
Die Wächtersteine als „Grenzwächter“ waren eine besondere Art von Grenzsteinen, die das Eigentum schützen sollten. Der hohe Adel der Karolinger ließ, wie einst die Römer, die Besitzansprüche mit menschlichen Figuren auf den Steinen, auf diese Weise klarstellen.
Solch einen Stein, eigentlich ein Fels mit einer Tischplatte befindet sich am Schletterberg. Er selbst ist nicht wandertechnisch ausgewiesen. Nur ein Ritterstein auf dem Cramerpfad weist auf ihn hin.
Im Felsen, insbesondere auf der „Tischplatte“, sind verschiedene Grenzzeichen, Kreuze, Grenzloch, Grenzsteinnummern und die Anfangsbuchstaben der dort angrenzenden Gemeinden vorzufinden.
Seht ihr das Männlein ohne Beine, das auf der Felsplatte eingeritzt ist? Sein Körper wird symbolisiert von einem größerem Kreis mit einem kleineren Kreis innenliegend, die wiederum durch acht Striche geteilt werden, ähnlich eines achtspeichigen Doppelrads. Dieses Symbol stellt das Mainzer Rad dar und ist ein Hoheitszeichen des Bistums Mainz. Der dargestellte rechte Arm mit Hand zeigt nach oben. Früher war auch der linke Arm, der wie auch der rechte Arm nach oben zeigte, erkennbar. Die rechte Hand ist (vermutlich) zu einer Faust geballt, bzw. soll sogar einen Ring in den Fingern halten - den Siegelring des Bischofes. Die linke Hand ist heute nicht mehr sichtbar. Des Weiteren hat das Männlein eine Art Kopfbedeckung mit zwei hörnerartigen Zipfeln eingraviert, die die Bischofsmütze symbolisieren soll.
Die Ritzzeichnung des Männleins soll angeblich das Handgemahl des Erzbischofes Adalbert von Mainz und Graf von Saarbrücken darstellen, der im Jahre 1125 als Besitzer der Madenburg und des Waldes von Schletterberg herrschte (Literatur: Otto Gödel, Leistadt, Der Wächterstein auf dem Schletterberg, „Pfälzerwald“ Zeitschrift des Pfälzerwald-Vereins e.V., 1987, Heft 2, S. 9-10 mit Quellenangaben und Eitelmann, S. 267-268).
Quelle: KuLaDig
Es gibt wohl auch noch eine andere Deutung, wonach es sich um "Wegweiser" während der Völkerwanderung handelt. An markanten Stellen wurden Hinweise für nachfolgende Gruppen angebracht. Auf jeden Fall ist dieser Stein historisch gesehen sehr interessant.
Die Wanderung von ca. 9 km führt Euch auf der Südseite um den Schletterberg und den Hämmelberg und dann entlang eines schmalen Grenzpfades über den Bergkamm zum Wächterstein. Unterwegs habt ihr sehr schöne Aussichten. Es gibt verschiedene Picknickmöglichkeiten.
Wer mag kann auch den Multi Ritterstein Nr. 44 "Am Tisch" damit verbinden.
Viel Spaß wünschen:
Die Klawitters