»Das Leben ist zu kostbar, um es dem Schicksal zu überlassen.« Deus X. Machina
In Anlehnung an Walter Moers Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär
"Man fragt mich oft, wie es früher war. Dann antworte ich: Früher gab es von allem viel mehr. Ja, es gab Inseln, geheimnisvolle Königreiche und ganze Kontinente, die heute verschwunden sind – überspült von den Wellen, versunken im ewigen Ozean. Denn die Meere steigen immer höher, sehr langsam, aber unerbittlich, bis eines Tages unser ganzer Planet von Wasser bedeckt sein wird – nicht umsonst steht mein Haus auf einer hohen Klippe, und nicht umsonst ist es ein immer noch seetüchtiges Schiff. Von diesen Inseln und Ländern will ich erzählen, und von den Wesen und Wundern, die mit ihnen versunken sind." Ach nee Kinners, das interessiert euch doch gar nicht…..
Ich müsste lügen (und es ist ja hinlänglich bekannt, dass das nicht meiner Natur entspricht), wenn ich behaupten würde, meine ersten zwanzig Leben wären ereignislos verlaufen:
Alles begann am 03.09.2004 oder besser gesagt ein paar Tage davor….
Mein bester Freund fand eine Flaschenpost, joa damals kam die Post nicht mit dem gelben Drahtesel…..in der ollen Flasche war aber kein Brief vom Finanzamt, kein Bettelbrief von Hein Blöd aber auch keine magische Karte, aber eine Beschreibung mit mir unverständlichen Informationen.
Ja Kinners, Koordinaten solln das sein, hat der Kumpel mir verraten.
Hää Koordinaten ? Mit großen Lettern stand da noch „Zeisigwald“ „Multi“ und der Name Versus da. Es war also die Schatzbeschreibung einer der ersten Geocaches Zeisigwald von Versus - eines der großen Geocachekapitäne der Dosensucherzeit der ersten Jahre Anno 2003 in Sachsen.
Da uns damals die Taler für so ein goldgelbes Wunder-Navi fehlten, welches mit den heiligen Satelliten der Vierfaltigkeit kommunizierte, nahmen wir unsere Aufgaben heldenhaft mit Zettel, Stift, Karte und Kompass an. Das dauerte dann schon mal,
Mühsam ging es von einem Punkt zum andern, Schnitzeljagd nannte man das, aber wozu sollten wir denn das Schnitzel jagen? Denk-mal hieß es da und Zählen. Das waren schon schwierige Aufgaben. Aber dann am 03.09.2004 waren wir am Ziel und am Schatz und durften uns im großen Buch der Schatzjäger verewigen. Das taten wir dann auch mit Herzblut und magischer Tinte und On-Line. Ja genau - auf der Linie, das war auch wichtig. Und irgendwie blieb es dann nicht bei diesem einen Abenteuer.

Und so lernte ich nicht nur mit Senni den besten Kameraden an der Seite kennen - sondern zahlreiche andere Weg-Gefährden. Ob allein oder im Team - es wurden Zwergpiraten, Stollentrolle, Berghutze, einen Riesen ohne Kopf, einen Kopf ohne Riese, Rikschadämonen, denkenden Sand, Kanaldrachen, , Nattifftoffen, das Tal der verworfenen Ideen, Horchlöffelchen und Zeitschnecken, Olfaktillen, einen Malmstrom, tödliche Gefahren, ewige Liebe, Rettung entdeckt - aber auch Muggel, blaue Ratehaken, Ortlose, Erdcaches, Labcaches (nicht zu verwechseln mit Labercaches für Rudeltreffen), Wohin-Ich-Gehe-Abenteuer gesucht und gefunden - ach allerlei Schabernack, den ihr Kinners euch nie zu Träumen wagt.
Joa joa wir tauchten in den Weiten der Ozeane und Tümpel, ließen unsere Boote zu Wasser und gingen über selbiges, wir kletterten wie die Affen auf Bäume und auf Felsen, gruben uns durch Höhlen, Bunker und alte Fabriken….aber als Hein Blöd uns dann zum Angeln in den Wald schleppte, waren wir doch ziemlich verdattert.
So rann die Zeit wie Sand im Uhrenglas und es fanden sich 20Tausende von lustigen und gefährlichen Abenteuern in aller Herren Länder.
Wir suchten mit den Leuchten der Nacht bunte Feuernadeln, stiegen über 7 Brücken und auf hohe Berge, wanderten durchs Tal der Ahnungslosen, irrten an scheinbar verlassenen Orten, transportierten Reisekäfer und dankten jeden Telefon-Joker, wenn wir mal nicht weiter kamen, wir verfluchten Besserverstecker, trieben es bunt, dechiffrierten nahezu unlösbare Codes, puzzelten, werteten Röntgenbilder aus und lernten alles über Ziegen kennen.
Wir werden Legenden wie Karlos Mayer, die Rückwärtstante, den durstigen Mönsch ebenso wenig vergessen wie unsere Dates mit Quax, Biene Maja, Pipi Langstrumpf und wie sie alle heißen….
Stolz freuten wir uns über Brotdosen im Wald, vom Aussterben betroffenen Filmdosen an Abwasserrohren, Winzlinge namens Nanos an Verkehrsschildern, dann kamen seltsame Petlinge an Leitplanken und riesige Mülltonnen, gewagte Holzkonstruktionen mit abenteuerlich gebasteltem Innenleben, Armeekisten und Vogelwohnungen, mysteriöse Flaschen,
... hin und wieder war es auch ein verzweifelter Joghurtnapf, ein Marmeladenglas oder gar ein verwunschenes Sch…Häufchen.
Es gab nix was, es nicht gab. Und doch wird es noch viel geben, was wir nicht ahnen, denn der olte Käptn setzt sich jetzt noch nicht zur Ruhe.
Und Kinners, wenn ich mal nicht mehr mit der Gabel die Suppe der Weisheit löffeln mag, dann gehört euch nicht nur der Aluknecht, die Waldangel, das *E.T. nach Haus* Telefonier-Wunder, das Garminchen und die Zwille, auch das Rahziehglas, die elekterischen Stirnkerzen, Vergrößerungseisen, Abakus, das Panzerknacker-Set, Klettergeraffel.
Schnorchel, Taucherbrille und Schlauchboot sollt ihr euch friedlich teilen und vergesset nicht, welche guten Dienste neben Opas großen Rucksack auch Drahtesel, Schlitten, Schlittschuhe, Inlineskater oder Skier haben können.
Und joa auch der Fön, der Löffel und der Kamm, die wir zum Einsatz brachten, wird euch euer alter Opa vererben.
Aber bis es soweit ist, müsst ihr euch noch gedulden.
Kinners ihr glaubt das nicht mit dem Schnitzeljagen und dem Geocatsching? alles erstunken und erlogen? Dann schaut es euch doch selber an.
Bei meiner Käptnmütze! Ihr werdet schon sehen und Donnerlütschen sagen.
Cache soll bitte erst am 03.09.24 veröffentlicht werden