Das ehemalige Blechwerk Hostenbach
1893 begann der Bau des Warmwalzwerkes in Hostenbach durch Rudolf Weber, einem Industriellen aus dem Siegerland. Zunächst wurde Halbzeug aus lothringischen Hüttenwerken verarbeitet, später wurden der Stahl aus dem eigens dafür erbauten Siemens-Martin-Stahlwerk mit vier Öfen gewalzt. 1912 verkauf Weber sein Werk an die Burbacher Hütte, die zu ARBED gehörte. Der neue Besitzer gestaltete die Anlage um und konnte so die Produktion von 3000 auf 8000 Tonnen Bleche monatlich steigern. Nach der Stilllegung des Stahlwerks 1924 wurde Stahl aus Burbach verarbeitet. In den Jahren 1943 bis zur Evakuierung im Oktober 1944 war dem Blechwalzwerk ein Zwangsarbeiterlager für ca. 50 sowjetische Deportierte zugeordnet.
Im Krieg wurden erhebliche Teile des Werkes zerstört, so dass die Produktion erst im Jahre 1948 wieder aufgenommen werden konnte. In den 1950er Jahren wurden jährlich um die 100.000 Tonnen Bleche gewalzt mit einer Beschäftigtenzahl von etwa 350. 1972 wurde das Werk aufgrund veralteter Produktionstechnik und fehlenden Rohstahlkapazitäten geschlossen. Die Belegschaft kam überwiegend aus Hostenbach und den umliegenden Gemeinden.