Hangterrassen
Eine Terrasse ist ein flacher bis schwach abfallender Geländeteil, der sich randlich durch eine Böschung oder einen steileren Hang von benachbarten Geländeteilen abgrenzt. In der Geologie findet man eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausprägungen von Terrassen, die u.a. nach genetischen Gesichtspunkten geclustert sind. So kann die Terrassenbildung unter glazigenem Einfluss stehen, wie es hier im Klausbachtal der Fall ist.
In der Geologie spricht man bei Hangterrassen von gestuften Hängen mit zahlreichen kleinen Terrassen, die auf ein Bodenkriechen hindeuten. Beim Bodenkriechen spricht man von einer langsamen, oft kaum sichtbaren Bewegung des Bodens hangabwärts. Weitere Anzeichen sind wellenartige Falten und Buckel am Hang. Diese Bewegungen entstehen durch die Einwirkung der Schwerkraft, verstärkt durch Feuchtigkeit, Frost und Eis. Besonders häufig findet man solche Terrassen an steilen Hängen, vor allem in feuchten Klimazonen mit regelmäßigem Frostwechsel. Das trifft hier auf das Klausbachtal - mit seiner alpinen Lage - zu.
Terrassenbildung
Hangabwärts verlaufende Bodenbewegungen führen zur Bildung kleiner Terrassen, die den Hang stufenartig gliedern, besonders auf von Rindern beweideten Almen. Typische Anzeichen für Bodenkriechen sind der säbelartige Wuchs von Baumstämmen, gebogene Gesteinsschichten nahe der Oberfläche, das Neigen von Masten und Zäunen sowie die Ansammlung von Bodenmaterial an der bergseitigen Fläche.

Feuchtigkeit und Frost
Bodenkriechen entsteht durch verschiedene Einflussfaktoren, wobei Bodenfeuchtigkeit und Frost die wichtigsten sind. Ton- und Lehmböden nehmen Wasser auf, quellen und schrumpfen beim Trocknen, was zu einer hangabwärts gerichteten Zickzackbewegung führt. Ein vergleichbarer Effekt wird durch Frostwechsel ausgelöst: Beim Gefrieren dehnt sich der Boden aus (Frosthub), während er beim Auftauen wieder schrumpft, wodurch die Feinerde in Bewegung gerät.


Solifluktion und Gelifluktion
In den periglazialen Regionen der Polargebiete und Hochgebirge wird der Boden im Winter zu einer festen, wasserundurchlässigen Schicht gefroren. Im Sommer kann das Schmelzwasser nicht absickern, wodurch der auftauende Boden zu einem zähflüssigen Morast wird. Dieser bewegt sich langsam talwärts und bildet dabei Fließzungen und -stufen. Dieses Phänomen nennt man Solifluktion; tritt es auf Permafrostböden auf, spricht man von Gelifluktion.
Besonderheit "Viehangeln"
Die kleinen Terrassen auf diesem Hang (siehe Foto) verlaufen nahezu parallel zu den Höhenlinien. In den deutschsprachigen Alpenländern, wo sie das typische Erscheinungsbild der Almen prägen, werden sie als Viehangeln bezeichnet. Der Name weist auf ihre Entstehung hin: Weidetiere bewegen sich bei der Futtersuche meist horizontal entlang der Hänge und treten mit ihren Hufen stufenartige Spuren in den Boden.
