Hermann Müsgen, Peter August Trouvain, Johann-Sylvester Klein - Drei Widerstandskämpfer - Katholik, Antifaschist, Sozialdemokrat
Hermann Müsgen aus Piesbach, in seiner Jugendzeit Herausgeber der „Saarwacht”, einer Jugendzeitschrift der „Neuen Saarpost”, war einer der agilsten Widerständler in der Region gegen die Nazis. 1934 traf sich Müsgen konspirativ mit Vitus Heller in Würzburg. Heller organisierte eine deutschlandweite Bewegung des christlichen Sozialismus unter den Industriearbeitern.
1935 floh Müsgen nach Frankreich, machte dort rasch politische Karriere und trat 1939 in die französische Armee ein. Nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen floh Müsgen über Algerien nach Tunesien. In Afrika stellte sich der Piesbacher in den Dienst der alliierten Streitkräfte. Er kehrte 1948 nach Piesbach zurück und starb 1972.
Der Bergmann Peter August Trouvain, in Hüttersdorf geboren, wohnhaft in Körprich, war Antifaschist und setzte sich in der Arbeiterbewegung für mehr soziale Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen der Bergleute ein. Aus seiner Antipathie gegen Hitler machte er auch öffentlich keinen Hehl. Trouvain hatte sich beharrlich geweigert, Mitglied in dem von den Nationalsozialisten gesteuerten Bündnis „Deutsche Front" zu werden.
1937 denunzierte ihn der Hüttersdorfer NSDAP-Ortsgruppenleiter. Kurz da rauf bekam Trouvain die Kündigung, angeblich aus politischen Grün den. In seiner Heimat war Trouvain fortan beruflich ohne Chancen. Er fand erst wieder in einem Bergwerk in Rheinhausen Arbeit. Dort verunglückte er 1939 tödlich.
Johann-Sylvester Klein aus Körprich war ebenfalls zunächst Bergmann auf der Grube Velsen gewesen und hatte sich Mitte der 20er Jahre für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Löhne eingesetzt. Wegen Mitorganisation von Kundgebungen und Streiks hatte man ihn schon viele Jahre vor dem Nationalsozialismus entlassen.
Er machte sich als Bau- und Fuhrunternehmer selbstständig. Der Unternehmer mit sozialdemokratischen Ideen engagierte sich in der Einheitsfront. Er hatte sich nie damit abgefunden, dass die NSDAP nach der Volksabstimmung 1935 auch im Saargebiet an die Macht gekommen war. Johann Sylvester Klein organisierte immer wieder konspirativ Widerstand gegen die Hitler-Partei.
1936 verhafteten ihn die Nazis und internierten ihn über Monate im Saarbrücker Gefängnis „Lerchesflur”. 1937 zwangen sie ihn, sein Unternehmen zu schließen. Klein wurde keine staatliche Wiedergutmachung zuteil. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1959 weiter in Körprich. An die drei erinnert in Nalbach nichts. Am Platz der von den Nazis demolierten Synagoge steht ein Gedenkstein, der jedoch stark verwittert und kaum noch lesbar ist.