Martin-Luther-Kirche

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bevölkerung der Stadt Eutin sprunghaft bis auf 22.000 Einwohner angewachsen.
1963 beschloss die Eutiner Kirchengemeindevertretung den Bau einer Prediktstätte und eines Gemeindezentrums in Fissau, die die kirchliche Versorgung dieses dörflich-eigenständigen Ortsteils sichern sollten.
Fissau wurde bereits im Jahr 1201 erstmals urkundlich erwähnt. Namensgeber war vermutlich der Ritter Ernest von Viskowe, der auf einem Hügel vor der Stadt Utin eine Burg erbauen ließ.
Beim Bau der Kirche, Grundsteinlegung war im November 1966, wurden Überreste dieser Burg gefunden. Nach einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren wurde die etwa 200 Personen Platz bietende Kirche am 9. Juni 1968 geweiht. Sie erhielt den Namen des Reformators Martin Luther.
Durch ihre Lage auf der Anhöhe überragt der Bau mit seinem kupfergedeckten Turm von 28,40 m Höhe und dem 13,50 m hohen Zeltdach des Kirchenschiffs das Dorf Fissau und die Fissauer Bucht des Großen Eutiner Sees.
Die hohe, geweißte Altarwand in der Kirche wird von einem Triumphkreuz beherrscht. Die Kupfertreibarbeit zeigt inmitten des Kreuzes das von einer stilisierten Dornenkrone umgebene Christusmonogramm. Die Dornen sind geknickt und weisen darauf hin, dass alles Leid im Tod und in der Auferstehung Christi überwunden ist.
Die Prinzipalstücke Altar und Kanzel sowie der Fußboden der Kirche sind aus jugoslawischem Muschelgranit. Als weitere Kupferarbeiten findet man an der Stirnseite der Kanzel den Lebensbaum und die Eingangsworte des Johannes-Evangeliums.
Im Besitz der Martin-Luther-Kirche befinden sich vier kostbare Seiden-Antependien, die je nach Kirchenjahreszeit das Lesepult der Kirche schmücken. Das weiße Antependium der Christusfeste zeigt Jona mit dem Fisch, das rote der Kirchenfeste den brennenden Dornbusch, das violette der Fastenzeit den krähenden Hahn und das grüne der festlosen Zeit den Regenbogen über der Arche Noah.
Die Kemperorgel von 1968 hat zwei Manuale und 15 klingende Stimmen. Die Kirchenglocken sind auf das Geläut der Eutiner St. Michaeliskirche abgestimmt.
Fissau ist ein eigener Pfarrbezirk der evangelischen Kirchengemeinde Eutin.
Auf der Kirchwiese wird im Frühjahr der Maibaum aufgestellt und zu Weihnachten leuchtet dort ein großer Tannenbaum. Im Gemeindehaus finden regelmäßig Seniorennachmittage und Konfirmandenunterricht statt. Zur Gemeinde gehört auch der evangelische Kindergarten "Kinners opn Barg" mit einem angeschlossenen Waldkindergarten.
Die Kirche mit dem frei stehendem Glockenturm wurde 2019 umfangreich saniert. Dennoch will sich die Eutiner Kirche mittelfristig von dem Gemeindehaus trennen.
Viel Spaß
und Happy Hunting !!!