fälle dazu.
Etwa 50% der Vermisstenfälle können nach der ersten Woche geklärt werden...