Der Bernburger Kaiplatz
Wer kennt nicht den Bernburger Kaiplatz? Ob mit dem Auto oder zu Fuß, an diesem wichtigen Ort am Saaleufer kommt kein Bernburger vorbei.
Als die Saale noch aktiv zum Gütertransport genutzt wurde, lag hier ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Fluss und Straße.
Auf der gegenüberliegenden Mühleninsel schlug seit 1219 das „frühindustrielle“ Herz der Stadt Bernburg.

Die Produktion von Getreide, seine Verarbeitung und sein Export sind auf das Engste mit der Geschichte der Stadt verbunden. Auch am späteren Kaiplatz veränderte der 30-jährige Krieg das Aussehen und die Funktion der angrenzenden Stadtviertel grundsätzlich. Im späten Mittelalter reichten die in Fachwerkbauweise errichteten Wohnhäuser bis dicht an die Stadtmauer heran. Nach schwerwiegenden Zerstörungen im 30-jährigen Krieg entstanden an der Ufermauer im 19. Jahrhundert Speichergebäude. Vor allem die Fährgasse wurde nun zum Hafengelände an der Saale.
Einen großen Einschnitt für das Gelände am Kaiplatz brachte der Bau des Bernburger Kurhauses, welches am 8. November 1902 der Öffentlichkeit übergeben wurde.
Im Zuge der Neuanbindung dieses Komplexes wurden umfangreiche Erdarbeiten notwendig und das Areal am ehemaligen Saaleufer um mehrere Meter angehoben. Die bisher vorhandene Stadtmauer versank so im Boden.
Der ursprüngliche Verlauf der Stadtmauer war auf einem Plan der Stadt Bernburg aus dem Jahr 1860 ersichtlich.

Der jüdische Friedhof, dessen Existenz hier durch archäologische Befunde im Juli 2011 nachgewiesen werden konnte, befand sich, zumindest im Jahr 1860, innerhalb der Stadtmauer.
Die "Altstädter" Kaimauer
Der hier zu beobachtende 90 Grad “Knick” des Saalelaufes über das Wehr gegen den Rosenhag und weiter die Altstädter “Kaimauer” stellt einen Kompromiss aus menschlich beeinflussten und natürlichem Wirken des Flusses dar.
Bei einem starken Hochwasser wird genau diese künstlich begrenzte Durchflussstelle zum Nadelöhr.
Beim Rekordhochwasser der Saale im Jahr 2013 wurde am Pegel Bernburg UP der Hochwasserscheitel am Abend des 6. Juni 2013 bei einem Wasserstand von 653 cm beobachtet
Die Kaimauer wurde in den Folgejahren umfassend saniert. Die Kosten zum Wiederaufbau der gesamten Ufermauer beliefen sich auf etwa 230.000 Euro.
Weitere Hochwasserschutzmaßnahmen folgten.
So wurde am 15.12.2013 eine Balkenwehranlage auf der Krumbholzstraße nach monatelangen Bauarbeiten erstmals probehalber gesteckt. Die Hochwasserschutzwand soll die Talstadt vor Hochwassern der Saale schützen.