Bitte legt den Cache wieder dahin zurück, wo ihr ihn hoffentlich gefunden habt: "Under the bridge"
Under the bridge soll nicht nur dem großartigen Song der Red hot chili peppers gewidmet sein, sondern soll auch an die fast 5jährige Abriss- / Ausschrebungs- / Planungs- und Bauzeit dieser Brücke erinnern - ganz exakt waren es vier Jahre, acht Monate, eine Woche und fünf Tage vom Abriss der alten Brücke im Jahr 2018 bishin zur lang ersehnten Freigabe der neuen Brücke am 11. Mai 2023. Pannenserie und Schönheitsdiskussionen inklusive.
Als ärgerlich und schmerzhaft wurde die lange Zeit von vielen Gütersloher Bürgern empfunden, diese Brücke stellte die wichtige Verbindung des Paul-Westerfrölke-Wegs für Fußgänger und Radfahrer zwischen Innenstadt und der westlich gelegenen Siedlung Auf dem Knüll sowie dem Behördenzentrum Kreishaus/Kreispolizei und letztendlich auch die Verbindung in den Rhedaer Forst her. Aber der Reihe nach...
1978 wurde die Ursprungsbrücke in Betrieb genommen, stark fequentiert zu jeder Tageszeit.
Im Jahr 2018 wurden von einem Gutachter Anprallschäden festgestllt, die Brücke wurde aus dem Verkehr genommen:
Kurze Zeit später wurde der Stadt der kurzfristige Abbau des defekten etwa 100 Tonnen schweren und 24 Meter langen Mittelteils auferlegt - um die Sicherheit an dieser Stelle zu gewährleisten. Eine Sanierung der Brücke kam nicht mehr in Frage, es erfolgte der Abriss im Jahr 2018:
Es folgte ein Planungswettbewerb und vielen Diskussionen um Bauzeit und Kosten. Unvergessen ist sicherlich der Vorschlag von Hans-Peter Vorderwisch, Chef des Holzbauunternehmens Vorderwisch GmbH: Er stellte Pläne für eine Holzkonstruktion vor. Diese könnte sowohl als Provisorium, als auch – eine wenig modifiziert – als Dauerlösung dienen. Die Kosten dafür veranschlagte er auf 150.000€ zuzüglich Abriss der alten Brücke.
Es sollte anders kommen - vor allem deutlich teurer.
Sieger des Planungswettbewerbes war im Jahr 2019 das Architektenbüro Drewes+Speth im Verbund mit den Landschaftsarchitekten Lohaus und Carl aus Hannover gewann. Preisgeld für den ersten Platz: 12 500 Euro. Die Kosten für den Siegerentwurf waren mit 2,46 Millionen Euro veranschlagt. Es sollte also eine Rost ansetzende Cortenstahl - Brücke werden.
Baustart für die neue Brücke war im August 2021. „Aufgrund erheblicher Verzögerungen im Ablauf auf Seiten der beauftragten Unternehmen konnte das Bauwerk nicht wie ursprünglich geplant schon im Frühjahr 2022 fertiggestellt werden“, so die Aussage der Stadt als Auftraggeberin. „Die Schuld für die Verzögerungen lang nicht bei der Stadt“, unterstrich man deutlich.
Es folgten weitere Pannen und Preissteigerungen: Die Hauptabnahme wurde zum Beispiel kurzfristig abgesagt, neben Restarbeiten war der Hauptkritikpunkt: Wegen der teils horizontal angebrachten Streben könnten Kinder dazu verleitet werden, an dem Geländer hochzuklettern. Es drohte das nachträgliche Anbringen von 1.000 bis 2.000 Blechen.
Letztendlich wurde sie aber im 2023 fertiggestellt:
Die barrierefreie neue Brücke ist 206 Meter lang und 3,70 Meter breit, sie hat eine maximale Steigung von 6 Prozent Steigung und steht auf 48 Tiefgründungspfählen, die bis zu zwölf Meter tief in den Boden gerammt sind. Mit Spannweiten von bis zu 30 Metern zieht sie sich geschwungen über die Bundesstraße. Brückenkörper und Brüstungen sind aus Rost ansetzendem Cortenstahl.
Waren die Kosten im Wettbewerbsentwurf 2019 noch mit rund 2,5 Millionen Euro geschätzt worden, so erhöhten sie sich auf knapp 5 Millionen Euro Gesamtkosten, inklusive Planung, Statik sowie Abriss der alten Brücke.
Man ist froh, dass die Verbindung wieder hergestellt ist - effiziente Planung/Ausschreibung/Bau sieht aber sicherlich anders aus.