Zeppelin und Baumaschinen? Wie passt das zusammen?
Die Anfänge des Luftschiffbaus
Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917) baute in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Luftschiffe sowohl zur Personenbeförderung als auch für militärische Zwecke. Mit dem Unglück von Lakehurst 1937, als das Luftschiff Hindenburg in Flammen aufging, ging die Luftschifffahrt zunächst zu Ende. Unter den alliierten Besatzungsmächten war es ohnehin verboten, die Luftfahrtaktivitäten weiter zu verfolgen. Darum wurde 1951 die Metallwerke Friedrichshafen GmbH als Nachfolgeunternehmen der Zeppelinwerke gegründet. Man versuchte, das Know-how in der Herstellung von großen, leichten, aber hochfesten Strukturen aus Aluminium auf andere Bereiche zu übertragen, zum Beispiel auf die Herstellung von Antennen- und Richtfunkanlagen und von Silos. Zusätzlich gab es einen Unternehmensbereich, der sich mit der Instandsetzung von französischen Militär-LKWs beschäftigte, die nach dem Krieg in großer Zahl vorhanden waren.
Der Beginn der Zusammenarbeit von Zeppelin und Caterpillar
Zu Beginn der 1950er Jahre bemühte sich der US-amerikanische Land- und Baumaschinenhersteller Caterpillar, der besonders auf Maschinen mit Kettenlaufwerken spezialisiert war, sein Überseegeschäft zu erweitern. Hierfür suchte er einen neuen Partner in Deutschland, der den Vertrieb und Service der Maschinen übernehmen sollte. Die Wahl fiel auf die Metallwerke Friedrichshafen GmbH, auch aufgrund der Erfahrungen in der Instandsetzung von Kettenlaufwerken. 1954[2] wurde zwischen beiden Firmen ein Vertrag unterzeichnet, der bis heute das Fundament der Geschäftsbeziehungen zwischen Caterpillar und Zeppelin bildet. Innerhalb kürzester Zeit wurde in West-Deutschland und West-Berlin ein Niederlassungsnetz aufgebaut. Caterpillar verfügte schon damals über ein großes Sortiment an fortschrittlichen und zuverlässigen Maschinen. Diese waren in Deutschland im Zuge der Wiederaufbaumaßnahmen und der durch das Wirtschaftswunder stark aufstrebenden Bautätigkeit sehr gefragt. Zeppelin konzentrierte sich von Beginn an auf den Aufbau eines eigenen, umfassenden Dienstleistungs- und Servicenetzwerkes. Das erklärte Ziel war, deutschen Bauunternehmern Komplettlösungen aus einer Hand anbieten zu können. Dies umfasste nicht nur den Handel und die Vermietung von Baumaschinen, sondern auch die Wartung und Reparatur, die Versorgung mit Ersatzteilen.