#3 Die Kobolde in Nettgendorf
Ein Bauer im „Schweinewinkel“ in Nettgendorf hatte einen Kobold. Der sah wie ein feuriger Drache aus und konnte fliegen. Der Bauer behandelte den Kobold gut und pflegte ihn. Nur ihm allein hatte er seinen Reichtum zu danken. Des Nachts trug der Kobold seinem Bauern Korn zusammen. Als der Bauer später nach Kemnitz zog, nahm er den Kobold mit. Es hat ihn zwar niemand gesehen. Doch die alte Mutter des Bauern saß auf dem Wagen auf einer Tonne, die sie fest zuhielt. Darin hat sie den Kobold mitgenommen. -
Ein anderer Bauer in Nettgendorf hatte auch einen Kobold. Der hieß „Hänsicken“. Er half ihm bei jeder Arbeit. Einmal hatte sich der Kobold über etwas geärgert. Da ließ er mit der Arbeit nach. Darauf pflegte ihn der Bauer nicht mehr so gut wie früher. Das brachte der Kobold so in Zorn, daß er eines Abends, als alle schon schliefen, in den Kuhstall ging und das Vieh losmachte. Er trieb es vom Hof runter, durchs Dorf nach den „Torfstücken“ an der Dobbrikower Straße. Am andern Morgen fand der Bauer seine Ställe leer. Er ahnte gleich, daß Hänsicken ihm den Streich gespielt hatte. Drum suchte er es zu versöhnen. Mittags um 12 Uhr ging er auf den Boden, wo der Kobold wohnte, und sagte zu ihm: „Hänsicken, kumme wedda un bringe dat Vieh.“ Der Kobold wollte erst nicht; dann aber wurde er wieder versöhnt. Und in der Nacht um 12 Uhr holte er das Vieh zurück. Am anderen Morgen war es wieder angebunden im Stall. Seitdem hat der Bauer sein „Hänsicken“ nie wieder geärgert. –
Ein Nettgendorfer Bauer hatte einen Kobold. Der ihm allerlei Schabernack spielte. Den wollte er gern loswerden. Da war einmal im Dorf Hochzeit, und die Hochzeitsgäste zogen mit Musik von Haus zu Haus. So kamen die Musikanten auch in das Haus des Bauern. Der Kobold konnte aber das Blasen nicht vertragen. Er hielt sich die Ohren zu und floh in den Wald. Dann ließ er sich lange Zeit nicht sehen, und der Bauer freute sich, daß er ihn los war. Als der Bauer aber eines Tages im Wald zu tun hatte, stand auf einmal der Kobold neben ihm. Er guckte ihn von der Seite an und fragte: „Sind die Bloasemänder noch doa?“ Da sagte der Bauer schnell: „Ja.“ Von da ab hat sich der Kobold nicht wieder sehen lassen.
Quelle: „Sagen des Kreises Jüterbog – Luckenwalde“, Rühlmann & Bühnemann, 1937
Wie immer: An den angegebenen Koordinaten findet man nichts! Es müssen keine Privatgrundstücke betreten werden. Die Wege führen euch zu den Caches. Nur dort kann es sein, dass man den Weg kurz verlassen muss. Achtung! Jagdgebiet! Ausschließlich am Tage suchen!
Beantwortet folgende Fragen zur Sage:
N 52° 0A.BCD Ä = 27, Ö = 28, Ü = 29, ß = 30
E 013° 0E.FGH Immer nur ein Wort & so, wie im Text!
A = Wo lebt der Bauer mit dem Kobold in Nettgendorf?
A = BSW - 153
B = Was hatte der Bauer dem Kobold allein zu verdanken?
B = BSW - 94
C = Wie hieß der Kobold von einem anderen Bauern in Nettgendorf?
C = BSW - 106
D = Welches Gefühl hatte der Kobold, als er nicht mehr so gut gepflegt wurde?
D = BSW - 72
E = An welchen Ort trieb der Kobold das Vieh?
E = BSW - 158
F = Wo war das Vieh am anderen Morgen wieder angebunden?
F = BSW - 56
G = Was konnte der Kobold nicht vertragen?
G = BSW - 50
H = Nach wem fragt der Kobold im Wald?
H = BSW - 128
Viel Spaß beim Rätseln und Finden!