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Aachen - die "Franzosenzeit 8“ Letterbox Hybrid

Hidden : 6/9/2024
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


 

„Aachen – die Franzosenzeit“

ist eine zehnteilige Letterbox-Serie
(plus Bonus) 

>In den einzelnen Dosen findet ihr ein Logbuch mit Stempel<

 

Protagonist ist Sebastian, der als Jugendlicher um 1790/91 nach Aachen kommt und eine Lehre bei einem Rentmeister beginnt. In den Briefen an seinen älteren Bruder „Anton“ beschreibt er Ereignisse in Aachen und legt seine Gefühlswelt offen.

Die Serie, beginnend mit Aachen – die Franzosenzeit 1 (GCANTVZ) sind chronologisch den Ereignissen angepasst und umfassen die Epochen 1790/91 bis 1804.
 

► Um die Letterboxes zu loggen, ist es nicht erforderlich
               den Brief und die geschichtlichen Abläufe (Hintergrund wissen) zu lesen!

 

► Um den Bonus (GCANTWF) erfolgreich zu loggen,
              muss du den Indoor- und den Outdooranteil miteinander verknüpfen!

Indoor

Wie der Name es sagt, homework ist angesagt!
Nur der Brief von Sebastian an seinen Bruder Anton ist für die Aufgabe relevant. Hier musst du Fragen beantworten und auf Wortsuche gehen!
Ich stelle dir ein "Ausfüllhilfe" zum Download bereit 

Outdoor

Auf der Rückseite des Deckblattes ist eine Zahl.
Diese benötigst du, zusammen mit der ermittelten Lösung aus dem Indoorteil, um die Koordinate (Buchstabe) zur ermitteln! 


Download

Ausfüllhilfe zur Berechnung der Koordinaten für den Bonus
 

► Zur "Dose"

Inhalt

* Logbuch
* Stempel (bitte nicht mitnehmen; elementarer Teil für einen Letterbox Cache)


Pflege

Behälter

Bitte behandelt die Dosen sorgfältig (das Schließen nicht vergessen) und legt sie so zurück, wie ihr sie gefunden habt. Bitte wieder tarnen, damit sie nicht sofort erkennbar sind.

Logbuch und Stempel

sind Witterungsverhältnissen ausgesetzt; bitte sorgfältig wieder einpacken!


Ablage TB's

In den Letterboxen ist kein Platz zum Ablegen von TBs oder Tauschgegenständen
Im  Bonus ist jedoch genügend Platz

 

► Stempel Vordruck

Download

Deckblatt
Vordruck für die Sammler von Stempeln

 

► Weitere Informationen zur Letterbox Serie "Aachen - die Franzosenzeit  (Verlinkung!) 

  • Entstehung
  • Protagonist Sebastian 
  • Begriffserklärungen (Rentmeister)
  • Virtueller Rundgang
  • Quellenangaben
  • Danksagung

 

►►► direkt zum Logbuch !

 

 

 

Das Umbruchsjahr 1798 
 

Brief von Sebastian an seinen Bruder Anton

 

 

"Ermittlung" Koordinate H

Indoor ("homework")

Suche das Wort Departements!

Buchstabenwert des Wortes (1)

Wie oft kommt das Wort im Brief vor? (Anzahl) (2)

Summe von (1) und (2); ergibt die Quersumme? (3)

Outdoor    (Zahl auf der Rückseite des Deckblattsvom Logbuch) (4)

Berechnung (3) Minus (4) = Koordinate "H"

 

 

Geschichtliche Ereignisse

 

Mit dem erneuten Einrücken der Revolutionstruppen im Jahre 1794 begann sich das Leben der Aachener allmählich zu wandeln. Das Jahr 1798 wurde dann endgültig zur „Wasserscheide zwischen dem Ancien Régime und der neuen Ordnung der Dinge"', denn es brachte tiefgreifende Veränderungen im politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Die Zäsur wurde nicht erst im Nachhinein von Historikern, sondern schon von den Zeitgenossen so empfunden. Im Folgenden sollen einige Bereiche, in denen sich der Systemwechsel für den Einzelnen in besonderer Weise bemerkbar machte, näher vorgestellt werden. 

 


Die neue Zivilverwaltung - Das Roerdepartement

In der Zeit vom 28. Oktober 1794 bis zum 19. Februar 1798 hatte sich die Verwaltungsorganisation der Oberbehörden im Rheinland sechsmal geändert. 

1794 Okt./Nov.
Zentralverwaltung der Lande zwischen Maas und Rur
(Administration centrale du pays d'entre Meuse et Roer), kollegiale Behörde mit Sitz in Aachen

 

1794 Nov.-1796 Juni
Zentralverwaltung der Lande zwischen Maas und Rhein
(Administration centrale du pays d'entre Meuse et Rhin), kollegiale Behörde mit Sitz in Aachen, überwacht von einem Nationalagenten

1796 Juni-1796 Aug.
Verwaltungskommission der Lande zwischen Maas und Rhein
(Commission administrative des pays d'entre Meuse et Rhin) mit Sitz in Aachen, bestehend aus drei gebürtigen Franzosen, die dem Regierungskommissar Joubert unterstanden.

 

1796 Aug.-1797 März
Generaldirektion der eroberten Lande zwischen Maas und Rhein & Rhein und Mosel
(Direction générale des pays d'entre Meuse et Rhin et Rhin et Moselle),bestehend aus zwei Generaldirektionen, nämlich der für die Lande zwischen Maas und Rhein auf der linken Seite der Mosel mit Sitz in Aachen und der auf der rechten Seite mit Sitz in Koblenz

 

1797 Mz. 21-1797 Okt. 5
Mittelkommission (Commission intermédiaire), mit Sitz in Bonn, zuständig für alle besetzten Gebiete links des Rheins, bestehend aus einem fünfköpfigen Gremium, dessen Präsident Henri Shée war. Die Oberaufsicht hatte der kommandierende General der Sambre- und Maas-Armee Lazare Hoche. Unter Aufsicht der Mittelkommission arbeiteten die wieder eingesetzten Verwaltungs- und Gerichtsorgane des Ancien Régime, aber nicht aus eigenem Recht, sondern als Hilfsorgane der Franzosen.

 

1797 (Okt. 5) Nov. 23-1798 Febr. 19                                                        .
Nationalregie der Französischen Republik zur Verwaltung der eroberten Gebiete
(Régie nationale de la République Française, chargée de l'administration des pays conquis), in Bonn, unter Leitung des Generals Augereau, der aber die bisherigen Mitglieder der Mittelkommission mit der provisorischen Verwaltung beauftragte.

 

Nach dem Bekanntwerden der Absichten zum neuerlichen Umbau der Verwaltung entsandte der Aachener Rat Nikolaus Cromm nach Paris, um sicherzustellen, dass Aachen auch jetzt wieder die Funktion als Hauptort zufalle, denn man befürchtete ansonsten negative wirtschaftliche Folgen bis hin zur Abwanderung wichtiger „Industrien". Der zuständige Justizminister Lambrechts gab dem am 13. Dezember 1797 statt und wies Einsprüche der Stadt Köln, die günstigere Standortfaktoren geltend machte, zurück.
 

Am 23. Januar 1798 löste Rudler von seinem Amtssitz Mainz aus die „Nationalregie“ auf und richtete in den besetzten Gebieten, welche vom Elsass bis zu den Niederlanden reichten, vier Departements ein. Dabei wurde, wie schon in Frankreich, wo bereits am 15. Februar 1790 83 Departements entstanden waren und anders als im 1795 annektierten Belgien, kaum Rücksicht auf historische Grenzen genommen. 

So entstanden nun die Departements Rur, Rhein- Mosel, Saar und Donnersberg 
(Département de Rhin et Moselle, de la Roer, de la Sarre, du MontTonnerre). 

 

Im Roerdepartement, dessen Name sich von dem Fluss Rur (frz.: Roer) herleitete, gingen etwa 30 ehemalige Herrschaften des Ancien Régime auf, darunter die ehemalige Reichsstadt Aachen mit dem Aachener Reich und - entgegen den Verträgen von Basel und Campo Formio - auch die preußischen Provinzen Geldern, Kleve (nur linksrheinisch) und Moers. Es war mit seinen über 500 Quadratkilometern das größte und mit etwa 531.500 Einwohnern das volkreichste Departement Frankreichs.
 

Die oberste Verwaltungsbehörde im Rur- bzw. Roerdepartement war die Zentralverwaltung in Aachen. In diese berief Rudler fünf ihm geeignet erscheinende Personen (Caselli, Cogels, Bouget, Wasserfall, Cromm), die sich in der Vergangenheit als Anhänger der Französischen Republik erwiesen hatten, die Reunion mit Frankreich befürworteten und entschlossen waren, diesbezüglich in der Öffentlichkeit tätig zu werden. Zum Aufsicht führenden Kommissar ernannte er den schon genannten Anton Joseph Dorsch. Was das übrige Verwaltungspersonal im Departement betrifft, so waren die wenigsten Beamten Franzosen (etwa 18 %); die meisten stammten aus dem Departement selbst (etwa 61 %) oder den drei benachbarten Departements (etwa 8 %) oder kamen aus Belgien und den Niederlanden (10 %), weil sie der deutschen Sprache und Kultur nahestanden.
 

Die Zentralverwaltung hatte keine legislativen Rechte, sondern musste sich auf administrative Aufgaben beschränken. Sie bestand aus fünf Büros, nämlich für

(1) Öffentliche Abgaben

(2) Rechnungswesen

(3) Nationaldomänen

(4) Verwaltungspolizei, Handel und Landwirtschaft 

(5) Öffentliche Arbeiten, Unterricht und Unterstützung, denen jeweils ein Verwalter vorstand. 

 

Diese Vorstände handelten nur als Kollegium. Sie trafen sich dazu anfangs täglich, später alle zwei Tage. Die Sitzungen wurden von einem aus den eigenen Reihen gewählten Präsidenten geleitet.
Die Verwaltungsangelegenheiten wurden mit Stimmenmehrheit von Verwaltern und Kommissar entschieden. Außer ihnen gab es noch durchschnittlich 36 Personen, unter denen der Hauptsekretär eine herausragende Rolle spielte, weil er den eingehenden Schriftverkehr und die Beschlüsse sowie die an nachgeordnete Stellen gehende Korrespondenz zu verzeichnen hatte, das Verwaltungsarchiv betreute und auch das Verwaltungspersonal auswählte.

 

Jedes Departement war zunächst in 40, dann in 42 Kantone unterteilt. Jeder Kanton bestand aus mindestens einer Munizipalverwaltung als unterster Ebene der Verwaltung. Dafür war eine Mindesteinwohnerzahl von 5.000 Personen erforderlich. Kleinere Gemeinden wurden größeren unterstellt. So gehörte z.B. Kornelimünster zum Kanton Burtscheid. Der Kanton Aachen war identisch mit der Stadt und dem ehemaligen Reich Aachen und zählte 23.413 Einwohner. 

Im Stadtgebiet wurde die Aufteilung aus reichsstädtischer Zeit in Grafschaften aufgegeben und eine Dreiteilung vorgenommen. So entstanden am 28. März 1798 die Sektionen Égalité, Réunion und Liberté. 

Wegen der über 10.000 Personen liegenden Einwohnerzahl hatte die Kantons- bzw. Munizipalitätsverwaltung Aachen Anspruch auf sieben Beamte, die alle fünf Tage über die anstehenden Fälle zu beraten und mehrheitlich zu entscheiden hatten. Diese Munizipalen sollten mindestens 25 Jahre alt sein, die französische Amtssprache beherrschen und ihr Amt unentgeltlich versehen. In Frage kamen also nur finanziell unabhängige Personen, die für sich patriotisme, moralité und lumières geltend machen konnten. Ihr einziges Privileg war die Befreiung von militärischen Einquartierungen.                                          .
 

Die Munizipalitätsverwaltungen waren, wie gesagt, bloße Exekutivorgane. Ihre Aufgaben beschreibt Sabine Graumann wie folgt:                        .
„Sie bestand in der Verwaltung der Gemeindegüter und - einkünfte, der Regulierung und Bezahlung der örtlichen, von den Gemeindegeldern zu bestreitenden Ausgaben, der Leitung und Ausführung von der Gemeinde zur Last fallenden öffentlichen Arbeiten, der Verwaltung der von Gemeindegeldern unterhaltenen und zum Gebrauch der Bürger bestimmten Einrichtungen, der Sorge für eine gute Polizei sowie für Erhaltung der Ruhe und Sicherheit, Sauberkeit, guten Zustand der Straßen, öffentlichen Stätten und Gebäude. Daneben waren die Munizipalverwaltungen damit beauftragt, die unmittelbaren Steuern auf die Bürger der Gemeinde zu verteilen und an die Departementskasse abzuliefern, die öffentlichen Arbeiten im Bezirk der Munizipalitäten unmittelbar zu leiten sowie die öffentlichen, dem allgemeinen Nutzen bestimmten Einrichtungen zu verwalten; schließlich sollten die Munizipalitäten auch die Aufsicht über die Erhaltung des öffentlichen Eigentums führen."

 

Die Kontrolle der Munizipalen oblag, wie ebenfalls schon erwähnt, den örtlichen Kommissaren. Sie hatten ,,das Interesse der Kantone zu wahren und den Gang der Geschäfte sowie den Vollzug der Gesetze zu betreiben. Am 15. März bestätigte Rudler die von der Departementsverwaltung für Aachen vorgeschlagenen Personen: August Heusch, Jakob Friedrich Kolb, Andreas Joseph Longrée, Karl Schneider, Arnold Scholl und Johann Jakob Stähelin und ergänzte diesen Kreis durch Franz Xaver Herpers. Kolb, Schneider und Stähelin waren Protestanten. Kolb, Scholl und Stähelin hatten sich früher schon als Freimaurer betätigt und gehörten jetzt zusammen mit Longrée dem Aachener Reunionszirkel an. Heusch und Schneider waren bislang politisch überhaupt nicht in Erscheinung getreten. Überhaupt ist - nicht nur in Aachen - zu beobachten, dass das Handelsbürgertum in der Stadtpolitik mehr und mehr zu Einfluss gelangte und ökonomisch, politisch und sozial eine dominierende Stellung gewann, wobei die Religionszugehörigkeit anders als im Ancien Régime, als der katholische Glaube zwingend erforderlich war - keine ausschlaggebende Rolle mehr spielte. Aus der reichsstädtischen Verwaltung wurde niemand berufen, vielmehr ist für das gesamte Departement in der Verwaltung ein Generationswechsel zu beobachten, so dass nun die Dreißig- und Vierzigjährigen, vereinzelt sogar Endzwanziger, in die kommunalen Führungspositionen gelangten. Rudler ging es offenbar - sicher auch um die Querelen zwischen Alter und Neuer Partei nicht auch in die Zukunft zu tragen - um eine Erneuerung der politischen Führung in Aachen. Offiziell eingesetzt wurde die neue Munizipalität am 18. März in feierlichem Akt. Tags darauf trat sie erstmals zusammen und wählte am 21. März Kolb zu ihrem Präsidenten. Aufsichtführender Kommissar bei der Aachener Munizipalitätsverwaltung war der schon erwähnte Antoine Estienne, ein überzeugter Republikaner und im Januar 1798 Begründer des Aachener Reunionszirkels. Überzeugter Republikaner war auch der Kommissar des Kantons Burtscheid, Anton Ludwig Lennarz.

Die feierliche Einsetzung der neuen Zentralverwaltungen und Gerichte der vier rheinischen Departements hatte bereits am 19. Februar 1798 stattgefunden. Dorsch hielt dabei eine Rede, in der er zur Vaterlandsliebe und damit zum Verzicht auf gegenseitigen Hass und zur Beachtung der neuen Strukturen und Regeln aufrief. Vossen betonte, dass das neue Regelwerk die Voraus-setzung sei, für ein künftiges friedvolles Zusammenleben und es mit der Gleichheit vor dem Gesetz, gemessen an Willkür und Ungleichheit, eine unschätzbare Errungenschaft bedeute. Ein „Volkslied, welches von einem ungenannten Beamten der Zentralverwaltung eigens für dieses Fest verfasst und bei der feierlichen Errichtung des Freiheitsbaumes gesungen worden war, sollte die Bevölkerung für die Republik gewinnen.

 

Bald schon machten sich Nachteile der neuen Verwaltung bemerkbar. Die unentgeltliche Tätigkeit in der Munizipalität war nicht jedermanns Sache. Es gab nun Fälle von Untreue und Bereicherung, welche Umbesetzungen erforderten. Solches Fehlverhalten machte selbst vor der Zentralverwaltung nicht halt. Hier war Caselli wegen Meinungsverschiedenheiten mit Dorsch ausgeschieden und von Rudler durch Philippe Derode ersetzt worden. In dessen Verantwortungsbereich, dem Bureau de comptabilité, wurden dann Unterschlagungen in größerem Umfang sowie die Verschleuderung öffentlicher Gelder aufgedeckt. Derode selbst wurde jedoch trotz erhobener Rücktrittsforderungen von Rudler bis März 1799 im Amt gehalten. Auch bei der Zusammenarbeit der Verwaltungen gab es Probleme, welche viele Munizipale dazu veranlassten, ihr unentgeltlich ausgeübtes Amt niederzulegen. Auch kam es immer noch zu Ein- und Übergriffen des Militärs in die zivile Verwaltung, die es immer schwerer machte, die frei werdenden Stellen zu besetzen.
 

 

Die Organisation der Gendarmerie

In den Jahren von 1794 bis 1797 war die öffentliche Sicherheit in den vier Departements im Wesentlichen eine Aufgabe des Militärs gewesen. Mit der Etablierung der französischen Zivilverwaltung, bedurfte es nun einer überregional tätigen Polizei. Das Direktorium in Paris betraute daher am 28. Januar 1798 den Polizei-General Louis Wirion mit der Einrichtung der Gendarmerie nationale auch in den Rheinlanden. Sie war eine eigene Truppengattung des Militärs und wurde am 20. April 1799 als 25. Gendarmeriedivision eingerichtet. Trotz ihrer militärischen Organisation unterstand sie der Aufsicht des Polizeiministers, erhielt aber ihre Befehle aus dem Justizministerium. Gegen Ende des Jahres 1799 zählte sie in den vier Departements 106 Brigaden zu Pferd, je Brigade bestehend aus einem Wachtmeister (maréchal des logis)und vier Gendarmen. In jeder Departementshauptstadt gab es einen eigenen Kommandanten im Rang eines Oberwachtmeisters (maréchal des logis en chef), in den seit Dezember 1798 nachträglich eingerichteten, aus mehreren kleineren Munizipalitäten bestehenden Arrondissements je einen Leutnant (lieutenant) und an der Spitze des jeweiligen Departements einen Hauptmann (capitaine). Der Hauptmann für das Roerdepartement hatte seinen Sitz in Aachen und gebot über 32 Brigaden.
Die genannten Sollstärken zeigen eine insgesamt schwache Polizeipräsenz, vor allem angesichts der anstehenden Aufgaben, nämlich im Inneren die Ordnung aufrechtzuerhalten, die Ausführung der Gesetze zu gewährleisten, Kriminalität gegen Personen und deren Eigentum zu verhindern, soziale Randgruppen (vor allem Bettler und Vagabunden) zu überwachen und Unruhen vorzubeugen. Die Hauptaufgabe aber bestand in der Kontrolle der Hauptstraßen zum Aufspüren von Emigranten und Spionen, vor allem aber auch „in der direkten Überwachung von religiösen und politischen Opponenten sowie in der Suche nach Deserteuren und Konskriptionsflüchtigen. Auf dem Lande war die Präsenz von Polizei ein Novum, denn Im Ancien Régime hatte es sie hier nie gegeben; bei Bedarf waren - etwa im Falle Aachens - Stadtsoldaten ins Aachener Reich eingerückt.
Zur besseren Verständigung sollten die Gendarmen sowohl französisch wie auch deutsch sprechen können. Ansonsten handelte es sich bei ihnen um erfahrene Soldaten. Sie waren in Kasernen untergebracht, denn so konnten sie im Bedarfsfall schnell eingreifen, und es wurde dadurch eine zu große Nähe zu den Zivilisten, gegen die sie möglicherweise vorzugehen hatten, vermieden. Bei der Besetzung der Offiziers- und Unteroffiziersstellen griff man meist auf Franzosen zurück.

 


Die neue Justizverwaltung

Am 23. Januar 1798 hob Rudler die von Hoche wieder zugelassenen Gerichte aus der Zeit des Ancien Régime auf und erließ eine neue Gerichtsorganisation, die im 668 Artikel umfassenden Réglement du Commissaire du Gouvenement sur l'Ordre judiciaire formuliert war. Es regelte das zivile Prozessrecht und die Gerichtsverfassung bis hinab zu den Kosten und der Amtskleidung der Richter. Alle Privilegien in der Gerichtsbarkeit waren wegen der Gleichheit aller Bürger aufgehoben. Die Gerichtssitzungen waren öffentlich, außer bei der Beratung des Urteils.
 

 

Ziviljustiz

Auf unterster Ebene wurden für die Ziviljustiz die von Hoche aufgegebenen Friedensgerichte erneut eingeführt. Wie in Frankreich gaben die Kantonsgrenzen den Geltungsraum eines Friedensgerichts vor. Im Kanton Aachen wurde allerdings am 19. Februar für jede der drei Sektionen ein eigenes Friedensgericht eingerichtet. Die Gerichte waren für bewegliche Sachen bis zu einem Streitwert von 100 Francs zuständig. Bis zu einem Streitwert von 50 Francs war keine Appellation zugelassen. Geurteilt wurde bei Feld- und Flurschäden, Grenzstreitigkeiten, Streit über Mieten, Löhne und Patente sowie bei Beleidigungen und Tätlichkeiten sofern letztere nicht strafrechtlich verfolgt werden mussten.

Der Friedensrichter entschied also Rechtsstreitigkeiten des „einfachen Volkes“.
 


Kriminaljustiz 

Für die Kriminaljustiz wurde in den vier Departements am 21. März 1798 das in Frankreich seit 1795 gültige „Gesetzbuch der Verbrechen und Strafen*, der Code des délits et des peines, in Kraft gesetzt. Damit wurde auch die sog. gerichtliche Polizei (Police. judicaire) eingeführt, deren Angehörige (Polizeikommissare, Feldschützer, Förster, Friedensrichter, etc.) solche Verbrechen aufzuspüren hatten, welche die sog. verwaltende Polizei (Police administrative), die vor allem präventiv tätig sein sollte, nicht hatte verhindern können. Ersterer oblag das Aufspüren und Verfolgen von Räubern und Räuberbanden. Wenn ihnen Festnahmen gelangen oder sie beim Sammeln von Indizien Täter überführen konnten, überstellten sie diese an die Polizeigerichte.
 

 

Polizeigericht (Tribuneaux de police simple)

Das im Polizeigericht verhängte Strafmaß ging nicht über drei Tage Haft oder über den Gegenwert hinaus. Es ahndete z.B. die von den Anwohnern vernachlässigte Beleuchtung der Straßen, die versäumte Säuberung derselben, das Anbieten von schädlichen oder verdorbenen Esswaren, den Verkauf von Brot und Fleisch über dem gesetzmäßigen Preis sowie Beschimpfungen, kleinere Handgreiflichkeiten und Forstfrevel. Die Polizeigerichte waren damit gewissermaßen die Friedensgerichte für Strafsachen. Die Urteile dieses Gerichts mussten begründet werden. Kassiert werden konnten sie nur vom Kassationshof in Paris.
In jedem Kanton gab es ein Polizeigericht, dessen Personal in der Regel identisch war mit dem des Friedensgerichts. In Aachen, wo es, wie in den anderen großen Städten, mehrere Friedensgerichte gab, wechselte sich das Personal bei der Besetzung des Polizeigerichts ab.


 

Zuchtpolizeigerichten (Tribuneaux de police correctionnelle)

Schwerere Straftaten wurden von den sog. Zuchtpolizeigerichten, den, geahndet, die im Roerdepartement in Aachen, Köln, Krefeld und Kleve entstanden. Sie setzten sich aus einem Präsidenten, zwei weiteren Richtern und einem Kommissar zusammen. Zuständig waren diese Gerichte „für die guten Sitten, den Kultus, die Ehre und körperliche Unversehrtheit, die öffentliche Ordnung und das Eigentum, ferner für Delikte aus dem Bereich der ländlichen Polizei. Insgesamt waren das alles Vergehen, die weder eine peinliche noch eine Ehrenstrafe nach sich zogen. Seit dem 16. Dezember 1799 waren sie auch zuständig für schweren Diebstahl und Unterschlagungen. Das Strafmaß reichte über Geldbuben bis zu einer Gefängnisstrafe von zwei, später vier Jahren.

Da diese Gerichte noch nach einheimischem Recht urteilten, besetzte Rudler sie fast ausschließlich mit fachlich geschulten, republikanisch gesinnten Deutschen, was allerdings nicht immer auch die Rechtschaffenheit garantierte. Kommissar beim Aachener Zuchtpolizeigericht wurde Wilhelm Vossen d. J. .
Der Präsident des Zuchtgerichts war zugleich Direktor der Anklagejury (Jury dacousaliom), bestehend aus acht Geschworenen, welche über den Tatbestand eines schwerwiegenden Verbrechens zu befinden hatten. Solche Täter wurden dann von ihnen beim nächsthöheren Gerichtshof angezeigt und angeklagt.


 

Peinlicher Gerichtshof (Tribunal criminel du département)

Die nächsthöhere Instanz war der am 19. Februar 1798 in Köln eingerichtete Peinliche Gerichtshof. Er bestand aus einem Präsidenten, einem öffentlichen Ankläger, vier Richtern, dem Kommissar des Zivilgerichts und dem Gerichtsschreiber. Dieser Gerichtshof war zuständig für die Appellation gegen Urteile der Zuchtpolizeigerichte und sprach Recht in allen Kriminalsachen, die mit Tod, Verbannung, Zuchthaus und Einzelhaft bestraft wurden. Auch konnte es Ehrenstrafen verhängen. Gegen die Urteile, welche von der Aberkennung der bürgerlichen Rechte über Haftstrafen und Verbannung bis zur Hinrichtung mit der Guillotine reichten, war keine Appellation möglich.
 

 

Handelsgericht

Neben Zivil- und Kriminalgerichten sollte mit Beschluss des Pariser Direktoriums vom 1. April 1798 in Köln ein Handelsgericht für das Roer Departement entstehen, das mit drei im Handel qualifizierten Richtern bis zu einem Streitwert von 1000 Francs in letzter Instanz urteilen sollte.
Mit der neuen Gerichtsorganisation wurde die aus reichsstädtischer Zeit bekannte Vermischung von Verwaltung und Justiz und die damit verbundene Undurchsichtigkeit der Entscheidungswege ebenso beendet wie die Konkurrenz zwischen den einzelnen reichsstädtischen Gerichten, die eine Folge mangelnder Abgrenzung bei den Zuständigkeiten war. Weitere Motive für die Umgestaltung waren die Förderung von Effizienz, die Schaffung von Rechtsfrieden und die Gewährleistung von Ordnung. Die Berücksichtigung des überkommenen Rechts war sowohl von Vorteil wie von Nachteil, denn man musste dabei mit den vorhandenen Juristen, die am alten, nun abgeschafften Recht geschult waren, auskommen.
Von den etwa 900 Beamten in den vier rheinischen Departements stammen etwa 60% aus dem Rheinland und der Rest rekrutierte sich zu einem hohen Anteil aus dem Elsass. Ein Problem war es, freiwerdende Stellen mit fachlich und menschlich geeigneten Leuten zu besetzen. An ungeeigneten Bewerbern war indessen kein Mangel. 

 

Der Aachener Notar Johann Nepomuk Quirini meinte gar, er finde bey und um uns Leute, die, von allen Seiten genommen, dem Amte nicht gewachsen sind und die sich besser für Sack- als für Amts- Träger schickten und fährt entschuldigend fort: Dieß ist bey neuen Landes-Organisationen gemeinlich der Fall. Der Eroberer wird bey dem besten Willen, dem Lande Gutes zu thun, durch verkappte Amtsdürftige und unwissende Marktschreyer getäuscht.


Ein weiterer Mangel war es, dass es Spannungen und Zwietracht unter den Justizbeamten selbst gab und die geringe Besoldung zur unrechtmäßigen Erhebung von Gebühren, zur Aufnahme von unzulässigen Nebentätigkeiten oder gar zur Bestechlichkeit verleitete. Bei allen Mängeln muss man aber mit Antonio Grilli auch festhalten: Als Rudler 1799 aus dem Amt als Regierungskommissar ausschied, fielen - wie sich gezeigt hat - Konzeption und Realität der linksrheinischen Justiz noch weit auseinander. Aber Rudler hatte die programmatischen, legislativen und administrativen Weichen für die Konsolidierung der neuen Justiz und für die Anpassung an die Französische Republik gestellt.

 


 

Viele neue Gesetze

Rudler setzte am 19. Juli 1798 625 bislang nur im französischen Mutterland gültige Gesetze und Verordnungen auch in den rheinischen Departements in Kraft, darunter die Gerichts-, Steuer-, Schul- und Zivilstandsgesetze, die Gesetze über Maße, Gewichte und Münzen und über die alleinige Gültigkeit des republikanischen Kalenders. Damit waren nun alle Strukturen aus reichsstädtischer Zeit de jure mit einem Schlag beseitigt und in fast allen Lebensbereichen trat Neues an die Stelle des Alten. Einige dieser Gesetze sollen hier näher betrachtet werden, zumal sie den Beginn der Bürokratisierung der Gesellschaft verdeutlichen, die es in dieser Intensität zuvor nicht gegeben hatte:

 

Steuergesetze

Mit Verordnung Rudlers vom 30. Januar 1798 wurde - neben den bei Immobilienkäufen, Pacht- und Kreditverträgen für notarielle Registrierung fälligen Gebühren - die Stempelsteuer eingeführt. Am 14. April folgte die Errichtung einer Agentur zur Einnahme direkter Steuern. Dazu zählten die Grund-, Personal-, und die Mobiliarsteuer, letztere bestehend aus Abgaben für Grund- und Mobiliarbesitz, für Dienstpersonal, Pferde, Industrieeinkünfte und Wohnungen, ferner die Patentsteuer, welche von Gewerbetreibenden erhoben wurde, und die Tür- und Fenstersteuer, welche nach der Anzahl der Türen und Fenster erhoben wurde und daher den Charakter einer Luxussteuer, ähnlich der Mobiliarsteuer, trug.

 


Neuordnung des Postwesens

Schon im Jahre 1794 sorgten die Franzosen für die Wiederbelebung der im Krieg eingestellten Post des Hauses Thurn und Taxis, vor allem auf der wichtigen Route von Köln über Aachen und Lüttich nach Paris. Am 8. Oktober 1794 ordnete der Volksrepräsentant Gillet die Einrichtung
ris einer Postkommission in Köln an. Die am 14. November in Aachen eingerichtete Zentralverwaltung. verfolgte jedoch eigene Pläne und reklamierte die Aufsicht über die Post für sich. Noch vor dem 1. April 1795 richtete sie in Aachen für die Länder zwischen Maas, Rhein und Mosel ein eigenes Postkommissariat ein, dem der nun schon mehrfach genannte Franz Dautzenberg vorstand. Einer seiner Postsekretäre wurde sein Bruder Johann.

 

Unter dem Einfluss der Aachener Generalpostinspektion nahm die Bedeutung Kölner Postkommission ab, so dass sie schließlich am 24. August 1795 wieder aufgelöst wurde. Briefe, welche in Aachen aufgegeben und für rechtsrheinische Zielorte bestimmt waren, wurden von März bis September 1796 aus propagandistischen Gründen mit einem Stempel AIX LIBRE („Freies Aachen“) versehen". Behörden waren von den Postgebühren befreit. Ihre Briefe wurden daher mit einem Franchise-Stempel versehen.                       .
 


 

Gewerbefreiheit

Einführung der Gewerbefreiheit: Von entscheidender Bedeutung für die Gesundung und das künftige Erblühen der Wirtschaft war das am 26. März 1798 erlassene Reglement concernant la suppression des droits féodaux, mit dem die Abschaffung der Zünfte vorgenommen und die Gewerbefreiheit in Kraft gesetzt wurde. Es führte - dem Gedankengut der Revolution entsprechend - die individuelle Freiheit auch im Wirtschaftsleben ein, indem nun jedermann anheimgestellt war, für sich das Gewerbe zu wählen, das ihm behagte, und SO viele Arbeitsgeräte anzuschaffen und Arbeitskräfte einzustellen, wie er für seine Produktion für nötig erachtete. Für den Verbraucher hatte es den Vorteil, dass nicht mehr er es war, der sich bei seinen Wünschen nach den von den Zünften angebotenen Produkten zu richten hatte, sondern dass es die Wirtschaft war, die sich auf seine ganz persönlichen Erwartungen einstellen musste. Die einzige Auflage war ein Gewerbeschein, der bei der jeweiligen Munizipalität gegen Zahlung einer Gebühr erworben werden konnte. Allerdings konnten Beamte, Landwirte und Straßenhändler keine Patente erwerben. Das gleiche galt für Lehrjungen, Gesellen und Arbeiter, welche in Werkstätten arbeiteten, deren Inhaber selbst Patente besaßen.                                 .

Das Gesetz betreffend die Gewerbefreiheit kam nicht allen Schaffenden gelegen. Gerade die kleinen Gewerbetreibende sehnten sich nach dem Schutz der Zünfte zurück, die jedem – frei von Konkurrenz – ein Ausklommen garantiert hatten.                                     .

Die Anhänger der neuen Ordnung fanden sich vor allem beim Großgewerbe, bei den Herstellern und Händlern von Tuchen und Nadeln.                   .
 

 

Französisch als Amtssprache

Wie nach der ersten, so hatten die Franzosen auch nach der zweiten Besetzung Aachens - trotz heftiger Diskussionen in Paris - auf eine allgemein verbindliche Einführung der französischen Sprache verzichtet und damit der verbreiteten Unkenntnis derselben selbst in Ratskreisen Rechnung getragen. Nur die oberen Behörden verhandelten in französischer Sprache, erließen aber ihre gedruckten Verfügungen in Französisch und Deutsch. Nach dem Frieden von Campo Formio hielt man am 30. März 1798 die Zeit für gekommen, das Französische schrittweise in der Verwaltung und im Gerichtswesen einzuführen. Zunächst sollte es nur bei Recht setzenden Verwaltungsmaßnahmen sowie bei gerichtlichen Rechtsakten greifen. Die Rechtsvorschrift betraf nicht den täglichen Verwaltungsschriftverkehr oder Petitionen der Bürger.

Probleme mit dieser Neuerung hatten vor allem die nachgeordneten Verwaltungen, in denen es kein oder nur unzureichend Personal mit entsprechenden Sprachkenntnissen gab, was die Verwaltungstätigkeit entsprechend verkomplizierte, zumal Übersetzter beschäftigt und bezahlt werden mussten. Betroffen war aber auch die Bevölkerung, wenn der Gang zu Gerichten notwendig wurde, denn während die Richter an höheren Gerichten und auch die Anwälte in der Regel die offizielle Staatssprache beherrschten, waren diese Kenntnisse bei den Geschworenen, Zeugen, Anklägern und Angeklagten oft nicht gegeben, so dass Dolmetscher bestellt werden mussten, was die Verfahren deutlich verteuerte. Ein weiterer Nachteil war, dass der Kläger nicht beurteilen konnte, ob richtig übersetzt wurde und dadurch möglicherweise ein ungerechtes Urteil zustande kam. Der Regierungskommissar Rudler versuchte hier einen Mittelweg zwischen den Vorschriften und den Nöten der Bürger zu finden, indem er gestattete, die Verhandlungen in deutscher Sprache zu führen, und er sich mit französisch abgefassten Protokollen begnügen wollte. Das hatte allerdings zur Folge, dass sich Zeugen gelegentlich weigerten, die Protokolle, deren Genauigkeit sie ja nicht beurteilen konnten, zu unterzeichnen.                      .

 

Nach den Vorstellungen des Justizministers Lambrechts sollten die Bewohner der besetzten und bald zu Frankreich gehörenden Gebiete dem deutschen Kulturraum entfremdet und ihnen Gedankengut der Aufklärung und republikanische Ideen nahegebracht werden, wobei Schule, Theater und patriotische Feste den Prozess begleiten sollten. Mit der oben genannten Verfügung war man von diesem Ziel aber weit entfernt.                         .
 

Auch die in Frankreich schon seit 1792 gültigen Zivilstandsgesetze fanden nun – am 1. Mai 1798 - Einzug ins Rheinland. Von nun an ersetzten die staatlichen Register zu Geburten, Heiraten und Todesfällen die bis, hier dahin von den Religionsgemeinschaften geführten Register. Das Gesetz stärkte somit den Staat bei der Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben und grenzte die Kirchen dabei aus. Die von den katholischen Pfarrern nach dem Konzil von Trient (1545-1563) begonnenen Tauf- und Traubücher und die seit 1614 angelegten Sterberegister durften zwar weitergeführt werden, aber nur noch innerhalb der Kirche als Nachweise über die erteilten Sakramente. Mit der Registerführung wurde in Aachen und Burtscheid am 23. bzw. 24. September 1798 begonnen. Ihre Führung in französischer Sprache oblag in der frühen Zeit einem dazu aus der Gemeinde gewählten Bürger, wegen der damit gemachten schlechten Erfahrungen seit dem Gesetz vom 17. Februar 1800 dem Maire und seinen Adjunkten.

Völlig neu war seit dem 1. Mai 1798 die Möglichkeit zur Ehescheidung. Sie wurde möglich, weil nach Auffassung der Revolutionäre die Ehe kein Sakrament war, sondern lediglich ein Vertrag zwischen Bürgern unterschiedlichen Geschlechts, der wie jeder andere - etwa wie im Falle des Dr. Matthias Solders mit der Begründung der „Unvereinbarkeit der Gemüter“ (incompatabilité d 'humeur) - gelöst werden könne.
 

 

Die Verschiebung der Zollgrenze von der Maas an den Rhein

Am 28. Mai bzw. am 4. Juli 1798 erfüllte sich ein langer gehegter Wunsch der Aachener Kaufleute, denn das Pariser Direktorium verlegte nun endlich die Zollgrenze von der Maas an den Rhein so, so dass den Aachener Waren künftig der ganze französische Wirtschaftsraum offen stand, während die hohen Zölle am Rhein vor unliebsamer Konkurrenz aus dem Rechtsrheinischen schützten, allerdings auch die Einfuhr von Rohstoffen und Waren erschwerten bzw. verteuerten. Das schon am 21. März 1798 erlassene Verbot der Einfuhr englischer Waren begünstigte die Aachener Wirtschaft ebenfalls, wie sich später noch zeigen wird. Für die am Rhein gelegenen Städte bedeutete die neue Zollgrenze allerdings den Zusammenbruch des traditionellen Handelsverkehrs auf dem Rhein und ins Rechtsrheinische. Die Genehmigung von Freihäfen in Köln, Koblenz und Mainz und andere Zugeständnisse konnten die Einbußen nur abmildern. Die Zollgrenze eröffnete zudem dem Schmuggel Tür und Tor.

 

 

Der Revolutionskalender

Am 19. Juli 1798 wurde auch der in Frankreich bereits seit dem 5. Oktober 1793 geltende republikanische Kalender, meist Revolutionskalender genannt, eingeführt. Er rechnete ab dem 22. September 1792, begann mit dem Tag nach der Abschaffung des Königtums, der zugleich der Tag des Eintritts der herbstlichen Tag-Nacht-Gleiche war, was zu der propagandistisch verwertbaren Aussage führte: „So wie die Sonne von einer Hemisphäre zur anderen gewandert sei, so sei das französische Volk, über die Unterdrückung der Könige triumphierend, von der monarchischen zur republikanischen Regierungsform übergegangen.
 

Das einzelne Jahr war in 12 Monate unterteilt, welche Namen erhielten, die auf den jahreszeitlichen Ablauf in der Natur und das landwirtschaftliche Jahr Bezug nahmen. Man hatte daher die Erwartung, dass er sich besonders bei den Bauern, also der breiten Masse der Bevölkerung, einbürgern würde. Es galt die folgende Einteilung:


Automne (Herbst, Sept. 22/24 Dez. 20/22)
mit den Monaten Vendémiaire (Weinlesemonat), Brumaire (Nebelmonat) und Frimaire (Reifemonat).


Hiver (Winter, Dez. 21/23--Mz. 20/21)
mit den Monaten Nivôse (Schneemonat), Pluviôse (Regenmonat) und Ventôse (Windmonat).

 

Printemps (Frühling, Mz. 21/22-Juni 18/19)
mit den Monaten Germinal (Keimmonat), Floréal (Blütenmonat) und Prairial (Wiesenmonat).

 

Été (Sommer, Juni 19/20 -Sept. 21/23)                                 .
mit den Monaten Messidor (Erntemonat), Thermidor (Hitzemonat) und Fructidor (Fruchtmonat).

 

Die Monate ihrerseits waren zu je 3 Dekaden (3 x 10 Tage) unterteilt. Am Ende eines Jahres wurden 5, im Schaltjahr 6 Ergänzungstage als Festtage angehängt. Die einzelnen Tage erhielten ebenfalls neue Namen; der zehnte hieß Décadi und galt künftig als Fest- und Ruhetag.
 

Der Revolutionskalender war aus der Kritik am Gregorianischen Kirchenkalender erwachsen. Diesem warf man vor, mit seinem willkürlichen Jahresanfang, dem 1. Januar, den ungleichen Monatslängen und Wochenzahlen und der Siebentagewoche gegen die Natur zu stehen. Auch machte man geltend, dass er mit seinen Heiligennamen und -festen ein Instrument sei, mit dem die Kirche versuche, die Menschen in ihrem Sinne zu beherrschen. Während der ersten Besetzung Aachens war er selbst in Frankreich noch nicht offiziell in Kraft; nach der zweiten im Jahre 1794 wurde er fast nur von den Verwaltungen beachtet, von der Aachener Munizipalität und in der Zeitung „Aachner Zuschauers meist in Verbindung mit der alten Datierungsweise. Man wollte damals wohl die wegen der wirtschaftlichen Lage schlechte Stimmung in der Bevölkerung nicht weiter anheizen. Auch war zu befürchten, dass eine abrupte Einführung negative Folgen für die pünktliche Entrichtung von Requisitionen und Kontributionen haben könnte zum Nachteil des zu versorgenden Militärs. Erst nach dem Staatsstreich vom 18. Fructidor an VI (4. September 1797) wurde größerer Wert auf die Beachtung des neuen Kalenders gelegt, bis er schließlich 1798 gesetzlich vorgeschrieben wurdes. Mit ihm wollte man nun auch in den Rheinlanden den Bruch mit der von „Tyrannen" bestimmten Vorgeschichte anzeigen und den Beginn einer neuen Zeit im Zeichen der Republik augenfällig machen. Die durch religiöse Anschauungen bestimmte Zeitrechnung sollte aus dem Alltag verdrängt werden. An die Stelle der Zählung der Jahre nach Christi Geburt trat die nach Jahren der Republik, an die Stelle der in der biblischen Schöpfungsgeschichte begründeten Sieben-Tage- Woche mit dem Sonntag als Ruhetag der Zehntagesrhythmus mit dem Dekadi als Ruhetag. Die kirchlichen Feiertage schließlich sollten durch ,,moralische“ und politische Feste zur kollektiven Erinnerung ersetzt werden. Kurzum: „Die neue Zeit- und Werteordnung sollte die alte ersetzen“. Am 26. April und 19. Juli wurden dann auch die republikanischen Nationalfeste im Rheinland förmlich eingeführt.
 

Wegen der wahrzunehmenden öffentlichen und geschäftlichen Termine wurde der Kalender wohl ziemlich rasch im Alltag und im Privatleben akzeptiert; der Dekadi aber fand wenig Beachtung, höchstens dass er zusätzlich zum Sonntag als Ruhetag genutzt wurdes.

 


Maße und Gewichte

Nach dem Friedensschluss von Campo Formio am 17. Oktober 1797 hatte es Überlegungen gegeben, die Vielfalt der bis dahin im Rheinland gültigen Gewichts-, Hohl- und Längenmaße abzuschaffen und sie zum Wohle von Verwaltung und Wirtschaft nach dem seit dem 30. März 1791 in Frankreich gültigen Dezimalsystem zu ersetzen. Seine offizielle Einführung in den Rheinlanden ließ aber noch auf sich warten, denn zunächst galt es, sich einen Überblick über die vorhandenen Rechen-, Vermessungs- und Zählsysteme zu verschaffen, um diese später umrechnen zu können. Eingeführt wurde es daher erst am 21. Mai 1803.

 


Schulwesen

Die Stadt Aachen hatte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, als man in den geistlichen Kurfürstentümern, am preußischen Niederrhein und in kleineren Herrschaften unter dem Einfluss der Aufklärung erste Maßnahmen zur Verbesserung des Schulwesens und der Lehrerausbildung unternahm, nicht nur auf Reformen verzichtet, sondern das öffentliche Schulwesen sogar vernachlässigt. Eine Erklärung dafür liegt sicher in der hohen Verschuldung der Stadt begründet. Noch 1790 sah sich der im politischen Streit zwischen der Alten und Neuen Partei Aachens um eine neue Verfassung vermittelnde preußische Gesandte Christian Wilhelm V. Dohm veranlasst, Reformen auch auf diesem Sektor anzumahnen. Den Lehrerberuf übten bis dahin meist Küster, Handwerker u. a. Personen im Nebenberuf aus, auch wegen der schlechten Verdienstmöglichkeiten. In der Regel beschränkte sich der Lehrstoff auf das Buchstabieren und „Memorieren“. Infolgedessen lag die Alphabetisierungsquote deutlich unter der des Erzbistums Trier oder der Stadt Koblenz. Während der französischen Besetzung hatte sich die Lage der Schulen sicher nicht verbessert, wenngleich sich die Munizipalität darum bemühte. Verantwortlich dafür waren die Kriegsereignisse, der akute Geldmangel und die Emigration zahlreicher Lehrer. Nach wie vor litt der Schulbesuch auch an der wirtschaftlichen Notsituation vieler Eltern, die das Schulgeld nicht aufbringen oder auf `ihre Kinder als Arbeitskräfte nicht verzichten konnten oder wollten.                          .
Erst nach dem Frieden von Campo Formio im Jahre 1797 nahmen sich die Franzosen auch des rheinischen Schulwesens an. Zum ersten Mal wurde es der Aufsicht durch die Pfarrer entzogen und dem Staat zur Aufgabe gemacht. Absicht war es, die Schule vom überholten scholastischen Lehrstoff zu befreien und mit dem Geist der Aufklärung zu beseelen. Im Vordergrund stand die Sozialisierung der Schule und ihr Einsatz zur Verbreitung der französischen Sprache als Voraussetzung zum Verständnis der republikanischen Errungenschaften und zur Implantation republikanischer Gesinnung und der republikanischen Sittenlehre. Zu diesem Zweck setzte der Regierungskommissar Rudler das am 25. Oktober 1795 für Frankreich erlassene Unterrichtsgesetz am 28. April 1798 auch in den Rheinlanden in Kraft. Er hob alle bestehenden Schultypen sowie die Universitäten in Köln, Bonn, Trier und Mainz auf und gliederte das künftige Schulwesen neu. Dabei war nach dem Schulgesetz vom 1. Mai 1798 vorgesehen, die bisherigen Pfarr- und Kapitelsschulen wie auch die Privatschulen für die Elementarbildung bestehen zu lassen, und zwar als sog. Primärschulen. Sie waren zweistufig angelegt. In ihnen sollten Knaben und Mädchen gleichermaßen - wenn auch in getrennten Klassen - unterrichtet werden. Der Lehrstoff bestand in der ersten Stufe aus dem Lesen und Schreiben der französischen und deutschen Sprache, den Grundregeln des Rechnens im Dezimalsystem und - an Stelle des bisherigen Religionsunterrichts - der Vermittlung der Grundregeln der bürgerlichen und republikanischen Sittenlehre. In der zweiten Stufe sollten dann der Unterricht im Französischen fortgesetzt, die Anfangsgründe des Lateinischen, der Geografie und der Geschichte sowie die Handhabung republikanischer Maße und Gewichte gelehrt werden. Um genügend Lehrer, vor allem für das Fach Französisch, zu finden, beauftragte Rudler am 1. November 1798 die Aachener Zentralverwaltung mit der Einrichtung von Prüfungskommissionen, sog. Unterrichtsjurys, in Aachen, Köln, Krefeld, Düren und Erkelenz. Diese sollten sich um geeignete Unterrichtsbücher und um die Lehrerbildung und -prüfung an Primärschulen kümmern.

Die Aachener Unterrichtsjury, der auch Franz Dautzenberg angehörte, überprüfte am 15. März 1799 die 51 Bewerber, welche sich für die offenen Lehrerstellen gemeldet hatten, kam dabei aber zu einem niederschmetternden Ergebnis, denn nur 10 Kandidaten kamen in Frage; in Köln waren es von 83 Bewerbern weniger als zehn. Immer deutlicher erkannte man nun die Notwendigkeit einer gezielten Lehrerausbildung. Anton Joseph Dorsch als Kommissar bei der Zentralverwaltung und früherer Professor für Theologie und Philosophie an der aufgelösten Mainzer Universität, entwarf einen Lehrplan, den er in Paris vorlegte und der dort auch inhaltlich auf Anerkennung stieß, dessen Umsetzung man aber aus finanziellen Gründen ablehnte. Größere Fortschritte erzielte man bei der Einrichtung der Primärschulen erst im Jahre 1802.

 

Notariatswesen

Erstmals 1789 wurde das Notariatswesen seit dem Mittelalter neu geregelt. Als die Revolutionsarmeen Aachen erreichten, gab es hier 27 Notare, die zwar vor ihrer Zulassung eine Prüfung, bestehend aus 35 feststehenden Fragen, abgelegt hatten, aber über keine juristisch-akademische Vorbildung verfügten. Erst seit dem 24. Juli 1798 griff hier die innerfranzösische Gesetzgebung. Das sog. altdeutsche Notariat wurde - ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen
Folgen für die Betroffenen – abgeschafft und an seiner Stelle sog. „öffentliche Notare“ französischen Rechts (notaires pub lics) eingeführt. Sie - 56 für das Roerdepartement - wurden am 6. September 1798 vom Regierungskommissar Rudler provisorisch ernannt. Vorgeschrieben war nun die Verwendung von Stempelpapier, also von Papier aus der Verwaltung, für das die Stempelsteuer entrichtet worden war, sowie die Registrierung der Notariatsakten zur Rechtssicherung - ein Novum.
Die zahlreichen Veränderungen, denen sich die Bevölkerung ausgeliefert sah, sorgten für unterschiedliche Reaktionen und reichten von freudiger Bejahung bis hin zu Widerstand. Die meisten Bürger aber werden wohl ein Wechselbad der Gefühle zwischen Ratlosigkeit, Apathie, Angst, Wut oder Hoffnung auf die Zukunft durchlebt haben, was unterschwellig zu einer gesamtgesellschaftlichen Gereiztheit führte, wie sie 1799 offenbar werden sollte.

 

 

Vorbereitungen zur Wirtschaftsförderung

Die Umbruchszeit forderte den Mitarbeitern in den neuen Verwaltungen höchsten Einsatz ab, während sich ihre Besoldung bescheiden ausnahm. So bezogen z. B. die Munizipalen der Stadt Aachen jährlich nur 1.800 mehr als 120 Zirkularschreiben zur termingerechten Beantwortung erhielten. Diese Abfragen wurden für notwendig erachtet, weil die Regierung inzwischen auch die wirtschaftliche Genesung des Landes in den Blick genommen hatte und sich für die Daten zum Ist-Stand der Wirtschaft interessierte, um entsprechende Fördermaßnahmen treffen zu können.
 

Zu den erwähnten Zirkularschreiben gehörte auch eines vom 18. Vendémiaire an VII (1798 Okt. 19), mit welchem die Kommissare der Kantone aufgefordert waren, sich vor allem über den gegenwärtigen Zustand von Landwirtschaft, Handel und Bergbau zu äußern und Anregungen für die Zukunft zu erteilen. Die Antworten sind auch für uns heute von erheblichem Interesse. Den Berichten des Kommissars Estienne für den Kanton Aachen und von Lennarz für den Kanton
Burtscheid, zu dem auch Kornelimünster zählte, sind nämlich folgende Erkenntnisse zu entnehmen: 

Die Landwirtschaft, vor allem im Nahbereich Aachens, florierte und war im Prinzip in der Lage, nicht nur die eigene Bevölkerung zu ernähren, sondern darüber hinaus ihre Produkte in großem Stil in die Kantone Maastricht und Lüttich zu exportieren. Die Aachener Tuch- und Nadelfabriken arbeiteten technisch auf höchstem Niveau. Die Nähnadeln seien so perfekt, dass sie mit den englischen konkurrieren könnten. Die Fabrikanten von feinen Tuchen und Kasimir bezogen die Wolle und die Farbstoffe aus Spanien und Portugal, meist direkt aus Sevilla, Bilbao, Cadiz und Lissabon, seltener aus zweiter Hand über Holland oder Hamburg. Wolle und Farbstoffe geringerer Qualität kamen aus Italien, Sachsen, Böhmen und Mähren; die einfachen Qualitäten und das Material für die Herstellung von Säumen direkt aus Westfalen, dem Bistum Paderborn und aus anderen Landstrichen Norddeutschlands. Kasimire wurden vor allem nach Deutschland, Italien, Spanien, Russland, Polen und in die Levante, seit einiger Zeit auch nach Frankreich exportiert. Die Nadeln gingen vor allem nach Spanien, Italien, Holland, Russland und in die Türkei, von wo aus sie auf noch weitere Reisen gingen. Ein Sechstel der Produktion fand den Weg nach Frankreich. Im Einzelnen ist bei diesen Nachrichten allerdings nicht sicher, ob die von den Kommissaren vor Ort eingeholten Informationen nicht eher Zustände aus der Zeit vor dem Jahr 1794 widerspiegeln als solche des Jahres 1798, denn Estienne verhehlt nicht, dass beide Manufakturzweige jetzt, angesichts der politischen Lage, unter Absatzmangel litten. Angesichts der großen Zahl von Beschäftigten - 28.000 in den Tuchmanufakturen und 15-16.000 im Nadelgewerbe -, die sich nicht nur aus Aachen und Burtscheid, sondern aus einem viel weiteren Einzugsbereich rekrutierten, sei - so Estienne - angesichts der großen Bedeutung der genannten Wirtschaftszweige für das Roerdepartement und den Staat insgesamt staatliche Unterstützung erforderlich. Besonders angesichts der durch die eigene Zollgesetzgebung verteuerten Einfuhr des aus dem Ausland bezogenen Stahldrahts, welcher der Aachener Nadelindustrie als Rohstoff diente, sah er eine große Gefahr für die Konkurrenzfähigkeit dieser Branche. Um vom Ausland unabhängiger zu werden und um den Geldabfluss dorthin zu verringern, schlug er protektionistische Maßnahmen vor, indem er im Limburger Land die Intensivierung der Schafzucht und im Raum Aachen, Burtscheid und Kornelimünster mit staatlicher Unterstützung die Einrichtung neuer, jetzt noch fehlender Fabriken für Stahl- und Messingdraht empfahl. Auch im Hinblick auf die vorhandenen Boden- schätze (Galmei, Steinkohle, Eisen, Blei, Walkerde, Schwefel) hielt er noch vieles für möglich, was in reichsstädtischer Zeit versäumt worden sei. Das gelte auch in Bezug auf Verbesserungen in den beiden im Besitz der Munizipalität Aachen befindlichen Bergwerke auf Steinkohle und Galmei, vor allem hinsichtlich des Einsatzes von hydraulischen Pumpen zur Ableitung des Grubenwassers.
 

Estienne befürwortete auch ein Handelsgericht, welches für die Kantone Aachen, Burtscheid, Monschau und Eschweiler zuständig sein sollte. Beim Thema Gericht kam er noch auf Probleme zu sprechen, welche zwischen den Fabrikanten und ihren Arbeitern bestanden, monierte die unzureichende Verlässlichkeit der letzteren und eine generell mangelnde Arbeitsmoral. Verwunderlich genug, dies von einem Verfechter von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu hören, empfahl er die Disziplinierung der Arbeiterschaft durch polizeiliche Aufsicht und abhelfende Maßnahmen durch Strafgesetze sowie die Einschränkung von Bettelei und Müßiggang durch die Schaffung eines Arbeitshauses. Letzteres war schon am Ende der reichsstädtischen Zeit diskutiert worden, ließ sich damals allerdings wegen des Einrückens der Revolutionstruppen nicht mehr realisieren. Estienne griff also diese alte Diskussion wieder auf und stand mit seinen Vorschlägen ganz im Banne der Fabrikanten, zu deren Sprachrohr er sich hier machte. Leicht fiel ihm dies, weil er die Manufakturen und Fabriken als Garanten des Wohlstandes sah und deren Inhaber entweder überzeugte Mitglieder des Reunionszirkels waren oder doch aus unternehmerischen Überlegungen heraus die baldige Vereinigung der Rheinlande mit Frankreich unterstützten.
 

Der Kommissar Lennartz berichtete mit Bezug auf den Kanton Burtscheid, dass vor allem Weizen, Roggen, Hafer und Bohnen angebaut würden. Alljährlich läge ein Zwölftel des Landes zur Regeneration brach. Einziger Dünger sei der Mist von Pferden und des Hornviehs, weshalb trotz des aufgewendeten Fleißes die Ergebnisse der Burtscheider Landwirtschaft eher mittelmäßig seien. Angebaut würden auch verschiedene Gemüse- und Kohlarten sowie Obst, darunter Pflaumen, Äpfel, Birnen und sogar Pfirsiche und Aprikosen als Spalierobst. Viehzucht werde überall dort betrieben, wo es möglich sei. Die Seuche beim Hornvieh, welche in Verbindung mit den großen Requisitionen der jüngsten Vergangenheit den Bestand dezimiert habe, sei überwunden und es bestehe wieder ein Überschuss an Tieren. Ansonsten erwähnte Lennartz noch 4.000 Wolle liefernde Tiere, also wohl Schafe. Imkerei wurde offenbar kaum betrieben. In den Tuchmanufakturen waren damals 7.000, in den Nadelmanufakturen 2.500 und im Bergbau auf Steine und Galmei, vor allem aber auf Kohle, und den damit verbundenen Werkstätten gut 3.000 Personen beschäftigt. Der Bergbau litt unter Wassereinbrüchen.
Die Burtscheider Tuch- und Nadelmanufakturen befanden sich offenbar im besten Zustand, klagten aber unter deutlich geringerem Absatz als früher. Exportiert würden die Waren vor allem nach Russland und Deutschland, in die Schweiz, nach Italien sowie in die Türkei.

 

In Bezug auf Kornelimünster beschränkte sich Lennarz vor allem auf die Erwähnung der Eisengrube und Schmelzhütte Schmithof, welche sich bereits seit etwa 1786 technisch auf höchstem Stand befand. Das Eisen wurde exportiert. Produziert wurden vor allem Walzen und Gusswaren aller Art. Mit staatlicher Hilfe könne aber auch dieses Unternehmen noch erfolgreicher werden. Ganz besonders hob er die Verantwortung des Staates für die umliegenden Wälder hervor, die ohne geeignete Maßnahmen wegen der starken Abholzung zur Gewinnung von Holzkohle für die Befeuerung der Hochöfen bald endgültig zerstört sein würden, was für den Staat einen Schaden von 240.000 Livres bedeuten würde.                    .
Was die beiden Kommissare zur Förderung ihrer Kantone befürworteten, wurde in ihrer Amtszeit nicht mehr realisiert und reifte teilweise erst in der napoleonischen Ära. Das gilt auch für das am 6. September 1798 verkündete Gesetz, welches den Wegfall aller Abgaben vom Handelsverkehr innerhalb Frankreichs verordnete und damit die Absatzbedingungen für die Produkte der Region verbesserte. Der Disziplinierung der Arbeiterschaft und der Hebung der Arbeitsmoral diente die Einführung des Arbeitsrechts im Jahre 1803, dann das 1804 errichtete Josephinische Institut und das 1806 eingeführte Arbeitsbuch. (siehe Ein Handelsgericht wurde 1805 errichtet. Der Schutz des Waldes, den ein Gesetz vom 19. Juli 1798 tatsächlich vorsah, wollte auch in napoleonischer Zeit aus verschiedenen Gründen nicht gelingen.   

 

 

 

 

‘Aachen - the French period’

is a ten-part letterbox series
(plus bonus) 

>In the individual boxes you will find a logbook with a stamp<

 

The protagonist is Sebastian, who comes to Aachen as a teenager around 1790/91 and begins an apprenticeship with a landlord. In the letters to his older brother ‘Anton’, he describes events in Aachen and reveals his emotional world.

The series, starting with Aachen – die Franzosenzeit 1 (GCANTVZ) are chronologically adapted to the events and cover the epochs 1790/91 to 1804.

 

► In order to log the letterboxes, it is not necessary to
               to read the letter and the historical processes (background knowledge)!

► To successfully log the bonus (GCANTWF),
              you must link the indoor and outdoor parts together!

Indoor

As the name suggests, homework is the order of the day!
Only the letter from Sebastian to his brother Anton is relevant for the task. Here you have to answer questions and search for words!
The historical events are only "just to know"!
I will provide you with a "fill-in aid" to download

Outdoor

There is a number on the back of the cover sheet.
You will need this, together with the solution from the indoor part, to determine the coordinates! > Completion aid!


Download
        Completion aid for calculating the coordinates for the bonus


 

► to the "container"

Contents

* Logbook

* Stamp (please do not take it with you; elementary part for a letterbox cache)


Care

Container

Please handle the tins carefully (don't forget to close them) and put them back the way you found them. Please disguise them again so that they are not immediately recognisable.

Logbook and stamp

are exposed to the weather; please repack them carefully!


Storing TBs

There is no space in the letterboxes to store TBs or exchange items
However, there is enough space in the bonus

 

► Stamp form

Download

Cover sheet
Form for stamp collectors

 

Further information on the Letterbox series "Aachen - the French period  (Link) 

* Origin
* Protagonist Sebastian 
* Explanation of terms (Rentmeister)
* Virtual tour
* References
* Acknowledgements

 

 

►►► Go directly to the logbook !

 

 

 

The year of upheaval 1798 

 

Letter from Sebastian to his brother Anton
 

 

"Investigation" coordinate H

Indoor ("homework")

Search for the word D(d)epartments!

Letter value of the word  (1)

How often does the word appear in the letter? (number) (2)

Sum of (1) and (2); is the sum of the crosses?  (3)

Outdoor    (number on the back of the cover page of the logbook) (4)

Calculation (3) Minus (4) Minus 4 = Coordinate "H"

 

 

 

 

 

 

« Aix-la-Chapelle - l'époque des Français »

il s'agit d'une série de dix Letterbox
(plus bonus) 

>Dans chaque boîte, tu trouveras un journal de bord avec un tampon<

 

Le protagoniste est Sebastian qui, adolescent, arrive à Aix-la-Chapelle vers 1790/91 et commence un apprentissage chez un maître de rentes. Dans les lettres qu'il adresse à son frère aîné « Anton », il décrit des événements survenus à Aix-la-Chapelle et dévoile son univers sentimental.

es séries, commençant par Aachen – die Franzosenzeit 1 (GCANTVZ) sont adaptées chronologiquement aux événements et couvrent les époques de 1790/91 à 1804.

 

► Pour logger les letterboxes, il n'est pas nécessaire de
               de lire la lettre et le déroulement historique (connaître le contexte) !

► Pour réussir à logger le bonus (GCANTWF),
              tu dois relier la partie indoor et la partie outdoor !

 

Indoor

Comme son nom l'indique, homework est de rigueur !
Seule la lettre de Sébastien à son frère Anton est pertinente pour l'exercice. Ici, tu dois répondre à des questions et chercher des mots !
Les événements historiques ne sont que des "just to know" !
Je te mets à disposition une "aide
au remplissage" à télécharger.

Outdoor

Au dos de la page de garde se trouve un chiffre.
Tu en as besoin, ainsi que de la solution de la partie Indoor, pour déterminer les coordonnées ! 


Download
        
Aide au remplissage pour le calcul des coordonnées pour le bonus



 

► sur le "conteneur"

Contenu

* Logbook / Journal de bord
* Tampon (ne pas prendre avec soi ; élément élémentaire pour une cache Letterbox)


Entretien

Récipients

Veuillez manipuler les boîtes avec soin (ne pas oublier de les fermer) et les remettre dans l'état où vous les avez trouvées. Merci de les camoufler à nouveau afin qu'elles ne soient pas immédiatement reconnaissables.

Le carnet de bord et le tampon

sont exposés aux intempéries ; merci de les remballer soigneusement !


Rangement des TB's

Il n'y a pas de place dans les letterboxes pour y déposer des TB ou des objets à échanger.
Il y a cependant suffisamment de place dans le bonus

 

► Tampon pré-imprimé

Téléchargement

Page de garde
Formulaire pour les collectionneurs de cachets

 

Plus d'informations sur la série Letterbox "Aix-la-Chapelle - l'époque des Français"  (Lien !) 

* Genèse
* Protagoniste Sebastian 
* Explication des termes (Rentmeister)
* Visite virtuelle
* Références
* Remerciements


 

 

►►► accès direct au journal de bord !

 

 

 

L'année de transition 1798 


Lettre de Sébastien à son frère Anton

 


"Enquête" coordonnée H

Indoor ("homework")

Cherche le mot enfant !

Valeur des lettres du mot (1)

Combien de fois ce mot apparaît-il dans la lettre ? (nombre) (2)

Somme de (1) et (2); edonne la somme de la quarte ? (3)

Outdoor    (chiffre au dos de la page de garde du journal de bord) (4)

Calcul        (3)  Moins (4) = Coordonnée "H"

 

 

 

 

 

„Aken - de Franse tijd“ 
is een tiendelige brievenbusserie
(plus bonus)

>In de afzonderlijke doosjes vind je een logboek met een stempel<

 

 

De hoofdpersoon is Sebastian, die rond 1790/91 als tiener naar Aken komt en in de leer gaat bij een landheer. In de brieven aan zijn oudere broer “Anton” beschrijft hij de gebeurtenissen in Aken en onthult hij zijn gevoelswereld.

De series, beginnend met Aachen – die Franzosenzeit 1 (GCANTVZ) zijn chronologisch aangepast aan de gebeurtenissen en beslaan de tijdperken 1790/91 tot 1804.

 

► Om de brievenbussen te loggen is het niet nodig om
               de brief en de historische processen te lezen (achtergrondkennis)!

► Om de bonus (GCANTWF) succesvol te loggen,
              moet je het binnen- en buitengedeelte combineren!

Indoor

Zoals de naam al doet vermoeden, is huiswerk aan de orde van de dag!
Alleen de brief van Sebastian aan zijn broer Anton is relevant voor de opdracht. Hier moet je vragen beantwoorden en woorden zoeken!
De historische gebeurtenissen zijn alleen "om te weten"!
Ik zal je een "invulhulp" geven om te downloaden

Outdoor

Er staat een nummer op de achterkant van het voorblad.
Dit heb je samen met de oplossing uit het binnenwerk nodig om de coördinaten te bepalen! > invulhulp!

Download
         Invulhulp voor het berekenen van de coördinaten voor de bonus

 

► naar de "container"

Inhoud

Logboek
Stempel (niet meenemen!)

Zorg

Verpakking

Behandel de blikken voorzichtig (vergeet ze niet te sluiten) en zet ze terug zoals je ze gevonden hebt.
Verpak ze weer zodat ze niet onmiddellijk herkenbaar zijn.

Inhoud

Logboek en postzegels zijn blootgesteld aan weersomstandigheden; gelieve zorgvuldig opnieuw in te pakken!

        TB's en ruilartikelen

Er is geen ruimte in de brievenbussen om TB's of ruilobjecten op te bergen
Er is voldoende ruimte in de bonus

 

► Brievenbuspostzegel sjablonen

Download

Dekblad
Stempelformulier

 

 

Meer informatie over de serie Brievenbus "Aken - de Franse tijd" (link) 

  • Oorsprong
  • Hoofdpersoon Sebastian 
  • Uitleg van termen (Rentmeister)
  • Virtuele tour
  • Referenties
  • Erkenningen

 

►►► direct in het logboek !

 

 

 

Het jaar van de omwenteling 1798 

 

Brief van Sebastiaan aan zijn broer Anton

 

 

 

"Onderzoek" Coördinaat H

Indoor ("homework")

Zoek naar het woord departementen!

Letterwaarde van het woord (1)

Hoe vaak komt het woord voor in de brief? (getal) (2)

Som van (1) en (2); is de som van de kruisjes? (3)

Outdoor    (nummer op de achterkant van het voorblad van het logboek) (4)

Berekening (3) Minus (4) = Coördinaat "H"

 

 

 

 

Additional Hints (Decrypt)

nz Shffr rvarf Onhzrf

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)

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