
Erstmal zum Cache - weiter unten gibts Hintergrundinfos.
Der Startpunkt befindet sich direkt an einem Parkplatz. Bis zum Final sind etwa 300 Meter zu absolvieren.
Hier beginnt die unten beschriebene Skurrilität an einem offiziellen Schild. Die Anzahl der Schrauben, mit denen dieses befestigt ist, sei A. Geht den Pfad entlang oder nehmt den Fußweg für Zweibeiner, der nur wenige Schritte länger ist. Nach nur etwa 30 Metern ist der erste Teil auch schon zu Ende und ihr seht rechts ein gelbes Gas-Schild. Die einzelne Ziffer darauf ist B und die Dezimalzahl ist C,D.
Nun überquert ihr die Müglitz auf einem "richtigen" Fußweg, bevor direkt dahinter links der zweite Teil des Pfades beginnt und mit einem entsprechenden Schild gekennzeichnet ist. Folgt ihm, um nach wenigen Schritten eine Sandsteinsäule zu betrachten. Darauf sind zwei vierstellige Zahlen abzulesen, welche ihr euch als E (die obere) und F (die untere) merkt/notiert/speichert. Am Ende dieses ebenfalls etwa 30 Meter langen Abschnittes seht ihr ein weiteres gelbes Gas-Schild. Diese Dezimalzahl wird noch als G,H benötigt.
Nun könnt ihr auch schon das Final berechnen:
N 50° 58. F-E+B+C+D+G+H
E 13° 51. F-E+H×G×C+D×B+A
Viel Spaß beim Trampeln.
Heidenaus skurrilstes Schild und was dahinter steckt
"Trampelpfad für Kamele" - die Stadtverwaltung von Heidenau ließ dieses Schild aufstellen und wollte damit eine ganz bestimmte Botschaft senden. Aber nicht an Tierhalter.
Ein Schild sagt mehr als tausend Worte. Zunächst sind auf diesem Schild exakt drei Wörter zu lesen. "Trampelpfad für Kamele." Heidenau hat das Blechstück wieder ausgegraben, das schon vor über 20 Jahren in Benutzung war. Genau genommen sind es zwei Schilder. Eines steht auf der August-Bebel-Straße aus Richtung Dohna, das andere an der S172.
Nun hat Heidenau weder einen Zoo eröffnet noch frei laufende Kamele, zumindest keine auf vier Beinen. Die Tiere haben einen schlechteren Ruf als ihre zweibeinigen Pendants, an die sich das Schild richtet. Denn genau das ist gemeint: Die Stadt will nicht, dass die Fußgänger durch eine Grünfläche laufen. Also hätte es auch ein Verbotsschild getan. Aber lieber lustig statt immer diese Verbote, dachte sich die Stadt und griff zu vorliegender Lösung, auch wenn Tiere nicht lesen können.
Die Idee zu dem Schild hatte der Vorgänger von Bauhofleiter Uwe Maasberg. Er hatte etwas Ähnliches woanders gesehen und gedacht, es lohne sich, damit einen Trampelpfad unattraktiv zu machen. Wer will schließlich ein Kamel sein? Und es verfehlte seine Wirkung nicht, sagt Maasberg heute.
Irgendwann dachte sich der Bauhof, die Kamele - sprich die Schilder - haben ihre Aufgabe erfüllt und entfernte sie, also die Schilder. Doch die Kamele auf zwei Beinen kamen wieder. So nach dem Motto, was nicht verboten ist, ist erlaubt. Die Abkürzung spart zwar nur ein paar Meter, aber in Zeiten von "Geiz ist geil" passt das schon. Die Stadt ist hingegen gar nicht geizig und hat das Schild nun wieder aufgestellt.
Ob die Trampel-Menschen es jetzt nicht sehen oder geflissentlich übersehen, ist nicht zu ermitteln. Fakt aber ist, es wird wieder getrampelt, was das Zeug hält - aus beiden Richtungen. Hinter dem Stromkasten im scheinbaren Schutz der Bäume wird über den schon sehr deutlich sichtbaren Weg getrampelt. Wo ein Weg ist, ist auch ein Nutzer. Es wäre ja Verschwendung, ihn rechts bzw. links liegenzulassen. Vielleicht sollte der Weg einfach bepflanzt werden. Der städtische Bauhof denkt indes darüber nach, das Schild ein bisschen tiefer am Masten anzubringen, damit es auch "kleine" Menschen sehen. Wobei bisher keine Durchschnittsgröße der Trampelnden ermittelt wurde.
Rechtlich ist an dem Schild nichts zu beanstanden, denn es steht auf städtischem Grund und Boden, was bei diesem Aspekt privatem gleichzusetzen ist. Das heißt, auf meinem Grundstück kann ich Schilder aufstellen, die mir gefallen - vorausgesetzt, sie verstoßen nicht gegen Gesetze. "Trampelpfad für Kamele" ist weder beleidigend noch verunglimpfend, betont die Stadt Heidenau. Es sei scherzhaft gemeint, weshalb man hofft, dass sich niemand daran stößt - auch nicht, wenn es künftig etwas tiefer am Mast hängt. Wenn das mal nicht manche auf ganz andere Gedanken bringt …
Quelle: Sächsische Zeitung vom 10.07.2024
Heidenaus "Trampelpfad für Kamele" bleibt - nur ohne Schild
Heidenaus wohl skurrilstes Schild ist weg und der Weg wird nicht ausgebaut. Genutzt wird er weiter, auch wenn die Abkürzung kurz ist. Die Strecke auszubauen, ist Stadt und Stadtrat zu teuer.
Manche fanden es lustig, andere störten sich daran – nun ist es weg: das Schild „Trampelpfad für Kamele“, das eine wenige Meter lange Abkürzung zwischen der August-Bebel-Straße und der S172 markierte. Der Stadt gefiel der Trampelpfad nicht und sie dachte sich mit ihrem etwas ironischen Hinweis nichts Böses.
Dann kam die Bürgerinitiative „Oberelbe für mehr Demokratie“ und hatte eine Idee. Ihre zwei Vertreter im Stadtrat wollten den Trampelpfad kurzum zu einem richtigen Weg machen, der das Schild und die „Kamele“ überflüssig machen sollte. Dieser Antrag war im November eingebracht und nun im Stadtrat beraten – und abgelehnt worden.
Christoph Mitschke von der Bürgerinitiative dachte, es wäre eine einfache Lösung gewesen. Den Weg befestigen, ein paar Sträucher pflanzen, eine Bank aufstellen und ein Schild „Auf eigene Gefahr“ und schon hätte auch das kleine Denkmal eine würdige Umgebung und wäre vor allem Älteren geholfen, sagte Mitschke noch einmal zur Begründung. Ob aber gerade Ältere bei Nässe oder Schnee den Weg gehen, ist fraglich.
So einfach ist das mit einem richtigen Weg auch nicht, belehrte ihn Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Der Bau des richtigen Fußweges, für den es auch wieder Vorschriften gibt, würde allein rund 22.000 Euro kosten. Einen Kostenvorschlag hatte die Bürgerinitiative nicht vorgelegt. Wo ein Fußweg ist, muss die Stadt sich auch um ihn kümmern – bis hin zum Papierkorb und dessen Leeren. Im Winter würde der Weg ohnehin gesperrt. Das mag kleinlich klingen, doch es gehe bis zu Fragen der Versicherung. Und wenn es rund um die Bank vermüllt ist, ist es auch nicht schön. Noch dazu, da die effektive Einsparung durch die Abkürzung maximal 20 Meter beträgt. „Der Antrag ist gut gemeint, wird aber von der Verwaltung abgelehnt“, sagte Opitz. Dem folgte auch der Stadtrat – bis auf Mitschke.
Das Schild, das einerseits für Schmunzeln, andererseits für Empörung sorgte, ist nun schon weg. Die Abkürzung bleibt und wird auch wie bisher genutzt.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 03.03.2025